Wer hat den stärkeren Gott ? Islam oder Christentum ?

Bei der Überschrift des aktuellen SPIEGELs ahnt man schon, dass es hier nicht wirklich um die Frage geht, wer denn Gott sei. Nein, es geht um Politik, um Kultursysteme und darum, welches System denn angeblich das bessere sei. Nicht der Glaube an Gott ist das Wesentliche, sondern gewisse Menschengruppen, die alles daransetzen, ihre Religion – die sie als die einzig richtige sehen – durchzusetzen, koste es, was es wolle. Auf christlicher wie auf muslimischer Seite. Armer Gott. Und wieder einmal wird er für machtpolitische Zwecke zweckentfremdet.

Denjenigen aber, die an nur an ihrer Religion interessiert sind und nicht an ihrer Durchsetzung als politischem System, sei gesagt, dass die drei monotheistischen Religionen per se wohl denselben Gott meinen. Sie haben lediglich ein unterschiedliches Gottesbild von ihm. Lesen Sie hier eine > Kurzzusammenfassung und hier (gegen Gebühr) den > SPIEGEL-Artikel.

Wie geht aber das Christentum mit dem Begriff Allah um ? Wie unterscheidet sich das Bild, das sich beide Religionen von Gott machen ?:

Rezeption im Christentum

Für das Christentum stellt sich – gerade mit Blick auf den interreligiösen Dialog – die Frage, ob Allah und der Gott der Bibel identisch sind. Die Römisch-Katholische Kirche beispielsweise verabschiedete am 28. Oktober 1965 im Zuge des Zweiten Vatikanums die für alle römischen Katholiken verbindliche Schrift Nostra Aetate, in der es in Teil 3, der allerdings erst nach arabischen Protesten gegen die alleinige Ausrichtung der Erklärung auf das Judentum hinzugefügt wurde, heißt:

„Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslime, die den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, der zu den Menschen gesprochen hat. Sie mühen sich, auch seinen verborgenen Ratschlüssen sich mit ganzer Seele zu unterwerfen, so wie Abraham sich Gott unterworfen hat, auf den der islamische Glaube sich gerne beruft. Jesus, den sie allerdings nicht als Gott anerkennen, verehren sie doch als Propheten, und sie ehren seine jungfräuliche Mutter Maria, die sie bisweilen auch in Frömmigkeit anrufen. Überdies erwarten sie den Tag des Gerichtes, an dem Gott alle Menschen auferweckt und ihnen vergilt. Deshalb legen sie Wert auf sittliche Lebenshaltung und verehren Gott besonders durch Gebet, Almosen und Fasten.[2]

In den Niederlanden schlug der katholische Bischof von Breda, Tiny Muskens (71), im August 2007 vor, alle Gläubigen sollten Gott künftig Allah nennen. Dies fördere das wechselseitige Verständnis zwischen den Religionen: „Warum sollen wir nicht alle gemeinsam sagen: Wir nennen Gott fortan Allah?“[3]

Gemeinsam glauben Christen und Muslime an den Schöpfergott, der ihrem Glauben nach Himmel und Erde schuf:

„Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“

– (Gen 1,1)

heißt der erste Vers der Genesis der Bibel; eine ähnliche Aussage in Bezug auf Gott ist auch im Koran vorzufinden:

„Er ist es, der euch alles, was auf der Erde ist, geschaffen und sich hierauf zum Himmel aufgerichtet und ihn zu sieben Himmeln geformt hat. Er weiß über alles Bescheid.“

– Sure 2, Vers 29 nach Paret

Viele Christen evangelikaler Prägung lehnen die Gleichsetzung des in der Bibel sich offenbarenden Gottes mit dem koranischen Allah ab. Eine der Begründungen dieser Sichtweise ist das zentrale Bekenntnis des Islam, dass Allah keinen Sohn habe. Dazu im Gegensatz – so die Meinung vieler evangelikaler Christen – steht das Grundbekenntnis des Neuen Testaments, das Gott als den „Vater unseres Herrn Jesus Christus“ identifiziert.

