Scharia – von den Anfängen bis zum modernen Rechtsstaat

Der Begriff Scharia umfasst heute ein weites Spektrum von Bedeutungen. Es reicht von der Grundbedeutung eines Weges in Richtung auf ausgewogene, menschenwürdige und die Schöpfung erhaltende Gerechtigkeit über ein in einer gegebenen Zeit und Region real existierendes Rechtssystem bis zu Bruchstücken von Ritual, Familienrecht und Strafrecht. Besonders Letzteres wird oft instrumentalisiert und sorgt für Schlagzeilen.“ > mehr.

Bild:hazy jenius ,flickr.com


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Kommentare

34 Kommentare zu „Scharia – von den Anfängen bis zum modernen Rechtsstaat“

  1. @kalari

    Es gibt in der Bibel auch viel Gewalt. Die Frage ist, wie man sie auslegt. Jesus sagt einmal, er sei nicht gekommen, um irgendeinen kleinsten Buchstaben des Gesetzes außer Kraft zu setzen. Gleichwohl wird jedoch das Christentum als Ende der Gesetzesreligionen gesehen, weil Jesus auch anderes beinhaltet – dass nämlich Gott auf den Menschen zukommt.

    Es kommt sehr darauf an, wie Schriften ausgelegt werden. Es bringt nichts, immer darauf rumzureiten, dass AUCH Gewalt im Koran vorkommt. Wichtig ist, wie sie ausgelegt wird im akutellen Kontext.
    Denn die Bibel enthält auch ein ganzes Sammelsurium an Gewalt:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gewalt_in_der_Bibel

    http://www.zentrum-oekumene-ekhn.de/205.0.html

  2. Avatar von kalari

    … auch keine inhaltlichen Antworten, sondern Gegenfragen

  3. Avatar von Daniel

    Kalari, was genau ist denn Deine Frage und inwiefern ist sie nicht beantwortet.

    Die ständige Festellung dass man Dir nicht antwortet ohne konret zu benennen was Dir fehlt ist nicht sehr konstruktiv.

    Die einzige Frage die ich von Dir in diesem Thread gefunden habe halte ich von theolounge für ausreichend beantwortet. Wenn Du das anders siehst musst Du konkreter werden.

  4. Avatar von kalari

    Die Fragen sind schon im vorhergehenden Islamartikel konkret gestellt und den beiden mitdiskutanten bewusst

  5. Ich bin der Meinung, dass ich die Frage(n) beantwortet habe.

  6. […] Scharia – von den Anfängen bis zum modernen Rechtsstaat […]

  7. Avatar von khalidbinrhubalkhali
    khalidbinrhubalkhali

    Meine sicherlich sehr anspruchsvolle Empfehlung an alle, die sich zu diesem Thema äußern:

    Lesen Sie das Neue Testament und fertigen Sie ein Psychogramm Jesu an. Lesen Sie aber bitte das gesamten Neue Testament und nicht nur Teile daraus.

    Danach oder auch davor lesen Sie den Qur’an und die Hadithen und fertigen Sie ein Psychogramm des Propheten Mohammads an. Lesen Sie aber bitte den gesamten Qur’an und nicht nur Teile daraus.Beachten Sie dabei, welche der Suren zur Zeit der Machtlosigkeit in Mekka und welche nach Erlangung von Macht in Medina offenbart wurden.

    Leider gibt es – soweit mir bekannt ist – nur gezielt ausgewählte Hadithen in deutscher Sprache. Es lohnt sich aber, die Sammlungen etwas gründlicher zu studieren (z.B.) in der englischen Übersetzung. Ohne eine umfangreiche Sammlung der Hadithen können Sie sich kein richtiges Bild machen.

    Wenn Sie dieses Studium absolviert haben, würde ich gern mit Ihnen weiterdiskutieren.

