Lefebvre-Oberer hält nichts von der Kritik des deutschen Episkopat an der Pius-Bruderschaft

lefebvre-leonel-schillingAuf dem Weblog meines Kollegen, Diakon Stephan Neuhaus-Kiefel aus Wiesbaden, können Interessierte ein Dokument zur Auseinandersetzung um die Lefebvre-Bruderschaft herunterladen. Es handelt sich um eine Stellungnahme des deutschen Distriktsoberen der Piusbruderschaft, P. Franz Schmidberger, zur abschließenden Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz, die am Donnerstag in Hamburg zu Ende gegangen ist.

In der Abschlusserklärung der deutschen Bischöfe wird von den Erz-Traditionalisten u.a. ein klares Bekenntnis zu allen Beschlüssen des 2. Vatikanischen Konzils verlangt; insbesondere wird hervorgehoben, dass „nicht zuletzt die Texte über die Religionsfreiheit und die Beziehungen zu den nichtchristlichen Religionen, über den Ökumenismus und über die Kirche in der Welt von heute“ unaufgebbar zur katholischen Tradition gehören.

Die Erklärung Schmidbergers weist dagegen die Erklärung entschieden zurück; denn nach Ansicht der Piusbruderschaft gibt es bei diesen Beschlüssen auch „strittige und zweideutige Punkte“. Den Bischöfen wird von den Lefebvre-Anhängern sogar vorgeworfen, dass sie mit ihrer Erklärung „gegen das Signal aus Rom“ handeln würden, „welches durch die Rücknahme des Exkommunikationsdekretes gesetzt wurde „, oder dass das „motu proprio für die Freigabe der Alten Messe … von einigen Bischöfen so restriktiv behandelt [wird], dass es fast wirkungslos bleiben musste“ (vgl. zum motu proprio den Beitrag „Rom spricht Latein„).  

Dokumente:

Beiträge zur Auseinandersetzung um die Pius-Bruderschaft des Marcel Lefebvre:

Foto: LeoneL Schilling – Quelle: http://www.flickr.de


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Kommentare

19 Kommentare zu „Lefebvre-Oberer hält nichts von der Kritik des deutschen Episkopat an der Pius-Bruderschaft“

  1. Wovon lenkt uns die Aufmerksamkeit auf diesen Klerikerstreit ab.
    „Wenn zwei sich streiten freut sich der Dritte.“
    Wer und wo steckt hier der schadenfrohe Dritte? Den halte ich für viel gefährlicher, als diese kindische Zankerei, die sich hier erwachsene Männer leisten.

  2. Ist schon auffallend, wie ein theolounge-Autor mit alt-katholischem Bekenntnis nur mehr ein einziges Anliegen zu kennen scheint, das da lautet:

    Sobald auch nur irgendeine Meldung über Differenzen in der römisch-katholischen Kirche in den Medien auftaucht, muss sie postwendend hier auf dieser Plattform veröffentlich werden!

    Der Autor nennt sich „oekumenisch“, was mag wohl sein Interesse sein?

  3. Hallo sixtusdictus,

    da Du ja mit zeitzubeten / .kroski / betezujesus (habe ich jetzt einen Nickname vergessen …?) zusammen ein Weblog betreibst (es nennt sich „bete zu Jesus“) dürftest Du die gesamte Debatte zwischen Stephan und mir ja schon verfolgt haben; Stephan hat ja mittlerweile auch schon bei meinem Kollegen Diakon Stefan Neuhaus-Kiefel seinen Kommentar hinterlassen (vgl. Kommentar).

    Vielleicht hast Du auch schon festgestellt, dass ich auch zu anderen Themen schreibe (z.B. zur Frauenordination in der Alt-Katholischen Kirche, zur Entstehung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland oder zu Fragen der Schöpfungsbewahrung u.v.m.).

    Dass sich im Moment die Themen rund um die römisch-katholische Kirche so sehr in den Vordergrund drängen, schlägt sich natürlich auch in meinen Beiträgen nieder. Und dass ich die Alt-Katholische Kirche als eine sinnvolle Alternative für liberale katholische Christinnen und Christen empfinde, bevor diese die Kirche aus Frust komplett verlassen, habe ich auch nicht verheimlicht (vgl. dazu u.a. die Stellungnahme der Alt-Katholischen Kirche zu diesen ganzen Vorgängen: „Wer aus der Kirche ausgetreten ist, muss nicht ohne Heimat bleiben“).

    Zudem: Der Beitrag, auf den sich Dein Kommentar bezieht, handelt von der kritischen Stellungnahme der Pius-Brüder zur Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz, und enthält keine Kritik an der römisch-katholischen Kirche.

