Scharia – von den Anfängen bis zum modernen Rechtsstaat

Der Begriff Scharia umfasst heute ein weites Spektrum von Bedeutungen. Es reicht von der Grundbedeutung eines Weges in Richtung auf ausgewogene, menschenwürdige und die Schöpfung erhaltende Gerechtigkeit über ein in einer gegebenen Zeit und Region real existierendes Rechtssystem bis zu Bruchstücken von Ritual, Familienrecht und Strafrecht. Besonders Letzteres wird oft instrumentalisiert und sorgt für Schlagzeilen.“ > mehr.

Bild:hazy jenius ,flickr.com


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Kommentare

34 Kommentare zu „Scharia – von den Anfängen bis zum modernen Rechtsstaat“

  1. Das Problem mit der „Scharia“ ist, dass sie – bei allen positiven Ansätzen – von den meisten als menschenverachtendes Rechtssystem empfunden wird. Viele Schariagesetze verstoßen gegen die Menschenrechte (Artikel 5, 16 und 18). Und es sorgt natürlich für Schlagzeilen, wenn in Iran, Saudiarabien und Nordnigeria Ehebrecher gesteinigt werden. Es mag sein, dass von manchen Muslimen eine Diskussion darüber geführt wird, wie man die Scharia mit dem westlichen Rechtsempfinden in Einklang bringen kann. Aber davon sieht und hört man in der Öffentlichkeit bisher nicht so viel. Wo sind die progressiven Muslime? Wann wird das „Tor des Ijtihad“ endlich geöffnet? Die konservativen Rechtsausleger scheinen doch ziemlich in der Überzahl zu sein.

  2. Ja, das mag durchaus stimmen. Aber deswegen finde ich es wichtig, dass solche Artikel hier eine Öffentlichkeit finden, also Artikel, die es wagen, darüber nachzudenken, wie man das muslimische Rechtssystem weiterentwickeln und integrieren kann.
    Ich denke, das ist nämlich der einzige Weg, der zielführend ist. Denn niemand wird den Islam „abschaffen“ können, genauso wenig wie das Christentum oder das Judentum.
    Die einzige Chance, die wir haben – so sehe ich das – , ist es, den liberalen Denkern Unterstützung zu geben, damit ihre Überlegungen Grundlage für einen öffenltichen Diskurs werden. Denn aus Gedanken werden Taten und ganze Weltbilder. Ich denke, so ein Artikel ist ein kleiner Anfang.

  3. Und wo die progressiven Muslime sind ? Zum Beispiel eben auf muslimische-stimmen.de, wenn ich das richtig sehe.

  4. Avatar von kalari

    ja keine Entscheidung für sich selbst treffen müssen. Gratuliere, Vogel Strauss!

  5. Oh Mann Theolounge,
    bei vielen Themen kann ich deinen Positionen größtenteils zustimmen, aber was den Islam angeht, bete ich wirklich dafür, dass dir endlich die Schuppen von den Augen fallen.

    Der Artikel ist eine einzige Rechtfertigung aller bisherigen und immer noch existierenden Rechtssysteme der islamischen Geschichte. Es ist keine Spur von einer kritischen Auseinandersetzung damit zu sehen.

    Diese „moderaten“ Muslime stellen sich nicht die Frage, wie sie in Einklang mit den Menschen unserer Gesellschaft leben sollen, sondern wie sie in Einklang mit der geltenden Rechtsordnung leben können.
    Das ist ein Unterschied. Der einzige Grund, der sie dazu veranlasst, ist die Tatsache, dass sie eine Scharia, wie sie in den früheren Zeiten existiert hat, hier nicht anwenden können und sich deshalb neu Gedanken darüber machen müssen, wie sie möglichst viel davon verwirklichen können.
    Das einzig Moderate an dieser Haltung ist die Tatsache, dass sie bereit sind, sich unserer Rechtsordnung so lange unterzuordnen, bis sie stark genug sind, um ihre eigene islamische Rechtsordnung durchzusetzen.

  6. Avatar von kalari

    zu Philip

    Endlich jemand der den Text liest und es wagt zu denken

  7. Hmm, vielleicht verstehen wir den Text unterschiedlich. Für mich ist das hier das Zukunfstweisende – also das, was ermöglichen kann, dass die Religionen in Frieden miteinander klarkommen:

    (dh: die Moslems in Europa haben die aufgrund ihrer hiesigen Sozialisation haben die einzigartige Möglichkeit, die Islamauslegung weiterzuentwickeln. Und darum geht es, denke ich: Den Radikalen das Ruder zu entziehen und Völkerverbindende Auslegungen dem entgegenzusetzen):

    Muslime in Deutschland sind durch die verschiedensten nationalen Hintergründe und religiösen Strömungen geprägt und haben die besondere Chance, all die genannten Aspekte neu zu überdenken, ähnlich wie sie in der klassischen Zeit gewachsen ist: die Scharia als ethisch-rechtliches System so weiterzuentwickeln wie sie für unsere Zeit und Umgebung sinnvoll ist, selbstverständlich im Einklang mit der geltenden Rechtsordnung. Hierzu kann man nur durch einen inhaltlichen Dialog über zentrale Werte der Gesellschaft gelangen.

  8. @kalari: kein kommentar

    @Philip: Ich finde es schade, dass man „den Muslimen“ immer wieder pauschal unterstellt, dass sie unser Rechtssystem nur achten, weil sie in der Minderheit sind.