    Um meinen Standpunkt allerding hier nach diesem mühsehligen Studium klarzulegen: Der Islam ist für mich nach Vergleich der Psychogramme unannehmbar.
    Es grüßt Sie
    Khalid bin Rhub al Khal

  8. Hmmm – er muss für Sie auch nicht annehmbar sein. Es geht mehr darum, in Dialog zu treten und auf beiden Seiten (Christen – Islam) eine zu scharfe Polemisierung zu vermeiden, denke ich.

    Und gut ist es, wenn man es schafft, das Verbindende zu betonen – als Schutz vor Scharfmachern auf beiden Seiten.

  9. Avatar von khalidbinrhubalkhali
    khalidbinrhubalkhali

    Mein Kommentar zielte auf die Scharia, nicht auf meine religiöse Auffassung. Ich wollte über die Scharia diskutieren; das aber mit Menschen die über die notwendigen Kenntnis verfügen.

    Die Scharia! Das Wort verleitet viele Nicht-Moslems dazu, anzunehmen, es handele sich hier um ein Gesetzeswerk, ähnlich den westlichen Rechtsbüchern.
    Das ist grundlegend falsch.

    Die Scharia ist aus dem Qur’an und der Sunna, also aus dem Leben und den Taten des Propheten des Islam abgeleitet. Daher sollte man dessen Leben und Taten mittels der Ahadith und dem Qur’an sehr genau studieren, wenn man über die Scharia reden will. Das wird im Artikel oben auch genau beschrieben.

    .Ich zitiere aus dem Beitrag „Scharia ……..
    „Demnach war islamisches Recht nie ein abstraktes, anonymes Paragraphenrecht. Immer hatte ein Richter die Lebensumstände und den Gesamtzusammenhang mit einzubeziehen. “

    Das hört sich zunächst schön an, führt in der Praxis aber zu einer enormen Bandbreite von Auslegungen, trotz des Vesuches von al Azar und anderer Institutionen, etwas Ordnung in das System zu bringen

    Da die Scharia eben kein kodifiziertes, normiertes Recht ist, was in dem Artikel als Vorteil angesehen wird, öffnet es der Willkür einen breiten Spielraum. Die Scharia ist eben kein „Recht“ nach westlichem Verständnis.

    Nach dem Qur’an Sure 5 Vers 46 wird z..B. unmißverständlich gefordert: „Wir hatten ihnen darin (Thora) vogeschrieben: Auge um Auge, Nase um Nase, Ohr um Ohr, Zahn um Zahn, und für alle anderen Verletzungen billige Vergeltung. Wer aber darauf Verzicht tut, dem soll das eine Sühne sein; und wer nicht nach dem richtet, was Allah hinabgesandt hat – das sind die Ungerechten.“

    Wie die Restauration im Iran gerade wieder zeigt, kann unter wörtlichem Bezug auf den Qur’an und die Ahadith (also auf die Sunna) eine Rechtsprechungs-Tradition, die nicht wie westliche Rechtssysteme kodiert ist, jederzeit ad hoc geändert werden. So ist die Einführung der Kreuzigung als Strafe jederzeit wieder möglich (übrigens ist in Saudiarabien in jüngster Zeit ein solches Urteil erlassen worden).

    Die Scharien (gemeint ist die Mehrzahl von Scharia) müßten also erst einmal in normiertes, kodifiziertes Recht überführt werden, bevor sie für westliche Rechtsauffassungen überhaupt diskutierbar sind. Dafür gibt der hier zur Diskussion stehende Artikel aber keinerlei Hinweise.

    Bedenken Sie auch, daß der von Ihnen verwendete Ausdruck „Scharfmacher“ auf christlicher Seite schon viel berechtigte Kritik abgewürgt hat. Kitik ist berechtigt, wenn sie sachlich ist. Dazu sind aber die von mir geforderten Studien unabdingbar.

    Es interessieren mich nur die Schlüsse, die Menschen aus solchen Studien ziehen.