Der damalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in DeutschlandWolfgang Huber, vertritt die Ansicht, dass keine Aussage darüber getroffen werden kann, ob der Gott, den Christen anbeten, mit dem Gott, den Muslime anbeten, identisch ist. Huber sieht nur eine Aussage über das Bekenntnis zu Gott als möglich. Hier vertritt er die Ansicht, dass Christen sich zu einem anderen Gott als Muslime bekennen. Zitat: „Ob Gott derselbe Gott ist, muss man ihm selber überlassen. Als Menschen können wir nur über das Gottesbekenntnis urteilen. Wir haben als Christen keinen Grund zu sagen, wir würden uns zum gleichen Gott wie die Muslime bekennen.“[4] Quelle: > wikipedia.

Wie soll man aber die christliche Aussage verstehen, dass Gott einen Sohn hat und sich zudem als Heiliger Geist zeigt ? Lesen Sie dazu > Gott ist gleich Gott – oder etwa nicht ? (Jürgen Moltmann).

foto: 1. wuerml,flickr.com; 2. wikipedia.


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Kommentare

132 Kommentare zu „Wer hat den stärkeren Gott ? Islam oder Christentum ?“

  1. Avatar von meryemdeutschemuslima
    meryemdeutschemuslima

    @Peter: wenn Dir die heiligen Schriften nichts bedeuten, warum zitierst Du sie dann?
    Wie gesagt, Du gibst ziemliche Zumutungen von Dir: angeblich beten wir Götzen an und nun sind wir auch noch der gesamten Menschheit gegenüber feindlich eingestellt.

    Nun: zum Polytheisten macht sich der, der behauptet wir würden einen andern Gott anbeten, wo wir doch genau wissen, dass es der Einzige ist – der Medien nutzt (also nicht solche wie den Spiegel) damit wir ihm uns nähern können, seien das die Propheten, die heiligen Schriften, oder besonders gesegnete Orte, Naturerleben, eine gottesehrfürchtige Lebensweise und vieles andere – was den Einzelnen im tiefsten Innern anspricht, das ist ja nun mal verschieden.

    Insofern kann niemand beurteilen, wie jemand anderes den Geist Gottes, den wir nicht bestreiten, erfahren hat. Und ganz unzweifelbar hat Jesus, a.s., diesen in besonderer Weise vermittelt. Aber er war eben nicht der einzige der Propheten.

    Prophet Muhammed, s.a.s., hat keine Religion gestiftet, sondern er hat die abschließende Offenbarung der wahren Propheten gebracht, deren Reihe mit Adam,a.s., begonnen hat. Wer sich da auf die Botschaft eines Propheten beschränkt, beraubt sich selbst, da in den Leben und Offenbarungen aller soviel zum Lernen über den Geist Gottes steckt.

    Aber jedem das Seine – ich lass mir nur nicht unwidersprochen solche Behauptungen um die Ohren hauen.

    Grüße von Meryem

  2. @meryem

    Ups, lass Dich nicht ärgern von diesem Kommentar von Peter Sem…
    Ich denke, das Juden, Christen, Moslems prinzipiell denselben Gott meinen. Sie sehen ihn vielleicht etwas unterschiedlich, aber es ist doch sicherlich derselbe Gott.

  3. Da wurde wieder einmal mein Kommentar unterschlagen oder gelöscht.
    Freue dich Christenheit über die
    „ehrlichen und aufrichtigen Christen“!

  4. @peter

    Wurde nicht veröffentlicht, weil er recht einseitig meryem angegriffen hat. Sie hat ihren Glauben, wir Christen unseren. Es ist nicht gut, das Eine gegen das Andere auszuspielen, wir meinen sicherlich denselben Gott, auch, wenn wir unterschiedliche Vorstellungen von ihm haben.

