Auf dem Weblog meines Kollegen, Diakon Stephan Neuhaus-Kiefel aus Wiesbaden, können Interessierte ein Dokument zur Auseinandersetzung um die Lefebvre-Bruderschaft herunterladen. Es handelt sich um eine Stellungnahme des deutschen Distriktsoberen der Piusbruderschaft, P. Franz Schmidberger, zur abschließenden Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz, die am Donnerstag in Hamburg zu Ende gegangen ist.
In der Abschlusserklärung der deutschen Bischöfe wird von den Erz-Traditionalisten u.a. ein klares Bekenntnis zu allen Beschlüssen des 2. Vatikanischen Konzils verlangt; insbesondere wird hervorgehoben, dass „nicht zuletzt die Texte über die Religionsfreiheit und die Beziehungen zu den nichtchristlichen Religionen, über den Ökumenismus und über die Kirche in der Welt von heute“ unaufgebbar zur katholischen Tradition gehören.
Die Erklärung Schmidbergers weist dagegen die Erklärung entschieden zurück; denn nach Ansicht der Piusbruderschaft gibt es bei diesen Beschlüssen auch „strittige und zweideutige Punkte“. Den Bischöfen wird von den Lefebvre-Anhängern sogar vorgeworfen, dass sie mit ihrer Erklärung „gegen das Signal aus Rom“ handeln würden, „welches durch die Rücknahme des Exkommunikationsdekretes gesetzt wurde „, oder dass das „motu proprio für die Freigabe der Alten Messe … von einigen Bischöfen so restriktiv behandelt [wird], dass es fast wirkungslos bleiben musste“ (vgl. zum motu proprio den Beitrag „Rom spricht Latein„).
Dokumente:
- Die Erklärung der deutschen Bischofskonferenz
- Die Stellungnahme der deutschen Piusbruderschaft zur Erklärung der deutschen Bischofskonferenz
Beiträge zur Auseinandersetzung um die Pius-Bruderschaft des Marcel Lefebvre:
- Petition fordert uneingeschränkte Anerkennung der Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils
- Kritische Professoren unter Druck – Regensburger Bischof Müller droht Kritikern der Papst-Entscheidung in Sachen Lefebvre
- Lefebvre zurück in Rom
- Alt-Katholische Bischofskonferenz nimmt Stellung zur Rehabilitierung der Lefebvre-Bischöfe
- Lefebvre-Traditionalisten-Rehabilitation als Präzedenzfall für die Ökumene?
- Bischofsernennung Wagner: Römisch-Katholische Kirche handelt demokratisch
- Wer aus der Kirche ausgetreten ist, muss nicht ohne Heimat bleiben
Foto: LeoneL Schilling – Quelle: http://www.flickr.de



Kommentar verfassen