    Dürfen über diese Themen nach Deiner Ansicht denn nur Freunde Roms schreiben??? Ich teile eine solche Ansicht jedenfalls nicht.

    Herzlich

    Walter alias oekumenisch

  4. Du „verheimlichst“ gar nichts, es kommt so dick daher wie ein Potemkinscher Panzer 😉

    Unsere (von dir angesprochene) katholische Plattform ist offen für alle christlichen Bekenntnisse, und wir schließen alle Menschen dieser Schöpfung in unser Beten mitein.

    Noch einen schönen Sonntag!

  5. Es scheint auch für erwachsene Männer einfacher zu sein, „Meinungen“ über das Oberhaupft der kath. Kirche loszutreten, statt die gedankliche Weiterentwicklung, die von Prof. Ratzinger in seinem (noch dogmatisch bleibenden) Bezug auf eine „schöpferische Vernunft“ als Wesen eines universalen Glaubens ausgehen könnte, auf völlig neue Weise nachzudenken, sie in wissenschaftlicher Welterklärung als gemeinsame Wahrheit zu hinterfragen.

    Auch die Diskussionen hier bzw. die Probleme, die der Papst heute mit den Piusbrüdern hat zeigen. Es scheint keine Wahrheit mehr zu geben, als der, die sich jeder selbst denkt.

    Doch ich bin gewisse, es gibt nur eine reale Schöpfung bzw. Wahrheit, die von der Wissenschaft weltweit leider völlig an der Glaubenswahrheit vorbei erklärt wird. Wenn sich die Vertreter der Glaubenswahrheit weiter über Dogmen streiten, Piusbrüder & Co., so scheint es, dass diese mit der Realität der Welt nichts zu tun zu hat. Doch es scheint nur so.

    Rotegräfin, von Dir hab ich gelernt, wenn der Hahn kräht, „scheint“ die Sonne nicht unterzugehen, sondern ist ein neuer Morgen.

  6. Wir sollten aber nicht vergessen, dass der Fels auf dem die Kirche aufgebaut wurde dreimal den Herrn verraten hat.
    Genauso wie die Vertreibung aus dem Paradies immer der Frau angelastet wurde. Anstatt hinzugucken, das Adam sich wie der größte Waschlappen verhält und das Weib wie Gott beschuldigt.
    Wir müssen die Lügen der Welt aufdecken und das Drama Dreieck Opfer-Retter-Verfolger austauschen gegen Glaube-Hoffnung-Liebe.
    Danke für die Anerkennung. Das tut gut.

  7. @sixtusdictus

    Wo ist das Problem ? Warum sollte oekumenisch das nicht schreiben dürfen ? Hast Du ein Problem damit ??

  8. @sixtusdictus

    Ich bin ja beeindruckt. Also unsere theolounge verträgt es sogar, dass ein Altkatholik soviel über seinen Glauben schreiben darf, wie er will, ohne dass jemand damit ein Problem hat.
    Zudem schreiben wir aus allen möglichen Sichten heraus: katholisch, evangelisch, freikirchlich, jüdisch, muslimisch.
    Das tut der theolounge überhaupt keinen Abbruch, wenn einer hier seine Linie vertritt.
    Du kannst hier auch gern einsteigen und Deine Linie darstellen. So what ?

  9. @sixtusdictus

    Hmm, kam jetzt vielleicht schärfer rüber von mir, als es gemeint ist. Aber vom Kern her ist nix verkehrtes daran, wenn oekumenisch hier seine Linie vertritt. Warum auch nicht ?

  10. „Wir klagen uns an, dass wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben“. (Niemöller)

    Im Reich Gottes ist alles erlaubt theolunge.
    Auch der ewige Ankläger darf da sein, wir sollten ihm nur die Spitze Waffe der Zerstörung aus der Hand nehmen.
    Und die Zuckerwatte ähnliche Schleimerei entlarven.

  11. Was nicht im Sinne der Liebe ist, ist nicht im Sinne Jesu und somit auch nicht im Sinne Gottes. Doppelgebot der Liebe: den Nächsten lieben. Gott lieben.
    Was ihr einem meiner Brüder oder Schwestern getan habt, habt ihr mir getan.

  12. …deshalb ist im Reich Gottes wohl kaum alles erlaubt…

  13. Entschuldigt, doch manchmal kann man nicht anders:

    Wenn ich nicht gewiss wäre, dass es im christlichen Glauben um weit mehr geht, als hier diskutiert oder als Jesus im Munde geführt wird,
    würde ich eine Spende nach Berlin für die Busmission der Atheisten machen.