  5. Der Spiegel hat nur gespiegelt, was derzeit alle Welt denkt. Doch warum glaubenaufgeklärte Menschen nicht nur über die gemeinsame Wurzel des Monotheismus nachdenken, sondern auch des christlichen Glaubens bzw. des gemeinsamen neuen Bundes der Zeitenwende, sich auf Buchstaben und Gründergestalten berufen, damit bekriegen müssen, das will mir nicht in den Sinn.

    Es wird höchst Zeit, dass wir nach dem schöpferischen Wort allen kreativen Werdens fragen, als das Jesus selbst dem Koran gilt und das im Orient nur einen andere Weg ging, als im Westen.

    Auch wenn Jesus von Moslems im Spiegel christlicher Selbstverkürzung heute nur noch als junger Guru gilt, der dem eigenen Gründer gegenüber steht, so hat der gemeinsame Schöpfergott einen aufgeklärten kreativen Geist und inzwischen auch das Wissen gegeben, um auf mündige Weise nachzudenken, was den beiden hoheitlichen Wesen zugrunde liegt.

    Gerhard

  6. Ich denke, der weltweite, teil blutige Kampf der Kulturen wächst nicht auf dem politischen Mist, sondern dem der kirchlichen Denker, die sich weigern, der liebegwonnenen Bilder und Buchstaben zuliebe auf aufgeklärte Weise nach dem Wort zu hören, das dem gemeinsamen Glauben zugrunde liegt:

    Eine Vernunft allen rund um die Welt wissenschaftlich erklärten kausalen Werdens, um die es zur Zeitenwende ging, Und die auch heute nicht nur altgesetze Grenzen überwinden, sondern mündige Menschen auf jeweils kulturgerechte Weise für eine gemeinsame „schöpferische Vernünftigkeit“ begeistern könnte. Was mehr als Not-wendig ist.

    Gerhard

  7. Avatar von meryemdeutschemuslima
    meryemdeutschemuslima

    Grüß Gott,
    Gerhard, kannst Du noch mal erläutern, was Du mit den „beiden hoheitlichen Wesen“ meinst?
    Jesus und Mohammed, Friede sei mit ihnen?

    Die christliche „Selbstverkürzung“ kann ich nicht beurteilen, allerdings glaube ich nicht, dass man die Verehrung Jesus, as, im Islam so beschreiben kann, dass man einen „jungen Guru“ in ihm sieht.

    Wie in allen Prophetengeschichten steckt in seinem Leben eine Fülle von Lernstoff, für den der sich damit beschäftigt. Was zugegeben, lange nicht alle Muslime tun.

    Aber auch wir warten auf seine Wiederkehr – und auf die des Imams unserer Zeit – damit auf dieser Erde Gerechtigkeit einkehrt.

    Grüße von Meryem

  8. So wenig es bei Jesus um einen als Christus vergotteten Wanderprediger ging, war Mohammed nur ein besonders schlauer Mensch mit göttlichen Eingebungen.

    Wenn wir aufgeklärt nach dem Wort fragen, das zur Zeitenwende in kosmischer Ordnung bzw. einem kreativen Lebensfluss wahrgenommen wurde, die uns heute auf empirische Weise erklärt wird, kommen wir dem näher, als das Jesus auch für den Koran galt.

    Zum Wanderguru – ist die schöpferische Vernunft, das Wort allen kausalen, natürlichen Werdens erst in der Neuzeit geworden, wo nur noch Buchstaben gelten und Glaubensgründer gegeneinander ins Rennen geschicht werden.

    Die erwarte Wiederkehr bedarf einer Wende im Kopf bzw. eines aufgeklärten Fragens beider Geschwisterreligionen.

