Berlin. Nach einer aktuellen Stellungnahme der beiden großen christlichen Kirchen soll ab 2010 der Kirchentag / Katholikentag abgeschafft werden. Es sei unverantwortlich, Geld für ideelle Zwecke auszugeben, während sich die Wirtschaft in einer Zeit der Krise befinde, hieß es einvernehmlich von der EKD und der Deutschen Bischofskonferenz. Man wolle sich solidarisch mit den Menschen zeigen, anstatt fröhlich zu feiern.
Immer wieder hatten auch Menschen, die mit der Kirche nichts zu tun hätten, mit Unverständnis auf die fröhlichen Zusammenkünfte der christlichen Jugend reagiert. Alfred Griesenmetz, Leiter der „Atheistische(n) Vereinigung gegen religiöse Feste im Leben (AgFL)“ beklagte, dass der evangelische Kirchentag dieses Jahr noch stattfinden solle, der unter dem Motto „Mensch, wo bist Du ?“ steht. Der EKD Ratsvorsitzende Bischof Huber habe mit Gelassenheit reagiert: auch Atheisten sollten sich nicht die Lust am Feiern nehmen lassen. Wenn sie mit der Kirche nicht konform seien, könnten sie dennoch dieses Jahr noch am Kirchentag teilnehmen, beispielsweise als Zaungäste, die für die kritischen Stimmen zuständig seien. Ohne Atheisten und Kirchenkritiker sei ein Kirchentag eigentlich nicht das, was man von ihm gewohnt sei, „da fehlt dann irgendwas Wesentliches“ wird er zititert.
Der Augsburger Bischof Mixa soll sich massiv gegen das Vorhaben gewandt haben, den Katholikentag ebenfalls ab 2010 abzuschaffen: es sei vergleichbar mit einem Schwangerschaftsabbruch, wenn man jetzt die lange Tradition dieses speziell auf Jugendliche ausgerichteten Angebotes einfach beende.
Dennoch sollen Spitzenvertreter sowohl der EKD als auch des Vatikan dies Vorhaben begrüßt haben. Allzu lockeres Treiben und große Ausgelassenheit, zudem die freundliche und friedliche Begegnung von am Glauben interessierten Menschen sei „doch nicht so wichtig, wie man das immer“ annehme. Man könne sich doch auch in seiner Heimatgemeinde treffen und dort leise fröhlich und ausgelassen sein und die christliche Botschaft verbreiten, „ohne immer gleich mit viel Getöse auf die Strasse zu gehen“, ergänzte Kardinal Stubner-Sülz (Katholisch). Weiter sagte er: „Wer immer nur darauf aus ist, der Gesellschaft Werte und Sinn zu vermitteln, braucht sich nicht wundern, wenn einen keiner ernst nimmt.“ Stattdessen sollten sich die Kirchen lieber an der Leistungsgesellschaft orientieren und Angebote „nur noch gegen harte Währung“ anbieten. Es könne nicht sein, dass die Kirchen ihr soziales Engagement „einfach so“ unter die Menschen brächten, ohne dafür „was im Klingelbeutel zu haben“.
Auch die EKD soll sich dieser Meinung angeschlossen haben. Gleichheit der Menschen vor Gott sei doch gar nicht so wichtig, wie es immer von der Kanzel gepredigt werde. Jeder wisse doch, dass die Welt anders aussehe. Warum wolle man also dieser idealistischen Sicht des Menschen denn immer noch weiter anhängen ? Ohnehin glaube heute doch jeder, was er wolle. Deshalb könne man sich den Kirchentag auch gleich sparen. Sinnvoller sei es, die beiden großen Kirchen in Aktiengesellschaften umzuwandeln oder besser noch als Gemeinschaften mit beschränkter Haftung (GmBH); der Vorteil liege auf der Hand, weil die Aktionäre dadurch leichter bestimmen könnten, was man denn glauben solle. Man brauche sich dann auch nicht mehr an die mitunter unbequemen Aussagen der Bibel zu halten, wonach der Mensch gar Ebenbild Gottes sei, oder dass man den Nächsten lieben solle, wie sich selbst.
Stattdessen könnten die Aktionäre in einer AG viel variabeler mit Werten jonglieren: wenn man merke, die Nächstenliebe sei „irgendwie nicht profitabel“, könnte man einfach auf sie verzichten und stattdessen auf das Recht des Stärkeren setzen. Man kenne das doch schon aus dem Sozialdarwinismus, dass es nicht darum gehe, „hier einen auf Friede, Freude, Eierkuchen“ zu machen, soll Huber gesagt haben.
Auch einer Umwandlung der beiden großen christlichen Kirchen in eine GMBH stehe eigentlich nichts im Wege, weil man dadurch ja einen sichereren rechtlichen Stand habe.
In wieweit die Meldungen mit dem heutigen Datum in Verbindung stehen, konnte bislang allerdings nicht eindeutig geklärt werden.
Lesen Sie auch:
> Das Lamm schrie: “Hurz” – (Video)
Haben Sie eine Homepage ?
Hier ist unser >Logo !
.
Sagen Sie weiter,
was gut ist:
mit einer
>Grusskarte.
.
Bild: jackdalton,flickr.com



Schreibe einen Kommentar