
In einer Diktatur ist es ein weit verbreiteter Trugschluss zu glauben, dass nur der Chef sagt, was zu tun ist. Ein solches System ist weit komplexer und perfider. Es funktioniert vielmehr deswegen, weil es auf die aktive oder passive Mitwirkung der Bevölkerung baut.
Der wahre Motor der Unterdrückung ist die Tatsache, dass Menschen oft so aufgehetzt sind, dass sie innerlich Ja zu der Sache sagen und aus Überzeugung mitmachen. Die Machtbasis ruht darauf, dass der Nächste zum Feind wird. Es funktioniert, weil Menschen Menschen bespitzeln, Menschen Menschen einsperren, verfolgen, verurteilen und sogar foltern. Es ist ein brutaler Kreislauf der gegenseitigen Kontrolle und Gewalt, der das System am Leben hält. Ohne diese umfassende Beteiligung der Masse an der Gewaltspirale könnte kein diktatorisches Regime dauerhaft bestehen.



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