Und sie rauben uns die Materie…

atomkraft-sergej23.jpgDie Welt, die wir sehen und wahrnehmen, ist offenbar keinesfalls die Welt, für die wir sie halten. Sie ist vor allem scheinbar eines: fast vollkommen leer. Man gelangt zu der Frage: existiert sie eigentlich überhaupt, die Materie, oder ist alles vielleicht nur „Geist“ ? Hier lesen.

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Bild:A.Dreher,pixelio.de


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Kommentare

21 Kommentare zu „Und sie rauben uns die Materie…“

  1. […] anderer Stelle erstaunt man über den Aufbau der Materie und lässt sich von offensichtlich interessierter Seite die Wissenschaft erklären — wieder […]

  2. @existiert sie eigentlich überhaupt, die Materie, oder ist alles vielleicht nur “Geist”

    Man sieht hier das weitreichende Missverständnis gegenüber den Naturwissenschaften. In manchen Köpfen gibt es nur zwei Dinge: Materie und Geist, und wenn es das eine nicht gibt, kann es nur das andere geben.

    Aber wenn wir von „Welle vs. Teilchen“ reden, dann meinen wir ja zweimal Materie, oder würde irgendjemand behaupten, dass es der Geist sei, der die elektrische Energie vom Lichtschalter zur Glühbirne transportiert, nur weil es keine Teilchen gibt, die das tun?

    meint
    Christoph

  3. aber ich verstehe schon, dass sich mancher Theologe diebisch freuen würde, wenn die Naturwissenschaften den Materialisten ihre Basis entziehen.

    Hier scheint der Wunsch Vater des Gedanken zu sein

    meint
    Christoph

  4. Naja, diebisch freu ich mich nicht 😉 , aber es sind so Fragen.
    Wenn die Welt um uns herum „Energie“ ist und wir „Energie“ sind, die irgendwie mit Allem zusammenhängt, dann erfahren möglicherweise gewisse Phänomene auch einen anderen Blickwinkel: wenn zb (man sagt dies sei bei Zwillingen oft der Fall, aber generell auch) manche Menschen plötzlich spüren, dass es einem anderen schlecht geht, obwohl er weit entfernt ist. Dann hat dies in der Physik, die der Alltagsmensch so annimmt, wenig verloren. Wenn man dagegen ein Physikbild zugrunde legt, wo eben alle Dinge irgendwie möglicherweise enger verknüpft sind miteinander, dann sieht es vielleicht anders aus. – sind nur so Gedanken.

    Ich habe den Artikel mal verlinkt, weil ich ihn generell interessant finde, ohne bereits zu wissen, wohin sich dies entwickeln könnte. Ich halte es aber für interessant, auf diesen Begriff von Materie hinzuweisen, auch wenn dies eigentlich nicht neu ist. Aber viele Menschen beachten diese Sichtweise – denke ich – kaum.

  5. Was ist Energie?

    Wörtlich übersetzt „innewohnende Kraft“, also so etwas wie „gespeicherte Arbeit“.

    Gerade die Energie ist ein sehr interessanter Begriff in der Naturwissenschaft, weil es so viele unterschiedliche Formen von Energie gibt, die sich sogar teilweise ineinander umformen lassen.

    Aber ich finde den religiösen Kult um „die Energie“, (eine Art Gottesersatz für viele Menschen) eine fehlgeleitete Illusion.

    Denn Energie ist nichts mehr als „ein lineares Mass für die Fähigkeit eines Systems, äussere Wirkungen hervorzurufen“.

    Energie ist also eine Eigenschaft eines Systems, ist nicht selbst ein System.

    meint
    Christoph

  6. Avatar von harey

    Falls sich jemand näher damit beschäftigen möchte, der Nobelpreisträger Richard Feynman hat ein ausgezeichnetes Buch geschrieben, es ist Teil einer Vorlesungsreihe und erklärt die Grundlagen der Quantenmechanik sehr anschaulich (naja, so aschaulich wie’s eben geht).

    Richard Feynman: Vorlesungen Band 3
    ein Physikbuch, aber der erste Teil sollte auch fuer Nicht-Physiker gut verständlich sein. Aber nicht zu schnell aufgeben, Quantenmechanik ist faszinierend aber auch sehr schwer zu begreifen.

