
Donald Trump hat ein neues Sicherheitsrisiko für die USA ausgemacht: kanadischen Rauch. Weil im Nachbarland die Wälder brennen und der Wind sich partout nicht an die amerikanischen Landesgrenzen halten will, zieht dicker Qualm über Manhattan. Trumps messerscharfe Logik für diesen Zustand: Wer raucht, der zahlt.
Der US-Präsident droht dem kanadischen Premierminister Mark Carney nun mit saftigen Strafzöllen. Die Begründung ist von einer fast schon genialen Schlichtheit. Kanada vernachlässige schlichtweg die Pflege seines Gestrüpps. Man müsste die Millionen Hektar Wildnis eben einfach mal ordentlich durchfegen und den Waldabfall wegräumen, dann brennt da auch nichts. Dass ein Teil des Rauchs aktuell nachweislich aus dem US-Bundesstaat Minnesota stammt, geschenkt. Solche Details stören nur das schöne Feindbild.
Die eigentliche Überraschung bei dieser Geschichte ist jedoch Trumps plötzliche, tiefe Liebe für saubere, gesunde Luft. Der Mann, dessen bisherige Umweltpolitik eher auf dem Prinzip „Bohren, bis die Schwarze Schwarte kracht“ basierte, mutiert nun zum strengen Öko-Aufseher. Das Ganze funktioniert natürlich nur mit zweierlei Maß: Wenn die USA tonnenweise Schadstoffe in die Atmosphäre jagen, ist das freie Marktwirtschaft. Wenn Kanadas Fichten brennen, ist das völlig inakzeptable Luftverschmutzung.
Ontario-Premierminister Doug Ford schlug bereits vor, die USA sollten lieber Löschhilfe schicken statt Drohungen auszusprechen. Aber warum sollte man Brände bekämpfen, wenn man sie auch einfach versteuern kann?
Die logische Konsequenz
Man darf gespannt sein, welche Naturphänomene Washington als Nächstes auf dem Kieker hat. Logisch wären Strafzölle auf die Sonne, weil sie im Sommer unverschämt heiß scheint, oder eine Klage gegen den Atlantik wegen illegaler Grenzüberschreitung von Regenwolken.
Quelle ZEIT



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