    Noch leben wir zwischen den Jahren

    Gerhard

  9. Zum Thema Islam: Egal wie man es dreht oder wendet. Der jüdische Gott ist der christliche. Was Muslime glauben ist was anderes. Das der Koran eine Fortsetzung der Bibel ist, stimmt nicht. Er ist in weiten Teilen ein Kontrastprogramm zum AT und NT und man tut den Muslimen unrecht wenn man sie letztendlich als ursprünglich „christliche Sekte“ sieht. Man sieht am Kern des Glaubens vorbei und mit guten Recht fühlen sich Muslime unverstanden.
    Zu vieles was den Islam ausmacht gibt es weder im Judentum, noch im Christentum. Zum Beispiel das Gottesverständnis von einen allmächtigen Gott der sich sehr wohl einschränkt und viele, auch negative Facetten hat die man in der Form im Juden- und Christentum nicht kennt. Oder seien es Elemente die es im Juden- oder Christentum nicht gibt wie die Dschin.
    Mohammed war nicht gut beraten als er im Koran sich auf die Bibel beruft ohne sie zu kennen was ihn zu vielen falschen Analysen führt die bis Heute jede intensive theologische Diskussion mit Muslimen erschwert, ja teilweise unmöglich macht.

  10. Avatar von meryemdeutschemuslima
    meryemdeutschemuslima

    Grüß Gott,
    natürlich, unter diesen Voraussetzungen ist eine Diskussion unmöglich. Wie gesagt: wir glauben an den EINEN allmächtigen Gott, und wer behauptet, es sei anders, mit dem fehlt es an der Tat an Gesprächsbasis. Allah beschränkt sich nur in einem: ER sagt, dass seine Barmherzigkeit jederzeit seinen Zorn übersteigt – das hat ER sich selbst vor der Erschaffung der Menschen auferlegt.
    Dass Gott negative Facetten hat – eine Gotteslästerung, die wir Muslime gewiß nicht betreiben und es zeugt von Unkenntnis der koranischen Offenbarung, wenn man das behauptet.
    Wahrscheinlich dadurch zu entschuldigen, dass es an der Fähigkeit mangelt, den heiligen Koran im Original zu lesen und erst recht zu verstehen – weshalb auch die Mehrheit der Muslime Unterrichtung braucht (mich eingeschlossen).

    Und ebenfalls geht natürlich eine Diskussion schlecht mit jemandem, der aus Unkenntnis behauptet, dass der Koran Menschenwerk ist, von Mohammed, Friede und Segen sei mit ihm, geschrieben. Es ist islamisches Grundwissen, sich mit den Lebensumständen Mohammeds, s.a.s., und den Umständen der Offenbarung zu beschäftigen und ganz leicht wird man feststellen, dass das unmöglich ist.

    Wir betrachten den Islam ja denn auch nicht als aus dem Christentum und Judentum hervorgegangene Religion – im Gegenteil, alle monotheistischen Religionen haben einen viel weiter, nämlich bis Adam, Friede sei mit ihm, zurücklegenden Ursprung – wer, wenn nicht er sollte Wissen vom einzigen Gott gehabt haben? Fortgesetzt über eine lange Reihe von Propheten, Friede sei mit ihnen, über Moses, a.s., zu Jesus, a.s. und zu Muhammed, s.a.s.

    Jeder der Propheten, a.s., hatte seine der Zeit angepaßte Aufgabe und beschlossen wird die Reihe mit Mohammed, s.a.s., der uns mit dem Koran ein umfassendes System überbracht hat, von Informationen über das Wesen Gottes, über die Anweisungen zum richtigen Gottesdienst, bis hin zu den Regeln eines gerechten und friedlichen Zusammenlebens in Gesellschaft und Staat. Die Scharia.

    Herausragend sind sicherlich die Propheten Abraham, a.s., Moses, a.s., Jesus, a.s. und Mohammed,s.a.s. Schade dass wir unter diesen Umständen nicht gemeinsam von ihnen lernen können über Gottvertrauen, Freiheitsstreben, Mitgefühl, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit.

    Dass im heiligen Koran Dinge beschrieben werden die Juden und Christen nicht kennen – nun, wer will behaupten, dass wir das Universum in allen Facetten begriffen haben? Lernen wir nicht ständig Neues kennen? Im Übrigen finden wir im Koran auch sehr viel Naturwissenschaftliches, das damals nicht bekannt war.