    Und ich denke wer nach der Verbindung zwischen Philosophie und Naturwissenschaft such ist bei der Quantenmechanik richtig. Und wer nach dem Buch eines Wissenschaftlers sucht der nicht voreingenommen ist, der ist bei Feynman an der richtigen Stelle.

    Gruesse

    Harey

  7. @harey

    Danke für die Hilfe.

    (unwichtig: wir haben zwar im Rahmen des Elektrotechnik-Studiums die aller-aller wichtigsten Grundlagen der Quantenmechanik durchgenommen, aber es ist schon lange her, und mittlerweile bin ich in der Software-Entwicklung und brauche das nicht mehr im Alltag)

    Also nochmals Danke!

  8. Hallo,

    an Christoph:

    aus meiner persönlichen Sicht besteht die große Herausforderung im Umgang mit der hier diskutierten Thematik darin, ergebnisoffen und unvoreingenommen an Fragestellungen heranzugehen. Als zunächst erst einmal Fragen zu stellen und dabei Antworten nicht schon geistig vorwegzunehmen.

    Aus der Wahrnehmungs-Psychologie wissen wir heute, dass die menschliche Realitätswahrnehmung in hohem Maße theorie- und kontextabhängig ist. Siehe hierzu auch Prof. Harald Walach:

    http://www.psychophysik.com/html/re-0711_quantentheorie.html

    Aus diesem Grunde verknüpft jeder Mensch neue Informationen (z. B. Quantenmechanik) immer mit seinem Realitätsbild und lässt als Erklärung primär das zu, was auch sein Realitätsbild als Realitätsspektrum zulässt. In der Regel so, dass sich die betreffenden Personen dieser Zusammenhänge (ein geistiger Filtermechanismus) nicht bewusst sind.

    Wer wie z. B. der renommierte Neurowissenschaftler Christof Koch an neue Erkenntnisse tatsächlich unvoreingenommen und undogmatisch herangeht, der ist dann auch offen für mögliche Überraschungen und Erkenntniszuwachs. Siehe hierzu das Feedback von Christof Koch zum Artikel „Quantenphysik und Gehirnforschung“ von Prof. Günter Ewald:

    http://www.psychophysik.com/html/re020-quantenphysik-hirnforsch.html

    Christof Koch revidiert hier einen Nature-Artikel aus dem Jahre 2006 … und zwar mit einer Offenheit und einem Selbstbewusstsein, die ich für bemerkenswert halte.

    Dies Fähigkeit, für Erkenntniszuwachs offen zu sein, sich (wissenschaftlichen) Fragestellungen weder positiv GLAUBEND noch negativ GLAUBEND (Skeptiker) … sondern stattdessen „offen“ zu nähern, setzt jedoch Fähigkeiten voraus, die nicht weit verbreitet sind.

    Herzliche Grüße

    Claus

  9. @ Claus

    Sehe ich auch so übrigens 😉

  10. […] von kamenin Dieser Beitrag ist Teil einer Auseinandersetzung mit diesem Artikel, ausgelöst durch diese Verlinkung und hier im Kommtarteil […]

  11. @ Marc

    Das freut mich 🙂

  12. Ein‘ hab‘ ich noch:

    Für den Fall, dass sich diese Diskussion (auch) im Weblog „Begrenzte Wissenschaft“ (Christoph? – Ein Impressum konnte ich nicht finden) fortsetzt, hier noch eine weitere Replik…

    „Felder und Teilchen: Was Materielles zum Jahreswechsel“
    http://kamenin.wordpress.com/2007/12/29/felder-und-teilchen-was-materielles-zum-jahreswechsel/

    und ein Kommentar (30. Dezember 12:57 Uhr) dazu…

    http://kamenin.wordpress.com/2007/12/29/felder-und-teilchen-was-materielles-zum-jahreswechsel/#comments

    Schaue ich mir an, in welchen Blogarchiven der Beitrag einsortiert ist, so hinterlässt dies bei mir den Eindruck, dass der Autor (vor)schnell und emotional urteilt.

