
Morgenstund hat Gold im Mund.
Nicht als Sprichwort, sondern als Temperatur.
Die Fenster stehen offen, die Nacht gibt noch etwas zurück von ihrer Geduld.
Die Luft ist kühl genug, um tief einzuatmen, ohne gegen die Hitze anzudenken.
Ein paar Vögel schreiben ihre Nachrichten in den Himmel, noch bevor die Stadt den ersten Motor startet.
Später werden es sechsundzwanzig Grad sein. Ein Sommertag, der nicht gleich mit der Tür ins Haus fällt.
Man lernt, solche Morgen nicht zu übersehen.
Sie sind keine Sensation. Nur ein stilles Versprechen, dass Gelassenheit manchmal schon vor dem Frühstück beginnt.
Vielleicht ist das das eigentliche Gold: nicht Besitz, nicht Glanz, sondern eine Stunde, die niemand drängt und die den Tag freundlich eröffnet.



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