Adam und Eva. Eine moderne Paradieserzählung

Im Anfang war die Singularität, und Gott war mit der Singularität. Er formte aus ihr das Universum, aus den kosmischen Staubwolken formte er die Erde. Er formte die Meere, die Berge und das Land. Er schuf Pflanzen, Tiere, das Himmelszelt, Sonne und Mond, Tag und Nacht. Und dann schuf Gott den Menschen.

Er formte ihn aus dem Material des Universums und hauchte ihm Leben ein. Dieser erste Mensch, den Gott Adam nannte, war rein und unschuldig, frei von Wissen um Gut und Böse, Schmerz und Leid. Er lebte in Harmonie mit der Natur und Gott, im Garten Eden, einem Paradies auf Erden, das Gott eigens für ihn erschaffen hatte.

In diesem Garten pflanzte Gott zwei besondere Bäume: den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Er sprach zu Adam: „Du kannst von jedem Baum im Garten essen, nur vom Baum des ewigen Lebens und vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen. Denn wenn du davon isst, wird dein Paradies zu Ende sein.“

Adam lebte glücklich im Garten, aber Gott sah, dass er einsam war. Also formte Gott aus einem Teil von Adam eine Gefährtin, die er Eva nannte. Gemeinsam lebten sie im Paradies, nahe bei Gott und in Harmonie mit der Natur.

Doch die Neugier trieb sie eines Tages zum Baum der Erkenntnis. Sie blickten hinauf zu den verlockenden Früchten und fühlten einen tiefen Wunsch, mehr zu wissen, mehr zu verstehen. Sie aßen von der Frucht und sofort öffneten sich ihre Augen. Sie erkannten das Gute und das Böse, Glück und Schmerz, Liebe und Hass.

Mit dem Wissen um Gut und Böse erkannten sie, dass das Paradies nicht mehr war. Sie sahen, dass die Welt nicht nur aus Harmonie und Frieden bestand, sondern auch aus Leid und Ungerechtigkeit. Sie hatten nicht nur die Süße der Frucht gekostet, sondern auch die Bitterkeit der Erkenntnis.

Gott kam zu ihnen und sie versteckten sich aus Scham. Er fragte sie: „Habt ihr von dem Baum gegessen, von dem ich euch geboten habe, dass ihr nicht davon essen sollt?“ Sie antworteten: „Wir haben gegessen.“

Gott sagte: „Ich brauche euch nicht aus dem Paradies zu werfen, denn ihr habt euch selbst hinausgeworfen. Ihr habt das Wissen um Gut und Böse erlangt und mit diesem Wissen hat für euch das Paradies aufgehört zu existieren.“

Adam und Eva hatten so das Paradies verloren, doch sie hatten die Fähigkeit erlangt, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden und damit eine große Verantwortung: Sie trugen noch das Licht Gottes in sich und hatten nun die Fähigkeit, in der Welt Gutes zu tun. Denn jetzt wussten sie, was das Gute war.


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Kommentare

2 Kommentare zu „Adam und Eva. Eine moderne Paradieserzählung“

  1. Anonymus: „Gott war…“ ?

    Ist er denn tot?

    🌱

    Anonymus: „Gott war mit der Singularität.“

    Du formulierst hier keine Singularität,
    sondern eine Dualität oder Pluralität.

    Mit etwas gewesen sein heißt,
    hier gibt es mindestens zwei:
    Ein Subjekt und ein Objekt.

    Singularität heißt: Es gibt
    keine zwei.- Alles ist EINS.

  2. Ja, gut, das stimmt in gewisser Weise. Aber Gott sollte hier eben nicht auf eine physikalische Singularität reduziert werden, darum eben so ausgedrückt.

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