    Claus Fritzsche

  13. @ Claus

    Also für mich ist Dein Artikel und der von Kamenin nicht wesentlich unterschiedlich. Nur , dass Kamenin auf philosophische Fragen mit naturwissenschaftlichen Begriffsbestimmungen antwortet. Aber die philosophische Frage ausgrenzt und meint, sie durch die mathematisch-physikalische Begriffsbestimmung bereits beantwortet zu haben. Was m.E. nicht der Fall ist.

  14. …während Dein Artikel nach dem Grund des Seins fragt, kamenin diesen Grund aber durch Begriffsbestimmungen ausklammern will. Das ist der Dissens zwischen beiden Artikeln.

    Dir geht es um dir Frage: was ist Matrie überhaupt ?

    Kamenin antwortet: Sie ist Energie, Schwingung, Gravitation etc.
    Das ist aber keine Lösung eigentlich, sondern eben nur Begriffsbestimmung. Dazu auch sogar noch emotional gefärbt, wie ich meine.

  15. @Claus Fritzsche

    Ich habe ein Impressum, genannt http://erstersein.wordpress.com/about oder auch „Drehbuch-Baustelle…“. Meinen vollen Namen erfaehrst Du, wenn ich auf Deinem Blog kommentiere, oder hier: christoph [dot] valentin [at] gmx [dot] at.

    Auch WordPress.com hat meine echte e-mail Adresse, mein Name kommt nicht allzu oft vor in Wien, sodass alle meine Straftaten im Falle des Falles rückverfolgbar sind.

    Bevor das SPAM Problem nicht gelöst ist, werde ich die e-mail Adresse nicht im Impressum veröffentlichen.

    Kontaktaufnahme ist über meinen Blog jederzeit möglich.

    Hoffe, dass das im Sinne eines „Vernünftigen Umganges mit dem Gesetz“ ausreicht. 😉

  16. @theolounge

    …während Dein Artikel nach dem Grund des Seins fragt, kamenin diesen Grund aber durch Begriffsbestimmungen ausklammern will.
    Klar grenze ich die Frage nach dem Grund des Seins aus. Aus dem einfachen Grund, dass weder Du, noch Claus Fritzsche, noch Christoph, noch ich irgendein Wissen über den Grund des Seins haben. Das wäre dann eine weitgehend faktenfreie „Diskussion“, die wir darüber hätten. Zumal wir nicht mal wissen, ob es einen solchen „Urgrund“ überhaupt gibt.
    Wogegen ich Stellung beziehe, sind die Andeutungen und Nahelegungen, dass aus der QM und Teilchenphysik irgendein spiritueller Urgrund erahnt werden könnte. Das geschieht in dem betreffenden Artikel durch eine unnötige und sachlich nicht gerechtfertigte Mystifizierung der dargestellten Physik und klare Fehlinterpretationen eines Experiments — mithin wird nichts gefunden, was nicht durch die Annahmen des Autors selbst schon hineingelegt wird. Gegen falsche Verwendung wissenschaftlichen Vokabulars und wissenschaftlicher Ergebnisse bin ich dann allerdings „eingenommen“.

    Und was Deine Andeutung „emotionale Färbung“ angeht — weißt Du, mein Atheismus hat für mich wesentlich weniger persönliche Auswirkungen, sei es auf die Lebensausgestalung oder ganz banal finanziell, als Dein Theismus wohl für Dich. Das ist nicht böse gemeint, aber Du kennst ja die Sache mit dem Splitter im Auge.

    Frohes Neues Jahr.

  17. @Claus Fritzsche

    Schaue ich mir an, in welchen Blogarchiven der Beitrag einsortiert ist, so hinterlässt dies bei mir den Eindruck, dass der Autor (vor)schnell und emotional urteilt.

    Das kann sich ja wohl nur auf die Kategorisierung unter Esoterik und Pseudowissenschaft beziehen.

    Zu Esoterik: In dem ganzen Artikel geht es um rätselhafte Geisthaftigkeit von Materie und intelligente Kraftfelder — später wird das verknüpft mit seltsam geisterhaften Ansichten über Schwarmverhalten und klar esoterischen Phänomenen wie Telepathie — und der von Ihnen hier und auf meinem Blog dazu verknüpfte Walach-Artikel will mit der Art von QM dann gleich auch noch Schamanismus, Magie, Voodoo, magisches Heilen und Besessenheit erklären…
    Offensichtlich geht es also um esoterische Themen.