    Wir Shiiten lernen, nicht nur, aber auch von den Nachfolgern des Propheten Muhammed, s.a.s., den heiligen Imamen, a.s., sehr viel was Prophet Muhammed, s.a.s., nicht mehr vermitteln konnte – unglaubliche Weisheiten über Gott und auch über Naturwissenschaften.

    Wer das alles ignoriert, und nur die falsch dargestellte Oberfläche des Islam sehen will, beraubt sich selbst.

    So, das war mein langes Wort zum Sonntag.

    Grüße von Meryem

  11. @EinFragender

    Zum Thema Islam: Egal wie man es dreht oder wendet. Der jüdische Gott ist der christliche.

    Die Juden meinen wohl denselben Gott, wie die Christen. Und die Moslems meinen wohl ebenso ebendiesen Gott.

    Was Muslime glauben ist was anderes. Das der Koran eine Fortsetzung der Bibel ist, stimmt nicht.

    Naja, einige Elemente hat er schon aus der biblischen Tradition.

    Er ist in weiten Teilen ein Kontrastprogramm zum AT und NT und man tut den Muslimen unrecht wenn man sie letztendlich als ursprünglich „christliche Sekte“ sieht. Man sieht am Kern des Glaubens vorbei und mit guten Recht fühlen sich Muslime unverstanden.

    Naja, als christliche Sekte hatte ich Muslime noch nie gesehen. Wie kommst Du den auf diese Idee ?

    Zu vieles was den Islam ausmacht gibt es weder im Judentum, noch im Christentum. Zum Beispiel das Gottesverständnis von einen allmächtigen Gott der sich sehr wohl einschränkt und viele, auch negative Facetten hat die man in der Form im Juden- und Christentum nicht kennt.

    Also das Gottesbild im Alten Testament ist recht blutrünstig mitunter. Er wurde teils als Kriegsgott verwendet oder mißbraucht (unabhängig davon, wie dieser Gott den wirklich ist. Aber wer weiß das schon. In Jesus zeigt er sich zumindest als Gott der Liebe.)

    Oder seien es Elemente die es im Juden- oder Christentum nicht gibt wie die Dschin.

    Was meinst Du damit ? Das hier : ? http://de.wikipedia.org/wiki/Dschinn

    Mohammed war nicht gut beraten als er im Koran sich auf die Bibel beruft ohne sie zu kennen was ihn zu vielen falschen Analysen führt die bis Heute jede intensive theologische Diskussion mit Muslimen erschwert, ja teilweise unmöglich macht.

    Deine These hier kann ich jetzt nicht ganz nachvollziehen. Mohammed kannte sicherlich Aspekte aus der Bibel, wenn er sich auf Jesus beispielsweise bezieht. Aber er hat eine andere Sicht von ihm, als die Christen.

    Zum christlich-muslimischen Dialog gibt es hier einiges, ich hatte es vor einiger Zei mal gelesen, aber wenns Dich interessiert, stöber doch dort mal etwas:

    http://www.muslimische-stimmen.de/index.php?id=19&no_cache=1&tx_ttnews%5Bswords%5D=bibel%20koran&tx_ttnews%5Btt_news%5D=185&tx_ttnews%5BbackPid%5D=14

    http://www.muslimische-stimmen.de/index.php?id=19&no_cache=1&tx_ttnews%5Bswords%5D=bibel%20koran&tx_ttnews%5Btt_news%5D=175&tx_ttnews%5BbackPid%5D=14

  12. @meryem

    Die Scharia ist mir allerdings etwas suspekt. Dort gibt es doch auch Todesstrafe und so, oder ? Wie geht ihr denn mit sowas um ?

  13. @meryem

    Hmm, ich hatte gerade mal etwas gestöbert.

    Wikipedia meint, ein Moslem dürfe nicht seine Religion wechseln, sonst drohe ihm womöglich die Todesstrafe.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Apostasie_im_Islam#Traditionelle_Lehrmeinung

    Die ZEIT sieht das allerdings anders, zum Glück:
    http://www.zeit.de/2006/14/Islam_Demokratie

    Wahrscheinlich gibt es zb bei dieser Frage im Islam auch unterschiedliche Auslegungen. Oder was meinst Du ?