  9. Das war keine pauschale Unterstellung, sondern eine Unterstellung an die Muslime, die ihre Religion einigermaßen ernst nehmen.
    Mit säkularen Muslimen habe ich kein Problem, aber sobald jemand die Wörter „Qur’an“ und „Scharia“ in den Mund nimmt und danach sein Leben ausrichten möchte, muss man schon genau hinschauen. Denn dort wird genau diese Strategie beschrieben, die mir jetzt als Unterstellung vorgeworfen wird. Und weil darüber hinaus noch gefordert wird, die „Ungläubigen“ zu täuschen und anzulügen, ist es mir sowieso nicht möglich, zu unterscheiden, ob es ein Muslim ehrlich meint, oder ob er mich nur anlügt.

  10. Ja, nicht ganz unproblematisch, wenns noch so durch Schriften als legetim angesehen wird. Kommt aber eben auch sehr drauf an, wie derartige Schriften dann ausgelegt werden.
    Und weiß man denn, ob es ein Christ immer ehrlich meint ? Gerade auch unter dem Deckmantel der Christlichkeit – auch in Gemeinden – werden die miesesten Dinge veranstaltet.
    Letztlich ist es eine Frage der persönlichen Moral und des Charakters.

  11. Noch so ein Vorwurf an „die Muslime“, den ich immer wieder höre: „die meinen es ja nicht ehrlich“. Hier ist eine interessante Diskussion darüber:

    http://de.answers.yahoo.com/question/index?qid=20071006152252AATRowI

  12. Avatar von kalari

    Interessante These:

    Wir nehmen es mal einfach so wie es im Koran steht. Religion muss immer auch von der Quelle her gedacht werden, auch wenn sich später Differenzierung ergeben.

    Der Grundlegende Denkfehler bei Theolounge und Useibert ist, dass sie zwischen Religion und Menschen keine Trennung vornehmen.

    Mit diesem Gemisch hat man ein wirksames Totschlargument: „Ich kenne aber jemanden, der doch ganz nett und auch Moslem ist“

    Die Frage ist: Welche Ideologie, welches Geistes Kind ist die Religion, welche (Wirk)-Macht steckt dahinter und wie wirkt sich das auf Menschen aus.

    Aber das würde eine kritische Auseinandersetzung mit sich bringen.

    Sicherlich wird diese aber hier im „“““Toleranzforum““““““ unter dem Scheinargument: „Da kenne ich aber einen Christen, der …. “ abgewürgt.

    Das nenne ich saubere „unsauberer wissenschaftliche Arbeit“

  13. Avatar von kalari

    Inhaltlich noch nie hier eine Antwort bekommen – trotz sehr konkreter Fragen!!!!!!!!!!!!

    Das ist bezeichnend

  14. @kalari: Worum soll man eine Trennung zwischen Menschen und Religion machen? Religion ist doch immer, was Menschen daraus machen. Alles andere sind bestenfalls Ideale (oder Schreckensbilder, je nach Einschätzung).

    Der Fehler ist, dass wir uns selber immer von unserem Ideal her sehen und den anderen – Moslem, Christ, Jude, Atheist oder was auch immer – danach beurteilen, was wir als problematisch einstufen. Bist du bereit, dein eigenes Bild in Frage stellen zu lassen?

  15. Avatar von kalari

    Inhaltlich noch nie hier eine Antwort bekommen – trotz sehr konkreter Fragen!!!!!!!!!!!! Das ist bezeichnend

    Natürlich macht es Sinn, sich einfach einmal zu fragen, was steht denn da im Koran. Ich wette, dass 95 Prozent unserer toleranten Mitdiskutanden noch nie den Koran, so wie ich, durchgelesen haben.

    Deshalb wahrscheinlich auch keine inhaltlichen Antworten, sondern Gegenfragen und Sonntagsreden!!!

  16. Avatar von kalari

    Definition Sonntagsreden:
    http://www.rheton.sbg.ac.at/?page=articles&section=01.05&article=mayer

    oder auch ganz nett:

    „In der Diskussion um das Holocaustdenkmal in Berlin kann die Nachwelt einmal nachlesen, was Leute anrichten, die sich für das Gewissen von anderen verantwortlich fühlen. (…) Daß der, auch wenn er sich tausendmal besser vorkommt, kein bißchen besser ist als sein Gegenteil, wage ich zu vermuten. Wahrscheinlich gibt es auch eine Banalität des Guten.“ Martin Walser in seiner Sonntagsrede vom Herbst 1998.

  17. Avatar von kalari

    oder vielleicht trifft das noch besser zu den Schreiberlingen hier:

    Wissenschaftler wissen alles über nichts
    Journalisten wissen nichts über alles!!!!

  18. Ich denke, es macht keinen Sinn, eine Diskussion auf diesem Niveau weiter zu führen, daher kommt von mir jetzt kein weiterer Beitrag.

  19. Avatar von kalari

    Damit gebe ich mich zufrieden. Dennoch hier noch ein Schlusskommentar meinerseits:

    Inhaltlich noch nie hier eine Antwort bekommen – trotz sehr konkreter Fragen!!!!!!!!!!!!

    …. auch keine inhaltlichen Antworten, sondern Gegenfragen und Sonntagsreden … und Schweigen!!!

  20. Avatar von kalari

    … oder Form(ales) ohne Inhalt

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