
Gott, mein Akku ist bei drei Prozent. Meiner auch, nicht nur der vom Handy.
Heute Morgen habe ich das Display nach unten gelegt, für ein paar Minuten nur. Es war ein kleiner Anfang. Danke dafür. Der Rest des Tages war dann wieder: wischen, antworten, vergleichen, weiterwischen. Und jetzt sitze ich da, mit heißen Augen und leerem Kopf.
Ladekabel
Gleich stecke ich das Handy an die Steckdose. Es braucht nur ein Kabel und eine Nacht.
Bei mir ist es komplizierter. Aber vielleicht gar nicht so sehr.
Also stecke ich mich bei dir an. Lade mich auf, ohne dass ich etwas leisten muss.
Ohne Update. Ohne Zustimmung zu irgendwelchen Bedingungen.
Einfach nur: da sein dürfen.
Was ich heute mitgenommen habe
Ein paar Sätze, die mich gepiekst haben. Bilder von Leben, die glatter aussehen als meins. Ein Ärgernis, das mich länger beschäftigt hat, als es verdient. Lass es hier liegen. Ich muss es nicht mit ins Bett nehmen.
Und danke für das andere: ein Lachen, das echt war. Ein Mensch, der zurückgeschrieben hat. Der Moment, in dem ich kurz aus dem Fenster geschaut habe und die Welt größer war als mein Bildschirm.
Für die Nacht
Sei bei allen, die jetzt noch wach liegen und aufs Licht im Dunkeln starren.
Bei denen, die auf eine Nachricht warten.
Bei denen, die Angst vor dem Morgen haben, in Kyjiv und überall, wo der Abend nicht still ist.
Du schläfst nicht ein, du brauchst keine Steckdose. „Der dich behütet, schläft nicht“, heißt es in Psalm 121,3. Das reicht mir als Gute-Nacht-Geschichte.
Flugmodus für den Kopf. Offline für heute. Online bei dir.
Schlaf gut, du und ich. Morgen früh sind wir wieder bei hundert Prozent. Oder wenigstens bei achtzig. Und das ist genug.
Gute Nacht. Amen.



Schreibe einen Kommentar