    Zu Pseudowissenschaft: das ist natürlich eine ewige Debatte, die man über diesen Begriff führen kann, und ich könnte auch gleich weitere Begriffe wie Obskurantismus verwenden, weil ich denke, dass der Artikel feststehende Erkenntnisse unnötig und zielgerecht (gar nicht „offen“) verschleiert. In dem Fall reicht mir aber zu sagen, dass die in den Raum gestellten Thesen mit allem Anschein von Wissenschaftlichkeit versehen werden, dabei aber eben nicht wissenschaftlich sind: bestenfalls widersprechen sie Wissenschaft nicht, sind in sich aber nur Deutung und machen nicht wirklich verifizierbare Aussagen.
    Als Beispiel dazu noch der Walach-Artikel: wissenschaftlich müsste man erstmal nachweisen, dass die Phänomene, die man mit neuer, spekulativer QM erklären will, überhaupt nachprüfbar existieren. Insgesamt wird mit wissenschaftlichen Termini auf nicht-wissenschaftliche Art argumentiert — der vorgeschlagene Mechanismus wird nicht wissenschaftlich ausgearbeitet (kann er wohl auch nicht als Psychologe), sondern bleibt in reiner Analogieform.
    Nichtwissenschaft mt dem bemühten Anschein von Wissenschaftlichkeit ist in meinem Buch eben: Pseudowissenschaft.

    Kritik und Richtigstellungen sind im Übrigen keine Anzeichen von fehlender „Offenheit“. Hingegen ist der Wunsch, dass Kritiker doch bitter „offener“ und „unvoreingenommener“ sein sollten, meisten mit dem Eingeständnis verbunden, dass die eigenen Argumente nicht ausreichend sind, auf die Folgerungen schließen bzw. für die eigene Interpretation einnehmen zu können.

    Wenn Sie Ihre kleinen Spekulationen als Anregungen und Randnotizen ganz offen erörtert sehen wollen, sollten Sie vielleicht darauf verzichten, die jetzt schon als den nächsten bahnbrechenden Paradigmenwechsel hochzufeiern — und sich auf das Wegsterben der Kritiker zu freuen. Dem schaue ich übrigens gelassen entgegen, wenn ich mir Ausbildung, Einfluss und Alter Ihrer Kronzeugen anschaue 🙂

    In dem Sinne,
    Frohes Neues Jahr.

  18. Frohes Neues Jahr allerseits!

    @ marc: volle Zustimmung!

    @ kamenin:

    „Als Beispiel dazu noch der Walach-Artikel: wissenschaftlich müsste man erstmal nachweisen, dass die Phänomene, die man mit neuer, spekulativer QM erklären will, überhaupt nachprüfbar existieren.“

    Sorry, aber diese Aussage halte ICH für (als wissenschaftlich verpackte) PSEUDOWISSENSCHAFT.

    Dieser Logik folgend hätte Einstein die Relativitätstheorie nur dann erforschen dürfen, wenn seine zu Beginn noch nicht bewiesenen Vermutungen (d. h. seine Vision) schon bewiesen worden wären.

    Die Quantenmechanik hätte ganz zu Beginn nur unter der Bedingung erforscht werden dürfen, dass ihre – heute als anerkannten geltenden Grundannahmen – bereits zu Beginn nachgewiesen worden wären.

    Das erinnert mich sehr an das vom Heidelberger Soziologen Edgar Wunder analysierte „Skeptiker-Syndrom“, bei dem „Skepsis“ mit einem „negativen Glaubenssystem“ verwechselt wird:

    http://www.psychophysik.com/html/re-061-skeptizismus.html

    Walach geht es um einen wissenschaftlichen Umgang mit grenzwissenschaftlichen Phänomenen (real oder als Illusion) jeglicher Art, die seiner Ansicht nach weder automatisch als GEGEBEN angenommen werden dürfen … auf der anderen Seite jedoch auch nicht aus dem Grund ausgeschlossen werden dürfen, weil sie gegen das gültige Realitätsbild verstoßen.

