Die Fußball-WM in der Bibel

    In jener Zeit hatte sich im fernen Nordamerika „eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen“ (Offb 7,9) versammelt; auch „ein bestimmtes heimtückisches Volk“ (Est 3,13) war mit dabei. Die FIFA „veranstaltete dort ein Trinkgelage, wie es die jungen Leute zu machen pflegen“ (Ri 14,10). Übrigens: „Das Gewicht des Goldes, das alljährlich bei“ der FIFA „einging, betrug sechshundertsechsundsechzig Goldtalente“ (1 Kön 10,14), umgerechnet 333 Millionen Schweizer Franken. Sie saß gerne in Zürich, die FIFA. „Der Herr des Landes“ (1 Mo 42,30) war ihr seit langem der „gute Verwalter“ (1 Petr 4,10), denn ihr „gewährte er einen Steuererlass“ (Est 2,18).

    Der Bundestrainer, der schon „seit vielen Jahren“ (Apg 24,10) ohne „Balak plante“ (Mi 6,5) und wegen der zahlreichen „jungen Männer“ (Jos 6,23) in den „eigenen Reihen“ (1 Mak 10,37) etwas „unsicher geworden war“ (Apg 27,9), dachte „des Nachts“ (Spr 31,18): „Befrei mein Herz von der Angst, führe mich heraus aus der Bedrängnis!“ (Ps 25,17). Denn gleich „im Anfang“ (1 Mo 1,1) sollte es zum Duell „David“ (1 Sam 17,12) gegen „Goliat“ (1 Sam 17,4) kommen: Deutschland gegen Curaçao.

    Am Spieltag, schon „im Stadion“ (1 Kor 9,24) „sagte Kain zu seinem Bruder Abel: Gehen wir aufs Feld! Als sie auf dem Feld waren, griff Kain seinen Bruder Abel an“ (1 Mo 4,8). Der war überrascht, doch „zur Abwehr entschlossen“ (4 Mo 20,20). Es war eine starke Abwehr: „zehntausend ausgewählte Männer“ (Ri 20,34). „Dazu die Torwächter: Akkub, Talmon und ihre Brüder“ (Neh 11,19). Doch als Musiala den Ball „eroberte“ (Jos 10,28), fragten sie alle „voll Angst“ (1 Sam 13,7): „Wer ist der Mann dort, der uns auf dem Feld entgegenkommt?“ (1 Mo 24,65) Und auch die neutralen Zuschauer „wunderten sich über die Maßen“ (Mk 7,37): „Wer ist der Mann, der den Kampf […] aufnimmt?“ (Ri 10,18)

    Das Spiel ging hin und her, rauf und runter, „von Tor zu Tor“ (2 Mo 32,27). Die Stimmung auf der Tribüne war großartig: „Heman und Jedutun hatten Trompeten und Zimbeln“ (1 Chr 16,42). Es war die 63. Spielminute, „als Esau erschöpft vom Feld kam“ (1 Mo 25,29). Kurz darauf „wurde David müde“ (2 Sam 21,15). Zu allem „Überfluss“ (Phil 4,18) kam dann auch noch „Pech“ (Jes 34,9) hinzu, denn „Ahasja […] hatte sich verletzt“ (2 Kön 1,2); gerade noch „auf den Flügeln des Sturmes“ (Ps 104,3), riet ihm der Mannschaftsarzt jetzt, „er bade seinen Fuß in Öl“ (5 Mo 33,24).

    Da sprach der Bundestrainer: „Es freut mich, dass Stephanas, Fortunatus und Achaikus zu mir gekommen sind; sie sind mir ein Ersatz für euch“ (1 Kor 16,17). Und er wusste, dass er nun nicht mehr „auswechseln“ (3 Mo 27,10) konnte, auch nicht, wenn das Spiel (einschließlich Nachspielzeit) „zwei Tage dauerte oder einen Monat oder noch länger“ (4 Mo 9,22).

    „Einige Zeit später“ (1 Mo 40, 1) beschwert sich Musiala beim Schiedsrichter: „Er, der im Sturm mich niedertritt, ohne Grund meine Wunden mehrt“ (Hi 9,17), grätscht mir zwischen die Beine, als wolle er meinen „ganzen Besitz mit harten Schlägen treffen“ (2 Chr 21,14). Ich könnte „heulen vor Verzweiflung“ (Jes 65,14)! „Da erwiderte er […]: Mein Freund, dir geschieht kein Unrecht“ (Mt 20,13).