  14. Avatar von meryemdeutschemuslima
    meryemdeutschemuslima

    Servus,

    es gibt in der Tat Auslegungen, die das behaupten. In der Shia nicht, jedenfalls kenne ich keinen Marja (das sind die Gelehrten, die die Befugnis zur selbständigen Rechtsfindung erworben haben und deren Fatwas man folgen kann – da suchen sich die Shiiten denjenigen aus, den sie für am Wissendsten halten, bspw. Imam Chamenei, Ayatollah Sistani u.a.) – der das vertritt.

    Darum ist es z.B. im Iran auch nicht verboten,die Religion zu wechseln, auch wenn man uns gerne etwas anderes weismachen will. Das iranische Parlament hat ein Gesetz beschlossen, das zu ändern, aber das ist vom religiösen Wächterrat blockiert worden.
    Was man nicht darf als Angehöriger einer anderen Religion, ist versuchen, andere zu bekehren oder den Islam schlecht machen. Aber niemand darf jemanden hindern, sich zu informieren und zu konvertieren.

    Im Iran gibt es Kirchen samt Glockengeläut und Synagogen samt Sondererlaubnis für die Juden, Wein zu trinken (aber nicht in der Öffentlichkeit).

    Von sunnitischen, oder besonders wahabitischen Gelehrten mag es Fatwas geben, die einen Konvertiten zum Tode verurteilen – hab mich sogar mal mit einem shiitischen Bruder darüber gestritten, der dann meinte, dem folgen zu dürfen. Wobei es sowieso keinerlei Selbstjustiz geben darf.

    Die Scharia ist ja beileibe nicht nur Strafrecht, sondern die gesamte islamische Lebensweise ist Scharia ( ungefähre Übersetzung „Weg zur Quelle“). Zivil- und Strafrecht gehören auch dazu.
    Dazu muss man sagen, dass erstens die Scharia nur in einem Land gelten kann, in dem die Bürger dieses beschlossen haben und entsprechende religiöse Ausbildung haben und dass die schlimmen Körperstrafen mit sehr hohen Voraussetzungen bedacht sind, die normalerweise kaum zu erfüllen sind.

    So muss z.B. beim Ehebruch, von vier absolut unbescholtenen Zeugen, von denen bekannt ist, dass sie niemals gelogen haben, der eigentliche Akt bezeugt werden. Die werden getrennt vernommen und wenn sie sich auch nur in Kleinigkeiten widersprechen, droht ihnen die Todesstrafe.
    Da müsste man es schon auf der Straße treiben – zumal die Privatsphäre geschützt ist und hinterherschnüffeln verboten.

    Ebenso das ständig zitierte „Handabhacken“ : Was wirklich ein Diebstahl ist, ist ebenso mit vielen Voraussetzungen belegt. Z.B. ist Diebstahl aus Hunger nicht strafbar, der Händler darf seine Ware nicht so präsentieren, dass er andere in Versuchung führt u.a., hab nicht alle Voraussetzungen im Kopf.

    Man kann also sagen, dass die Körper- und Todesstrafen abschreckenden Charakter haben.
    Im Unterschied zu anderen Gesellschaften, kann aber z.B. die Familie eines Ermordeten dem Mörder verzeihen – was vor Allah eine große Tat ist – und dann wird er, evtl. gegen Zahlung einer Geldsumme, begnadigt.

    Ich weiß sehr gut, dass es viele vollstreckte Todesurteile gibt, die nicht nach diesen Voraussetzungen gefällt wurden.Aber das ist wieder das, was die Menschen aus dem Gesetz machen und nicht das Gesetz selbst.

