
Gott,
der Boden ist eiskalt. Das ist mein erster Gedanke. Nicht du, nicht Dankbarkeit. Kalte Füße. Und die Heizung tickt, als würde sie mit sich selbst reden.
Na gut. Hier bin ich. Barfuß und noch nicht ganz da.
Ich spüre, dass ich einen Körper habe, der friert. Das ist unbequem. Und es heißt auch: Ich lebe. Danke dafür. Auch für die Kälte, wenn sie mich daran erinnert.
Was heute wartet
Ich weiß nicht, was heute wird. Vielleicht ein Gespräch, vor dem ich mich drücke. Vielleicht eine Nachricht, auf die ich seit Tagen warte. Vielleicht einfach Freitag, mit einem Kopf, der schon halb im Wochenende hängt und trotzdem noch liefern soll.
Ich muss heute nicht alles im Griff haben. Ich will offene Hände haben. Für das, was kommt. Für das, was ich loslassen muss. Für das, was du mir hineinlegst, bevor ich es merke.
Für die anderen
Für alle, die heute kalte Füße aus Angst haben: vor einem Ergebnis, einem Arzttermin, einem Wort, das gesagt werden muss. Sei ihnen näher als ihr Herzklopfen.
Für alle, die diese Nacht draußen waren, ohne Heizung, ohne Tür, die sich schließen lässt. Lass sie einen warmen Ort finden und Menschen, die hinsehen statt wegzusehen. Und mach mich selbst zu einem, der hinsieht.
Für alle, die sich heute allein fühlen, obwohl ihr Handy ständig leuchtet.
Und du
Ich glaube, du bist die Wärme, die nicht aus der Wand kommt. Von allen Seiten umgibst du mich, so hat es einer vor langer Zeit gebetet (Psalm 139,5), auch dann, wenn ich es nicht merke. Auch an Morgen wie diesem.
Also: ein Schritt. Dann noch einer. Socken zuerst.
Du gehst mit. Das reicht mir für heute.
Amen. Oder: Los geht’s.



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