    Zitat Walach:

    „Man geht mit theoretischen Konstrukten – „Geister”, „Energien”, „Engel”, „Dämonen”, „previous lives”, „transpersonaler Raum”, „absoluter Geist” – im transpersonalen Kontext am besten sparsam um. Im Wissen darum, dass mit dem Gebrauch solcher Begriffe und Wörter eine Tendenz zur Substanzialisierung einhergeht, verwendet man sie am besten sparsam bis gar nicht. Damit ist gemeint, dass man den damit gemeinten Sachverhalten eine Art Eigenexistenz zuzubilligen geneigt ist, wenn sie erst einmal genannt ist, eine Art transpersonaler Rumpelstilzcheneffekt im umgekehrten Sinne.

    Das heißt aber nun nicht, dass man die ERFAHRUNG (!!!) deswegen verleugnen muss. Letzteres ist ein Trugschluss, der von der konventionellen Wissenschaft häufig gemacht wird, indem sie Ockhams Rasiermesser radikal anwendet und sich gewissermaßen nicht nur rasiert, sondern dem entsprechenden Phänomen gleich den Hals abschneidet und es damit für irrelevant erklärt.“

    Die ERFAHRUNG (in der Publikation geht es um den Kontext „transpersonaler Phänomene“) muss laut Walach als ZU KLÄRENDES PHÄNOMEN zugelassen werden, ohne vorschnell positive oder negative Schlüsse zu ziehen.

    Um etwas konkreter zu werden. Die spektakuläre und im Lancet publizierte Nahtodesstudie von Pim van Lommel…

    http://www.psychophysik.com/html/re051-nahtodesforschung-s2.html

    … dürfte nach deiner Logik nur dann untersucht werden, wenn zuvor sichergestellt ist, dass es die von van Lommel festgestellten Ergebnisse überhaupt gibt. Aus der Sicht von Walach ist es der wissenschaftlich saubere Weg, Nahtodesphänomene sehr wohl zu untersuchen … und zwar mit möglichem positiven oder negativen Ausgang. Der falsche Weg wäre es aus Sicht von Walach, Nahtodesphänomene nicht zu untersuchen, weil sie aus heutiger Sicht ja nicht sein können.

    Dieser Logik folgend hätte man aus Sicht des Jahres 1840 die Quantenmechanik nicht untersuchen dürfen. Man hätte 1840 stattdessen nachweisen müssen, „dass die Phänomene, die man mit neuer, spekulativer QM erklären will, überhaupt nachprüfbar existieren.“ Genau das war 1840 jedoch nicht möglich, was der Quantenmechanik jedoch auch 1840 ziemlich egal gewesen wäre.

    😉

  19. Zur Klassifizierung „Esoterik“ und „Pseudowissenschaft“

    @ kamenin:

    „Zu Esoterik: In dem ganzen Artikel geht es um rätselhafte Geisthaftigkeit von Materie und intelligente Kraftfelder — später wird das verknüpft mit seltsam geisterhaften Ansichten über Schwarmverhalten und klar esoterischen Phänomenen wie Telepathie — und der von Ihnen hier und auf meinem Blog dazu verknüpfte Walach-Artikel will mit der Art von QM dann gleich auch noch Schamanismus, Magie, Voodoo, magisches Heilen und Besessenheit erklären…
    Offensichtlich geht es also um esoterische Themen.“

    Diese Sichtweise teile ich nicht. Ich verstehe jedoch, dass es Ihnen (sorry für das „du“ zuletzt) schwer fällt, zwischen Fakten und Interpretationen zu unterscheiden. Das ist ein klein wenig wie bei Journalisten, die Tatsachenberichte und Kommentare mixen, um dann persönliche Wertungen als Tatsachen darzustellen. Und zwar ohne böse Absicht. Es ist den jeweiligen Journalisten häufig überhaupt nicht bewusst.

    Aus meiner persönlichen Sicht geht es im Beitrag „Und Sie rauben uns die Materie“ ausschließlich um die Frage, was Materie denn ist und ob es eine Überlappung der Begriffe „Materie“ und „Geist“ geben könnte. Das hat mit Esoterik und Pseudowissenschaft m. E. wenig zu tun.