    Als „Westlerin“ habe ich natürlich grundsätzlich eher ein Problem mit Körper- und Todesstrafen und würde sagen,dass man diese auch in Haft umwandeln kann. In den traditionell muslimischen Ländern, ist aber eher die Haft als unmenschlich verschrien.

    Die Scharia ist aber kein starres System und wird auch den Zeiten angepasst. Nur: wenn es nicht so ist, können mir auch Vergewaltiger und Drogenhändler nicht leid tun, die solche Verbrechen in diesen Ländern begehen, Die wissen ja in der Regel, was sie riskieren. Und das man Ehe und Familie sehr schützen will, ist ja auch nicht schlecht an sich – zumal es leicht ist, sich scheiden zu lassen und erneut zu verheiraten, wenn es nicht funktioniert (für Frauen etwas schwieriger als für Männer, aber einfacher als bei uns).

    Grüße von Meryem

  15. @meryem

    Vielen Dank für den interessanten Kommentar. Ist wichtig, dass wir aus dieser Richtung etwas mitkriegen, gut, dass Du hier kommentierst. Wenn Du mal einen guten Artikel dazu hast, gib doch mal bescheid, können wir mal verlinken drauf.

    Es gibt auch westliche Staaten, die eigentlich christlich geprägt sind, und die Todesstrafe praktizieren, zb die USA.

    Allerdings bin ich ein völliger Gegner der Todesstrafe und auch von körperlichen Strafen.
    Schlagzeilen gemacht hat ja auch die Verurteilung einer Frau in Malaysia zu 6 Stockhieben, weil sie ein Bier getrunken hat. Was ich allerdings sehr schlimm finde. Aber vermutlich auch eine eher radikale Auslegung der Scharia, nehme ich an, oder was meinst Du ?

    Im Christentum gibt es ja auch alle möglichen Vorstellungen und es wurde sogar dazu mißbraucht, die Kreuzzüge im Mittelalter zu „rechtfertigen“, was ja ziemlich verwerflich ist.

    Generell ist es aber schon so, dass Jesus eine Situationsethik vertritt: Eine Ehebrecherin soll gesteinigt werden. Jesus sagt ihren Anklägern: wer von Euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein. – Keiner wirft logischerweise einen Stein. Sie verschwinden. Nur die Ehebrecherin bleibt zurück. Jesus fragt sie: wo sind nun die, die Dich verurteilen wollten ? Sie sind gegangen. So will auch ich Dich nicht verurteilen. Geh und sündige fortan nicht mehr.

    http://theolounge.wordpress.com/2009/12/22/malaysia-prugelstrafe-fur-ein-bier-video/

    Diese Art von Schuldvergebung finde ich sehr sinnvoll.

  16. Avatar von meryemdeutschemuslima
    meryemdeutschemuslima

    Grüß Gott,
    ich weiß ehrlich gesagt nicht, welche Scharia-Strafen es für den Genuß von Rauschmitteln gibt – im Koran steht meines Wissens nichts dazu, nur dass es verboten ist. Also ist es vermutlich eine Sache des jeweiligen Staates, das zu regeln. Und Malaysia ist ja wohl überwiegend muslimisch, aber hat es ein islamisches Gesetzeswesen? Damit habe ich mich noch nicht beschäftigt. Jedenfalls kann das in einem Land, in dem grundsätzlich Alkohol zu kaufen ist, wohl kaum angewendet werden. Aber dazu müsste man mehr über die Bedingungen wissen.

    Das „der werfe den ersten Stein“ ist nicht so fern von den Scharia-Strafen, wie es aussieht, wenn man alle diese Bedingungen betrachtet. Nur dass Mohammed, s.a.s., im Vergleich zu Jesus, a.s., mehr damit beschäftigt war, ein tatsächlich funktionierendes Staatswesen aufzubauen, das natürlich einen Rahmen braucht. Wenn nämlich kein Jesus, a.s., in der Nähe ist, der die Menschen derartig anspricht, muss es trotzdem Bedingungen geben, nach denen man sich zu richten hat. Und da sind die empfindlichen Strafen für Verleumdung und Falschaussagen wohl doch ein Mittel.