    Gerhard Mentzel

  14. Oh theolounge,
    ich bin doch immer wieder begeistert, wenn ich auf Männer treffe, die mir erklären was nicht im Sinne der Liebe ist.
    Leider hat sich dann meistens nach etwas Fragen herausgestellt, dass sie
    1. nicht definieren können was Liebe nun dann wirklich ist.
    2. sich eigentlich ihre Angst vor der großen Freiheit der Liebe Gottes dahinter verbirgt.
    3. in einer Kleinkinder Trotzhaltung stecken geblieben sind und sich an den Gitterstäben ihrer Glaubensüberzeugung festklammern, anstatt das Dunkel der eigenen Seele zu ergründen und festzustellen, das die Tür der Zelle in der sie stecken offen ist.
    Du meinst es gut. Aber bedenke mal: „das Gegenteil von Gut ist gut gemeint.“
    Weil es keine Entwicklung zulässt und zwar die Entwicklung des einzelnen Menschen. Da gibt es keine Norm. Da gibt es lediglich eine Ausrichtung zur Liebe und die Gewissheit, das wir geliebt sind. Diese Gewissheit haben leider nicht sehr viele Menschen in ihrer Tiefe.

  15. zu 1: definieren können viele es vielleicht nicht, aber fühlen tun sie es dennoch.

    zu 2: mag sein, kommt immer auf den Einzelfall an, gibt es bei Frauen genauso.

    zu 3: ich denke, hier projezierst Du eigene Erfahrungen auf „die Männer“ als Gesamtheit. Das trifft den Punkt sicher nicht so umfassend. Jeder Mensch ist anders.

    Die Gewissheit, dass wir Menschen geliebt sind, habe in der Tat nicht alle Menschen. Das fängt mit Defiziten beim Urvertrauen an sicherlich. Stimme ich Dir zu.

  16. Ja theolounge,
    1. und dann wird das Gefühl plötzlich zur
    herrschenden Macht. Anstatt mit der Vernunft dran
    zu gehen und nach dem Ziel zu fragen, was wollen wir err
    erreichen? Gefühle sind überlebbar, besonders
    dann wenn die Erlaubnis besteht sie ausdrücken
    zu dürfen.

    2. Liebe, Leben, lernen sind leider untrennbar mit
    dem Leiden (besser Gefühle) verbunden. „Durch
    Leiden lernte er den Gehorsam“ ist die Stelle aus
    dem Gedächtnis gefallen?

    3. Wie schön ist doch immer wieder das christliche
    Ping-Pong Spiel. Wenn es auf Dich nicht zutriffst,
    dann schreib es doch einfach. Ich habe Dir als
    Mann geantwortet. Ich weiß sehr genau wie
    Frauen und wie sie sein können. Das stand jetzt
    hier nicht zur Debatte. Lass Dir die Frage stellen:
    „Adam, wie willst Du mit dem Weib umgehen, was
    Gott Dir gegeben hat?“
    „Das Weib und seine Nachkommenschaft wird der
    Schlange (der Macht) den Kopf zertreten.“
    Bei Verboten geht es immer um den Versuch
    Macht auszuüben um andere und sich unter
    Kontrolle zu behalten.

  17. Viele Gedanken.

    Bei Verboten geht es nicht immer nur um Macht, manchmal aus darum, jemanden zu schützen. Aber ich geb Dir recht, dass Verbote auch oft etwas recht autoritäres haben können.
    Wer viel Einsicht hat, kommt womöglich auch gut ohne Verbote zurecht.
    Manche sind jedoch recht sinnvoll, denk nur an den Strassenverkehr – ohne Regeln eine gefährliche Sache.

  18. auch das Verbot / Gebot „Du sollst nicht töten“ ist ein recht legitimes, so scheint mir.

  19. @theolounge
    Ich schreib mal hier weiter, wegen der Breite.
    „auch das Verbot / Gebot “Du sollst nicht töten” ist ein recht legitimes, so scheint mir.“
    Das Gebot setzt aber voraus, dass wir in der Freiheit Gottes leben. Schon vergessen: „Ich bin der Herr Dein Gott der Dich aus (Ägypten) oder allen weltlichen Nöten befreite.“
    Hast Du Dich nie gefragt, warum gerade dieses Gebot so oft übertreten wird?
    „Gewalt beginnt nicht erst mit Mord“ habe ich ein Buch.
    Gewalt beginnt mit dem Verbot und der Strafe und der Ignoranz.
    Es hat Zeiten gegeben und die sind noch gar nicht solange her, da habe ich mich langsam gefragt, ob Luft holen noch erlaubt ist so werden wir auf ganz subtile Weise immer mehr eingeschränkt und wir merken es noch nicht einmal sondern machen im vorausschauenden Gehorsam das Selbe in grün.

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