    Im Detail:

    „rätselhafte Geisthaftigkeit „:
    Das ist eine subjektive (noch dazu dem Verfasser nicht bewusste) Interpretation und Bewertung. Ein zu klärendes Phänomen muss nicht zwangsläufig esoterisch sein, ebenso wie die Quantenmechanik 1840 rätselhaft gewesen wäre, nicht jedoch esoterisch.

    „intelligente Kraftfelder „:
    Wenn ich ein Atom (im nicht-physikalischen Sinne) als „intelligentes Kraftfeld“ umschreibe, welches rein materiell gesehen frei von jeglicher Stofflichkeit ist, dann weiß ich nicht, was daran esoterisch sein soll.

    „geisterhafte Ansichten über Schwarmverhalten“:
    Auch dies ist eine (dem Verfasser nicht bewusste) unzulässige Interpretation. Es geht nicht um GEISTER, sondern um mögliche Formen der Kommunikation in Fischschwärmen, welche über die bisher bekannten Wege hinausgehen. Mehr dazu im Buch „SYNCHRON“ von Steven Strogatz, welches mit Esoterik absolut nichts zu tun hat.

    „Telepathie“:
    Ist nicht Thema des Artikels „Und sie rauben uns die Materie“. Die im Sinne von Prof. Günter Ewald wissenschaftlich untersuchte Frage, ob es neue, bisher unerforschte Formen der Kommunikaiton zwischen Lebewesen gibt, hat mit „Esoterik“ und „Pseudowissenschaft“ nichts zu tun. „Esoterik“ wäre es dann, wenn ich an einer wissenschaftlichen Untersuchung der Frage kein Interesse hätte und das Phänomen ohne jegliche Untersuchung als gegeben und bewiesen annehmen würde.

    Mein Artikel „Und Sie rauben uns die Materie“ geht übrigens weder auf das Schwarmverhalten ein … noch nimmt er irgendwie Bezug auf den Artikel von Harald Walach. Die Klassifizierung als „Esoterik“ und „Pseudowissenschaft“ erfolgte somit zu einem Zeitpunkt, als dies keine Themen waren.

    Ich bleibe somit bei meiner Sichtweise, dass kamenin (vor) schnell und emotional urteilt. Ergänze dies jedoch noch um den Hinweis, dass kamenin Schwierigkeiten mit der Trennung von Fakten und Interpretationen hat.

    Je länger ich über diese meine Zeilen nachdenke, umso mehr komme ich zu der Erkenntnis, dass diese Diskussion wenig fruchtbar ist und ich die „Logik“ kamenin als intellektuelle Zumutung empfinde.

    Vor diesem Hintergrund soll dies auch mein letzter Beitrag zur Esoterik-Diskussion hier bleiben.

  20. Da geht ja jetzt einiges durcheinander bei Ihnen, Herr Fritzsche, nicht nur die Ansprache zwischen Du, Sie und dritter Person.

    Ich erkläre Ihnen noch mal, wie Wissenschaft funktioniert:
    1. Man hat ein nachweisbares, reproduzierbares Phänomen, dass sich aus der bisherigen Theorie nicht erklären lässt (Einstein: Konstanz der Lichtgeschwindigkeit; QM: fester Elekronenbahnradius)
    2. Man formuliert eine Hypothese, die man anhand ihrer daraus ableitbaren Vorhersagen widerlegen könnte (und die man auch am besten theoretisch begründet und ausarbeitet); es ist auch von Vorteil, wenn die neue Hypothese nicht von vorneherein alten Erkenntnissen und Messdaten widerspricht, weil man sie dann zynischerweise schon als widerlegt betrachten könnte
    3. Die Hypothese wird auf innere Kohärenz, Übereinstimmung mit alten Daten und schließlich experimentell geprüft

    Es ist Unsinn, Punkt 2 und 3 vor Punkt 1 anzugehen (es ist auch gar nicht möglich — von daher sind ihre Einwände im ersten Kommentar, was angeblich alles Pseudowissenschaft gewesen sei hinfällig: weil sie offenbar die Unterscheidung bzw. Reihenfolge der Ebenen hinbekommen). Ohne die bestätigten Widersprüche zur Zeit der Theorielegung wäre die Arbeit an Relativitäts- oder Quantentheorie tatsächlich nicht möglich gewesen. Warum auch – hätte ja gar kein Anlass bestanden.