    Es grüßt Sie
    Khalid bin Rhub al Khali

  10. Danke für die ausführlichen Ausführungen.
    Ich bin 1,5 Wochen kaum erreichbar, kann im Moment nicht kommentieren. Vielleicht steigt wer anders in die Diskussion ein. Sonst tu ich das danach gerne !

  11. Avatar von khalidbinrhubalkhali
    khalidbinrhubalkhali

    Ich hoffe, Sie studieren immer noch den Qur’an und die Hadithen. Sollte das der Fall sein, können Sie natürlich auch nicht umgehend antworten. Um Ihnen einen kleinen Anreiz zu geben, die mögliche Bandbreite der Scharia einschätzen zu können, führe ich Ihnen drei aus vielen Hadithen mit ähnlichem Inhalt an (Die Hadithen von Sahi Bukhari gelten unter Muslimen als authentisch). Bitte keine platte Antwort: „Aber die Bibel…. “ Die ist nämlich nicht mehr Grundlage unserer Rechtsprechung.
    Für die Scharia sind die Hadithen ab eine wichtige Quelle der Rechtsprechung.

    Sahih Bukhari, Book 84:
    Dealing with Apostates

    Volume 9, Book 84, Number 57:
    Narrated ‚Ikrima:

    Some Zanadiqa (atheists) were brought to ‚Ali and he burnt them. The news of this event, reached Ibn ‚Abbas who said, „If I had been in his place, I would not have burnt them, as Allah’s Apostle forbade it, saying, ‚Do not punish anybody with Allah’s punishment (fire).‘ I would have killed them according to the statement of Allah’s Apostle, ‚Whoever changed his Islamic religion, then kill him.’“
    ——————————————————————————–
    Volume 9, Book 84, Number 58:
    Narrated Abu Burda:

    Abu Musa said, „I came to the Prophet along with two men (from the tribe) of Ash’ariyin, one on my right and the other on my left, while Allah’s Apostle was brushing his teeth (with a Siwak), and both men asked him for some employment. The Prophet said, ‚O Abu Musa (O ‚Abdullah bin Qais!).‘ I said, ‚By Him Who sent you with the Truth, these two men did not tell me what was in their hearts and I did not feel (realize) that they were seeking employment.‘ As if I were looking now at his Siwak being drawn to a corner under his lips, and he said, ‚We never (or, we do not) appoint for our affairs anyone who seeks to be employed. But O Abu Musa! (or ‚Abdullah bin Qais!) Go to Yemen.’“ The Prophet then sent Mu’adh bin Jabal after him and when Mu’adh reached him, he spread out a cushion for him and requested him to get down (and sit on the cushion). Behold: There was a fettered man beside Abu Muisa. Mu’adh asked, „Who is this (man)?“ Abu Muisa said, „He was a Jew and became a Muslim and then reverted back to Judaism.“ Then Abu Muisa requested Mu’adh to sit down but Mu’adh said, „I will not sit down till he has been killed. This is the judgment of Allah and His Apostle (for such cases) and repeated it thrice. Then Abu Musa ordered that the man be killed, and he was killed. Abu Musa added, „Then we discussed the night prayers and one of us said, ‚I pray and sleep, and I hope that Allah will reward me for my sleep as well as for my prayers.’“

    Volume 8, Book 82, Number 825:
    Narrated Abdullah bin Umar:

    The jews came to Allah’s Apostle and mentioned to him that a man and a lady among them had committed illegal sexual intercourse. Allah’s Apostle said to them, „What do you find in the Torah regarding the Rajam?“ They replied, „We only disgrace and flog them with stripes.“ ‚Abdullah bin Salam said to them, ‚You have told a lie the penalty of Rajam is in the Torah.‘ They brought the Torah and opened it. One of them put his hand over the verse of the Rajam and read what was before and after it. Abdullah bin Salam said to him, „Lift up your hand.“ Where he lifted it there appeared the verse of the Rajam. So they said, „O Muhammad! He has said the truth, the verse of the Rajam is in it (Torah).“ Then Allah’s Apostle ordered that the two persons (guilty of illegal sexual intercourse) be stoned to death, and so they were stoned, and I saw the man bending over the woman so as to protect her from the stones.