    Wie gesagt, die Realität sieht wohl in vielen Ländern anders aus. Was daran liegt, dass den Menschen nicht klar ist, dass sie vielleicht irdisch davonkommen, aber sich verantworten müssen vor Gott. Und da sind die Konsequenzen bestimmt ganz andere.

    Einen kleinen Überblick über Strafrecht nach Scharia gibt es bei eslam.de: http://www.eslam.de/begriffe/s/strafe.htm

    Da steht auch, dass es durchaus flexibel ist und heute Körperstrafen. auch in Geld oder Haftstrafen umgewandelt werden können. Zumindestens der Iran handhabt das so.
    Und über die Verleumdung steht auch was drin.

    Grüße von Meryem

  17. Avatar von philgeland
    philgeland

    @petersemenczuk
    Ich muss mich – nach längerer virtueller Abwesenheit (es gibt sie noch, die Welt ohne Internetanschluss, vor allem dann, wenn man nicht in Europa lebt und ein paar Tage an der Küste verbringt!) – dafür entschuldigen, dass ich eine Antwort von Dir schlichtweg „übersehen“ habe. Sie bezog sich auf einen kurzen Kommentar zum Alten Testament, ist vom 22. Dezember und wohl im virtuellen Meinungsgetöse untergegangen (ein gutes Beispiel dafür, dass wir zu oft nur das wahrnehmen, was wir wahrnehmen wollen).
    Kurz: ich finde schon, dass uns das AT noch etwas „angeht“. Abgesehen davon, dass es eine Brücke zu den anderen monotheistischen Religionen ist, sehe ich in „ihm“ den Ursprung all dessen, worüber wir hier schreiben. So was kann man nicht ignorieren. Das wäre so, als ob ein Kind seine Eltern verleugnen wollte.
    Frohes Neues Jahr an alle!
    Gruss von Peter

  18. Avatar von philgeland
    philgeland

    @meyrem
    Der Iran scheint mir ein gutes Beispiel dafür zu sein, dass unser Bild von der sogenannten „muslimischen Welt“ ein ziemlich verzerrtes ist. Und damit beziehe ich mich nicht auf die sozialen Unruhen, die dort zur Zeit statt finden und zeigen, dass dieser Staat alles andere als „homogen“ ist. Ich will auch nicht Verbrechen wie politische Verfolgung und Folter herunterspielen. Ganz im Gegenteil.
    Der Punkt ist aber, dass die westlichen Staaten (und damit auch ihre Medien) sehr vorsichtig sein sollten, wenn es darum geht, sich „einzumischen“ oder pauschal zu verurteilen.
    Platt gesagt: letzten Endes kann nur das iranische Volk (schon wieder so ein verallgemeinender Begriff, ich weiss …) über seine eigene Zukunft entscheiden.

  19. Avatar von philgeland
    philgeland

    P. S.
    Flugzeugträger lösen genauso wenig Probleme wie Selbstmordattentate.

  20. Serbus,
    mein Reden – die Iraner sind alles andere als ein geducktes Völkchen und es gibt eine lebhafte Diskussionskultur. So soll es ja auch sein.
    Und niemand hat das Recht sich in deren innere Angelegenheiten einzumischen. Genau das geschieht aber durch ausländische Geheimdienste, die USA machen ja kein Hehl daraus, dass sie alles tun, dort Unruhe zu stiften. Sie verknusen eben nicht, dass dieses Volk eben genau seinen Willen durchgesetzt hat, und den Schah samt seinen amerikanischen Freunden rausgeworfen hat.

    Die Iraner sind ganz gut in der Lage, ihren Staat zu gestalten, was man auch daran sieht, welche Fortschritte das Land trotz aller Schwierigkeiten macht, gerade auch in den Naturwissenschaften (nicht nur in der Atomtechnologie).

    Zu tun gibt es dort noch eine ganze Menge, aber das sollten wir doch den Iranern überlassen.

    Grüße von Meryem

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