    Die Fans auf der Gegentribüne „erhoben sich von ihrem Platz und schauten“ (1 Mo 18,16) ziemlich „begeistert“ (2 Mak 8,27), denn Musiala kann noch einmal den Ball „ans Tor bringen“ (5 Mo 22,15). Doch was für ein „verheerender Sturm“ (Jes 28,2): „Die Männer“ (1 Mo 18,16) „fielen, noch bevor sie das Tor erreicht hatten“ (Ri 9,40). Klare Sache: „Schwalbe“ (Spr 26,2)! Kein Elfmeter! Da war eindeutig „Lüge im Spiel“ (2 Mo 23,7).

    „Nicht Siegesgeschrei, auch nicht Geschrei nach Niederlage ist das Geschrei, das ich höre“ (2 Mo 32,18), meint der Kommentator – es riecht nach Verlängerung. Doch dann: „Der Frevler […] zielt“ (Ps 7,13) „zum dritten Mal“ (1 Sam 3, 8) – und: „an den Torpfosten“ (2 Mo 21,6)! Nachschuss! Der „geht durch das enge Tor“ (Mt 7,13), „4000 Torwächter“ (1 Chr 23,5) sind chancenlos!

    Unhaltbar – da lag „die ganze Weisheit Salomos“ drin (1 Kön 10,4). Wahnsinn! „Wahnsinn befällt dich bei dem Anblick, der sich deinen Augen bietet“ (5 Mo 28,34). Schlusspfiff – „das ist der Sieg“ (1 Joh 5,4)! „Das ganze Volk erhob ein lautes Jubelgeschrei“ (Esr 3,11). Rund ums Stadion und in der Fan-Zone war danach richtig was los, die Menschen „freuten sich dort gar sehr“ (1 Sam 11,15), unter anderem bei einer vom Management der DFB-Fanbetreuung spontan organisierten Polonaise: „Die Sänger gehen voran, am Ende die Spielleute, in der Mitte die Jungfrauen, die da Pauken schlagen“ (Ps 68,26). Ganz vorne: „Salomo“ (1 Kön 1,53). Eine ZDF-Reporterin „kam, um ihn mit Rätselfragen auf die Probe zu stellen“ (1 Kön 10,1); „Salomo gab ihr Antwort auf alle Fragen“ (1 Kön 10,3).

    ZDF-Reporterin. Salomo – „Auf dem langen Weg bist du müde geworden, aber du hast nie gesagt: Es ist umsonst! Immer wieder hast du neue Kraft gefunden!“ (Jes 57,10)

    Salomo. Ja, sicher. Eine WM is ja nur alle vier Jahre. Da muss man alles geben.

    ZDF-Reporterin. Jetzt, „nach dem Sieg“ (1 Mo 14,17). Reicht’s für den „Titel“ (1 Mak 11,57)?

    Salomo. Ja, sicher. Eine WM is ja nur alle vier Jahre. Da muss man alles geben.

    ZDF-Reporterin. Dennoch: Die Bedingungen sind „sehr hart“ (2 Sam 2,17). Der Bundestrainer kam vorhin zu mir und meinte, dass ihm „die Kleider vor Hitze glühen“ (Hiob 37,17). Wie war’s unten auf dem Platz?

    Salomo. Ja, sicher. „Die Sonne geht auf und ihre Hitze versengt das Gras“ (Jak 1,11). Aber eine WM is nur alle vier Jahre. Da muss man alles geben.

    ZDF-Reporterin. Letzte Frage: Was macht das Knie? Im Spiel nix passiert?

    Salomo. Da kann immer was passieren, „wenn Männer in Streit geraten und einer den andern […] verletzt, sodass er zwar nicht stirbt, aber bettlägerig wird“ (2 Mo 21,18). Aber eine WM is nur alle vier Jahre.

    ZDF-Reporterin. Da muss man alles geben?

    Salomo. Ja, sicher.

    ZDF-Reporterin. Danke, Salomo.

    Salomo. Bidde.

    Josef Bordat


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