    Vielleicht schauen Sie sich den Beitrag Scharia – von den Anfängen …….. daraufhin noch einmal an.

    Frohe Weihnacht
    Khalid

  12. Hmmm. Wenn Sie wollen, können Sie hier gern auch Artikel mitschreiben und uns einsenden. Wichtig wäre, sie im Sinne der interreligiösen Verständigung zu schreiben. Sie können auch nachschauen unter „mitmachen“ ganz oben auf der Seite.

    Zu den Auszügen hier: ich lehne jede radikale Art von Religionsfanatismus ab – erst recht, wenn unter dem Deckmantel der Religion Menschen um ihr Leben kommen. Ich denke, es gibt im Islam viele unterschiedliche Strömungen.

    Die Hadithe studiere ich natürlich nicht, weil ich die Zeit gar nicht finde dazu, auch, wenn mich die Sache interessieren würde. Ich muss mich auf Berichterstattungen verlassen, die das Ganze bündeln und im Überblick bringen, anders geht es nicht.

  13. Avatar von khalidbinrhubalkhali
    khalidbinrhubalkhali

    Zitat——>Zu den Auszügen hier: ich lehne jede radikale Art von Religionsfanatismus ab – erst recht, wenn unter dem Deckmantel der Religion Menschen um ihr Leben kommen. Ich denke, es gibt im Islam viele unterschiedliche Strömungen.
    ——————————————————————–
    Da stimme ich Ihnen zu. Auch ich lehne scharf jede Art von Religionsfanatismus ab. Um aber die Fanatiker von denjenigen zu unterscheiden, denen es ehrlich um gleichberechtigte Verständigung geht und um diese ausgleichenden Kräfte der Konfessionen zu bestärken, bedarf es einiger Kenntnisse.

    Dieser Blog beschäftigt sich mit der Scharia. Um diese zu verstehen, muß man die Grundlagen für diese religiös fundamentierte Rechtsprechung kennen. Die Scharia bezieht sich auf den Qur’an und die Sunna. Wenn man die nicht kennt, sollte man lieber nicht darüber diskutieren.

    Ich selbst verlasse mich nicht auf „bündelnde Berichterstattung“. Was würden Sie denn von einer „bündelnden Berichterstattung“ für nicht-christliche Diskutanden zum Neue Testament“ halten?

    Nicht umsonst haben einige arabische Länder die Scharia für Teilbereiche der Rechtsprechung außer Kraft gesetzt und verwenden statt dessen z.B. das englische Recht.

    Man muß begreifen, daß die „westlichen “ Rechtssysteme heute eine im wesentlichen nichtreligiöse Basis haben, was ja nicht selten sogar von christlichen religiösen Fanatikern beklagt wird.

  14. Ja, ich habe auch nichts gegen eine säkularen Staat. Er kann am besten die Religionsfreiheit garantieren, denke ich.

    Ich kann leider nicht als Insider über den Islam berichten, halte es aber für wichtig, die liberalen Sichtweisen zu unterstützen.

    Genauso wie die liberalen christlichen und jüdischen Sichtweisen. Aber ich kann leider nicht Islamexperte werden, dafür ist mein Leben zu kurz und meine Zeit zu knapp. Wenn Sie drüber differenziert berichten wollen und können,könnten Sie das gern tun auf der theolounge. Aber es geht hier darum, die positiven Sichtweisen zu fördern, und weniger, die ganzen schlimmen Verästelungen, die es in eigentlich jeder Religion gibt, zu thematisieren. Denn was wir schreiben, wirkt auch auf viele Leser. Drum ist es gut, wenn wir das Verbindende betonen – denn es könnte das Handeln vieler Menschen bestimmen. Eventuell. Oder – hoffentlich.

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