Das Rätsel des Bewusstseins | Drei Antworten

Was ist das Bewusstsein? Der Mensch steht nach wie vor vor einem Rätsel. Man kann aber auf drei Arten an dieses Rätsel herangehen.

Vorab muss man erwähnen, dass der Mensch nur die Möglichkeit hat, mit Logik an dieses Rätsel heranzugehen. Ob die Logik aber letztlich das geeignete Instrument ist, um dieses Rätsel lösen zu können, ist fraglich. Ein anderes Instrument haben wir aber kaum.

Man könnte noch mit dem Gefühl an dieses Thema herangehen, welches dann für einen allerdings sehr subjektiv ist. Durch das Gefühl mag man selbst eine Sache für sich als Wahrheit erkennen, allerdings lässt sich dann schwer darüber diskutieren, weil Gefühle eben subjektiv sind. Zwar kann das Gefühl möglicherweise tatsächlich die Wahrheit richtig abbilden, aber wie schon gesagt, die Sache ist subjektiv.

Es gibt in wohl die folgenden drei Möglichkeiten, wie man versuchen könnte, das Bewusstsein zu erklären.

1. Materieller Monismus

Monismus bedeutet, dass es nur eine Entität gibt, die für alles zuständig ist, Dualismus sieht zwei unterschiedliche Entitäten vor.

Manche Menschen denken die Welt rein materialistisch, so als sei sie aus kleinsten Kieselsteinen zusammengesetzt. Sie meinen damit die Atome und ihre noch kleineren Teilchen.

In einer solchen Vorstellung ist allerdings kein Raum für Bewusstsein. Ein System aus kleinsten Kieselsteinchen, das man sich ebenso gut aus kleinsten Zahnrädchen vorstellen könnte, mag in sich durchaus funktionieren, aber wo soll dort Raum für Bewusstsein sein? Reiner Materialismus kommt ohne eine geistige Ebene aus. Aber eine fehlende geistige Ebene bedeutet, dass Bewusstsein nicht existieren kann, denn wo sollte es stecken?

2. Ein Dualismus von Materie und Geist

Man könnte sagen, die Dinge, die wir wahrnehmen können, sind im Prinzip rein materialistisch angelegt. Da wir aber eben festgestellt haben, dass es in einer solchen Welt kein Bewusstsein geben kann, müsste man eine geistige Ebene postulieren. Die Frage wäre allerdings, wo der Übergang zwischen geistiger und materieller Ebene stecken soll. Diesen Übergang findet man kaum. Wie sollte man auch?

3. Geistiger Monismus

Dieses Konzept geht davon aus, dass es nur Geist gibt.

Bewusstsein ist in dieser Vorstellung gewissermaßen der Urgrund allen Seins. Dieses Bewusstsein erschafft alles und durchdringt alles. Es manifestiert sich in Lebewesen, wird aber nicht durch diese Lebewesen hervorgerufen, sondern ist unabhängig davon existent, genauer genommen bereits präexistent.

Es bezieht gewissermaßen Wohnung in Lebewesen als Teil des großen Bewusstseins und denkt fortan in den Kategorien dieses Lebewesens, vermutlich also innerhalb der Hirnstrukturen, an die es sich zeitweise während seiner irdischen Lebenszeit bindet.

Dieses monistische Konzept ist eigentlich das einzige, mit dem man aus logischer Sicht das Bewusstsein erklären kann. Man versteht zwar trotzdem nicht, was es eigentlich ist, dieses Bewusstsein, aber man kann logisch herleiten, weshalb es existieren kann, ja existieren muss.

Das Bewusstsein ist also nichts, was durch irgendwelche materiellen Teilchen, wie in den beiden vorigen Punkten erläutert wurde, hervorgerufen wird, sondern es ist genau umgekehrt: Es ruft all die Dinge, die wir wahrnehmen können, erst in Existenz.

Folgt man dem Konzept dieses geistigen Monismus, so kann man hier natürlich noch weiter theoretisch hinterfragen, was es damit auf sich hat. Hier können philosophische Konzepte ansetzen, ebenso theologische.

Philosophische würden womöglich die Gottesfrage ausklammern, polytheistische theologische Konzepte würden hier als Urgrund allen Seins mehrere Götter annehmen, monotheistische Konzepte wie diejenigen des Judentums, Christentums und Islams würden einen einzigen Gott im Hintergrund annehmen.

Diesen Gott kann man, wenn wir ihn uns beispielhaft nun monotheistisch denken, dann theologisch unterschiedlich interpretieren: Deistisch beispielsweise, also als einen Gott, der zwar alles in Existenz gerufen hat, sich aber fortan aus der Welt heraushält, oder beispielsweise christlich als einen Gott, der in dieser Welt durchaus weiterhin zu finden ist, wie sich exemplarisch an exponierter Stelle an seinem Auftreten in Jesus deutlich machen lässt.

Aber was man auch immer für Theorien auf dieses Konzept des geistigen Monismus aufsetzt, scheint dieser, auch, wenn wir uns das schwer vorstellen können, das einzige Konzept zu sein, in welchem es schlüssig Bewusstsein geben kann.

Denn man hat in diesem Konzept nicht das Problem, zu erklären, wie aus toter Materie Bewusstsein entsteht und wo es stecken soll, sondern das Bewusstsein ist a priori der Urgrund allen Seins, innerhalb dessen sich dann Dinge, die uns materiell erscheinen, manifestieren.

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