Dein Kopfkino will dich killen

Ich behaupte jetzt mal etwas, das dein nächstes nächtliches Zittern im Bett komplett verändern wird: Wer keine Angst hat, hat einfach zu wenig Fantasie.

Denk mal darüber nach. Wenn du nachts durch eine dunkle Gasse gehst und absolut tiefenentspannt bist, dann ist dein Gehirn in diesem Moment wahrscheinlich ziemlich unkreativ. Du siehst nur nackten Beton und Straßenlaternen. Aber wenn dein Puls plötzlich auf 180 geht, weil du hinter jedem Müllcontainer einen hungrigen Werwolf vermutest? Dann läuft deine kreative Engine gerade auf Hochtouren.

Genau aus diesem Grund bin ich felsenfest davon überzeugt, dass Stephen King einer der ängstlichsten Menschen auf dieser Welt sein muss. Wie sonst sollte jemand auf die Idee kommen, einen mörderischen Clown in der Kanalisation zu platzieren oder ein ganzes Hotel durchdrehen zu lassen? Er erfindet diese Monster nicht, weil er so mutig ist. Er erfindet sie, weil seine eigene Fantasie ihm im Alltag wahrscheinlich ununterbrochen die schlimmsten Horrorszenarien vorgaukelt. Um nicht verrückt zu werden, schreibt er sie auf und verdient damit Millionen. Seine Angst ist sein kreativer Treibstoff.

Wie diese Dynamik in der Realität aussieht, zeigt das folgende atmosphärische und etwas gruselige Tanzvideo von Luna und Lem, das du dir unbedingt anschauen musst. 

In diesem Clip sehen wir die beiden barfuß auf einem nebligen Waldweg [00:00]. Luna, unser düsteres Vampirmädchen [00:03], tanzt völlig unbeschwert und tiefenentspannt durch die Dunkelheit. Sie verkörpert quasi die dunkle Fantasie selbst. Lem dagegen ist das perfekte Beispiel für jemanden, dessen Kopfkino ihn völlig fertigmacht.

Als Luna versucht, ihn zu beruhigen und sagt: „Relax Lem, just feel the forest’s heartbeat“ [00:13], bringt er nur ein panisches „I’m trying, Luna, but something’s watching us!“ [00:15] heraus. Und das Beste daran ist, dass er verdammt noch mal recht hat. Hinter den Bäumen lauern tatsächlich unheimliche, blasse Gestalten, die sich im Takt ihrer Schritte bewegen. Während Luna die Situation genießt, ist Lems Panik absolut real. Seine Fantasie warnt ihn vor der Gefahr, lange bevor das Unheil zuschlägt.

Warum wir unsere Angst feiern sollten

Am Ende zeigt uns das doch eines ganz deutlich: Angst ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Beweis für ein extrem lebendiges Gehirn. Wer Angst hat, denkt weiter. Wer Angst hat, sieht die unsichtbaren Gefahren und malt sich die verrücktesten Geschichten aus.

Wenn du das nächste Mal alleine im Dunkeln bist und ein leises Knacken hörst, mach dir also nicht direkt ins Hemd. Feiere deine Kreativität. Vielleicht schlummert in dir ja der nächste große Horror-Autor – du musst deine Schreckgespinste nur noch aufschreiben.


Entdecke mehr von god.fish

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

1 Arbeit Architektur Bayern Berlin Beziehung Beziehungen Bibel Bilder blau Blumen Christen Christentum Corona Coronavirus demokratie Details Deutschland Donald Trump EKD Essay Essen Ethik EU Europa Evangelisch Farben Flüchtlinge Fotografie Fotos frieden funny.casa Gedanken Gedichte gelb Gemeinde Geschichte Gesellschaft Gesundheit Glaube Gott grün Herbst Highlight Hoffnung Humor Impressionen italien Jesus Jesus.casa Katholisch kinder Kirche Klimaerwärmung krankheit Krieg Kultur Kunst Leben Lebenshilfe Liebe Medien menschen Menschenrechte Musik Musikgeschichte münchen München inside Nachgedacht Nato Natur neu Olaf Scholz Ostern Pandemie philosophie photography Politik Psychologie Putin Religion Russland Satire Sprache sunshine.casa Theologie Tod Toleranz Ukraine Universum Urlaub usa verantwortung video Weihnachten winter Wirtschaft yellow.casa Zivilcourage Zukunft


Kommentare

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von god.fish

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen