Glauben ist wie Seilbahnfahren…

seilbahn1Ich stehe an der Talstation der Seilbahn, die auf die Fiescheralp fährt. Da schwingt sich eine der grossen Gondeln aus der Station heraus und beginnt ihre Fahrt nach oben, besetzt mit Skifahrern und Snowboardern, die den Neuschnee zur Abfahrt nutzen wollen.

Langsam gleitet die Kabine nach oben – und taucht fast behutsam in den Wolkennebel hinein. Es ist faszinierend, wie sie hinter den Nebelschwaden verschwindet. Zuerst noch leicht verschwommen zu sehen – und dann meinen Blicken entschwunden.

seilbahn2Nun habe ich keine Sorge um die Insassen dieser Bahn, weiss ich doch, dass die Seilbahn auch im Nebel weiterführt, sich weitere Stützpfeiler anschliessen und die Wintersportler letztendlich auf der Bergstation ankommen werden.

Nur – ich kann nicht soweit sehen. Die Wassertropfen in Wolkenform verhindern meinen Blick nach oben. Das ist schon bemerkenswert: Ich kann mit meinen Sinnesorganen die Realität letztlich nicht wirklich erfassen, weiss aber durch meine „restlichen“ Informationen, dass mit der Wolkengrenze nicht alles zu Ende ist.

Im Hebräerbrief – Kapitel 11 – wird genau diese unterschiedliche Sicht der Dinge erklärt:

Was ist denn der Glaube? Er ist ein Rechnen mit der Erfüllung dessen, worauf man hofft, ein Überzeugtsein von der Wirklichkeit unsichtbarer Dinge. (Verse 1+2)

Und weiter erklärt der Briefschreiber:

Wie können wir verstehen, dass die Welt durch Gottes Wort entstanden ist? Wir verstehen es durch den Glauben. Durch ihn erkennen wir, dass das Sichtbare seinen Ursprung in dem hat, was man nicht sieht. (Vers 3)

Für mich ist diese Seilbahn, die in den Wolken verschwindet, ein gutes Beispiel für meinen christlichen Glauben: Auch ich kann mit meinen natürlichen Sinnesorganen nicht alles sehen, erfassen und verstehen, was die göttliche Welt ausmacht. Aber ich habe genügend Informationen durch Gott, Schöpfung, Jesus und Bibel, dass ich weiss, dass nach meinem Erfassungshorizont die göttliche Welt weitergeht. Oder erst richtig anfängt.

Fotos: A. Meissner


Entdecke mehr von god.fish

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

1 Arbeit Architektur Bayern Berlin Beziehung Beziehungen Bibel Bilder blau Blumen Christen Christentum Corona Coronavirus demokratie Details Deutschland Donald Trump EKD Essay Essen Ethik EU Europa Evangelisch Farben Flüchtlinge Fotografie Fotos Freiheit frieden funny.casa Gedanken Gedichte gelb Gemeinde Geschichte Gesellschaft Gesundheit Glaube Gott grün Highlight Hoffnung Humor Impressionen italien Jesus Jesus.casa Katholisch kinder Kirche Klimaerwärmung krankheit Krieg Kultur Kunst Leben Lebenshilfe Liebe Medien menschen Menschenrechte Musik Musikgeschichte münchen München inside Nachgedacht Nato Natur neu Nächstenliebe Olaf Scholz Ostern Pandemie philosophie photography Politik Psychologie Putin Religion Russland Satire Sprache sunshine.casa Theologie Tod Toleranz Ukraine Urlaub usa verantwortung Vertrauen video Weihnachten Wirtschaft yellow.casa Zivilcourage Zukunft


Kommentare

2 Kommentare zu „Glauben ist wie Seilbahnfahren…“

  1. Achtung Gefahr im Verzug!
    Nach dem wichtigen Blick nach oben, sollte man immer wieder den Blick in die Runde werfen auf die lieben Mitmenschen, die so sehr menscheln, dass es oft unmenschlich wird und den Blick nach Innen. Den dort ist das Himmelreich.
    Wenn der Blick sich übt im fließenden Wechsel, dann steht ein Christ, wie er es sollte mitten im Leben.

  2. Avatar von Josef Sefton
    Josef Sefton

    Wunderbar hast du das erklärt, Andy.

    Ja, Technologie ist ein Wunder Gottes doch ein sogar besseres Wunder ist das Wort Gottes.

    Mit der Technologie hat man so wie so keine Wahl.

    Man muss halt Vertrauen aufbringen, sonst wird man schnell Lunatiker.

    Mit Gottes Wort vertraut man am besten freiwillig und mit Freude im Herze sonst könnte die Irrenanstalt auch im Laufe der Zeit drohen!

    Meine Lösung.
    Sei gesund im Körper, Seele und Geist und vergiss nicht heiliger Gott jeden Tag mindestens einmal zu umarmen!

    Gottes reichen Segen dir, Andy.

Schreibe einen Kommentar