    Zum Vergleich noch mal Walach:
    1. Anstatt zu belegen, dass es transpersonale Phänomene überhaupt als solche gibt, dass somit überhaupt Erklärungsbedarf besteht, nimmt er die als Erfahrungen als gegeben an. Der von Ihnen einschränkend zitierte Abschnitt bezieht sich auf die *Deutung* dieser Phänomene im traditionellen kulturellen Kontext — dafür will er ja seine eigene Theorie liefern; es ist keine Infragestellung der allerdings alles andere als nachgewiesenen und nicht reproduzierbaren Phänomene selbst.
    2. Mit dem Hinweis auf eine Quantenphysik wird analog über eine ähnlich zwischen Gehirnen wirkende Verschränkung spekuliert und diese als Lösung angeboten. Diese wird behauptet. Sie passt zu nichts, was wir quantenmechanisch als Verschränkung verstehen, widerspricht sogar diesen Erfahrungen. Es ist nicht möglich, konkrete Voraussagen daraus abzuleiten. Im Grunde ist das Hauptargument: „Ich behaupte Fernwirkungen, und in der Physik gibt es was ähnliches (wenn auch tatsächlich ganz verschiedenes).“
    3. Die „Theorie“ kann nicht auf innere Koheränz geprüft werden, weil sie nur aus einer schattenhaften Andeutung besteht. Jede Beziehung zur QM ist nur behauptet und steht im Widerspruch zur QM-Verschränktheit. Experimentelle Prüfbarkeit wird weder angedeutet, noch versucht, noch erscheint sie möglich.

    Das mag als psychologische Spekulation ja statthaft sein (ich bezweifle das) — wenn es aber um Quantenphysik und Naturwissenschaft geht, ist das: Pseudowissenschaft. Vielleicht erkennen Sie ja inzwischen auch den Unterschied.

    Zur Unterscheidung zwischen „Fakten und Interpretation“: ich habe nicht die geringste Idee, wie Sie das Auftauchen von Wertungen in einer Kritik überrascht sein können. Ihr Geheimnis. Die Vermutung, ich sei mir der (ganz genau so gemeinten) Wertung in Begriffen wie „rätselhafte Geisthaftigkeit“ oder „geisterhafte Ansichten“ nicht bewusst, ist dann wohl auch nur Ihre. Die dazugehörenden Fakten habe ich auf meinem Blog in aller Ausführlichkeit dargestellt (übrigens noch kein Wort von Ihnen zu Ihren Verdrehungen des 2004er Experiments — sie haben die Blatts Veröffentlichung doch gelesen, eine Mühe, dich ich mir immerhin gemacht habe?).
    Dagegen bin ich mir nicht sicher, inwieweit Sie sich bewusst sind, was Sie in ihrem Materie-Artikel betreiben: Sie interpretieren physikalische Fakten, zu denen Sie im Übrigen kein Iota hinzufügen. Was Sie nicht daran hindert, schon mal groß zu feiern über den behaupteten Paradigmenwechsel. Da würde ich mit der abschätzigen Verwendung des Wortes Interpretation nicht so leichtfertig umgehen.

    Ich vemute nicht, dass es viel Sinn hat, Sie noch mal auf die geisterhafte Seltsamkeit (!) von Aussagen hinzuweisen wie: „Wenn ich ein Atom (im nicht-physikalischen Sinne) als ‚intelligentes Kraftfeld‘ umschreibe“.
    Wie kann man denn ein Atom „nicht-physikalisch“ umschreiben? Und trotz zweimaliger Nachfrage haben Sie immer noch nicht angedeutet, was denn ein intelligentes Kraftfeld sei oder welche Gründe Sie für eine Charakterisierung eines vollständig physikalisch beschriebenen Atoms haben. Es ist auch nicht frei von jeder Stofflichkeit, aber das werden Sie nicht einsehen wollen.
    Wie gesagt: Esoterik. Dass Sie sich eine eigene Definition des Begriffs zurechtzimmern, damit Sie darunter nicht mehr fallen, sei Ihnen unbenommen. Die werde ich mir aber nicht aneignen.

    Aber in zwei Punkten haben Sie mich überzeugt. Die Diskussion ist wenig fruchtbar. Und intellektuell sollte ich Ihnen nichts mehr zumuten.

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