
In einer Zeit, in der das Verteidigungsministerium üblicherweise damit beschäftigt ist, Beraterverträge zu unterschreiben oder Hubschrauber beim Rosten zu beobachten, hat die Stiftung Warentest nun ein Machtwort gesprochen. Getestet wurde das Prunkstück der deutschen Marine: die Gorch Fock. Das Einsatzszenario? Ein entspannter Wochenendtrip in die Straße von Hormus.
Die Testergebnisse sind, wie zu erwarten, ernüchternd. In der Kategorie „Abwehr von Anti-Schiffs-Raketen“ schnitt die Barke mit einem glatten „Mangelhaft“ ab. Zwar bietet das massive Eichenholz einen gewissen Schutz gegen Termiten, erweist sich jedoch gegenüber lasergesteuerten Präzisionswaffen als überraschend durchlässig. Auch die Stealth-Eigenschaften ließen zu wünschen übrig: Das Schiff wird auf dem Radar nicht nur erkannt, es sieht dort aufgrund der Segelfläche sogar größer aus, als es eigentlich ist. Ein psychologischer Vorteil, der jedoch verpufft, sobald der Gegner merkt, dass die einzige Bordbewaffnung aus polierten Messingknöpfen und dem strengen Blick des Bootsmanns besteht.
Im Bereich „Asymmetrische Kriegsführung“ gegen iranische Schnellboote konnte die Gorch Fock immerhin durch ökologische Nachhaltigkeit punkten. Während der Feind teures Benzin verbrennt, setzt die Bundesmarine auf 100 % Windkraft. Die Tester merkten jedoch an, dass das Werfen von hartgekochten Eiern aus der Kombüse nur eine bedingte Abschreckungswirkung erzielt. Zudem ist das Einnehmen einer taktischen Formation bei Windstille eher eine meditative Übung als ein militärisches Manöver.
Ein weiterer Kritikpunkt war das Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit Sanierungskosten, für die man andernorts eine kleine Flugzeugträger-Flotte oder zumindest ein funktionierendes Internet in Brandenburg bekommen hätte, ist die Gorch Fock das teuerste schwimmende Holz der Weltgeschichte. Die Stiftung Warentest empfiehlt daher für den Einsatz in Krisengebieten eher die Verwendung von Schlauchbooten – die sind billiger und gehen beim ersten Treffer genauso schnell unter.
Das abschließende Urteil der Experten fällt dennoch versöhnlich aus: Wer Wert auf traditionelles Knotenbinden legt, während um ihn herum die Weltordnung kollabiert, ist hier goldrichtig. Denn eines steht fest: Die Gorch Fock ist unangefochten in der Segelschiffklasse.



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