
Wir leben in einer Welt, in der die Bedeutung von Wörtern oft zweitrangig ist, solange sie professionell klingen. Ein Paradebeispiel hierfür ist die Inflation des Begriffs „Synergien schaffen“. Wenn zwei Unternehmen fusionieren, wird von den wunderbaren Synergien gesprochen, die entstehen werden. Wenn ein Teamleiter seine Mitarbeiter zu einem „Brainstorming“-Meeting einlädt, wird von kreativen Synergien gefaselt.
Was bedeutet es eigentlich, Synergien zu schaffen? Im Grunde geht es darum, dass die Kombination von zwei oder mehreren Dingen ein besseres Ergebnis erzielt, als die Summe ihrer Einzelteile. Das klingt zunächst einmal vernünftig. Doch in der Praxis wird der Begriff oft missbraucht, um von eigentlichen Problemen abzulenken oder um einfach nur wichtig zu klingen.
Ein weiteres beliebtes Instrument in der Welt des Business-Gefasels sind Gesprächsformate. Da gibt es das „Stand-up-Meeting“, das „Scrum-Meeting“, das „All-Hands-Meeting“ und viele mehr. Jedes Format hat seine eigenen Regeln und Rituale, doch am Ende geht es oft nur darum, viel zu reden und wenig zu erreichen.
Besonders beliebt sind Kombinationen aus beiden Begriffen. Wenn es zum Beispiel heißt: „Wir müssen die Gesprächsformate optimieren, um Synergien zu schaffen„, dann weiß man, dass man sich auf eine lange, langweilige und ineffektive Diskussion einstellen kann.
Natürlich gibt es auch Situationen, in denen Synergien tatsächlich geschaffen werden können und in denen Gesprächsformate sinnvoll sind. Doch in den meisten Fällen handelt es sich einfach nur um hohle Phrasen, die dazu dienen, die eigene Unfähigkeit zu kaschieren oder um sich selbst wichtig zu machen.
Wenn Sie das nächste Mal das Wort „Synergien schaffen“ oder „Gesprächsformat“ hören, seien Sie skeptisch. Fragen Sie sich, was damit tatsächlich gemeint ist und ob es sich nicht nur um leeres Gerede handelt.



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