Heute wurde von neun Soziologen und Medienwissenschaftlern verschiedener Universitäten unter dem Titel „Megaparty Glaubensfest“ eine interessante Studie veröffentlicht.
Die Wissenschaftler haben sich mit dem Phänomen der Massen-Begeisterung junger Menschen bei solchen religiösen Mega-Events wie dem römisch-katholischen Weltjugendtag 2005 in Köln auseinandergesetzt.
Die Ergebnisse dieser Untersuchung, von denen das Medienmagazin Pro berichtet, sind allerdings ernüchternd. Man könne nicht von einer „Renaissance der Religiosität“ reden, sondern müsse eher feststellen, dass die Jugendlichen vor allem den Event-Charakter des Weltjugendtages goutierten und sich nicht so sehr für die Inhalte des Glaubens interessierten.
Außerdem stellt die Studie fest, dass Jugendliche, die sich zum Christentum bekennen, als gläubige Menschen im Alltag massiven Marginalisierungs- und Diskriminierungserfahrungen ausgesetzt seien. Sie würden verspottet und von ihrer Umwelt nicht für voll genommen. Glaube gelte als „uncool“.
Tja, ich fürchte, da ist wohl irgendwas falsch gelaufen. Nicht in der Studie. Sondern in den Kirchen. Scheinbar wird es peinlich, sich offen als Christin oder Christ zu bekennen. Ich fürchte, das hängt mit damit zusammen, dass sich in den Köpfen vieler Leute mittlerweile ein dickes Paket (durchaus nicht unbegründeter) Vorurteile gegenüber „Churchies“ (wie uns ein Bekannter von mir nennt) angesammelt hat. Und diese Vorurteile stecken uns überwiegend in eine recht staubige, muffige, verklemmte und besserwisserische Spießer-Ecke – wie gesagt: Ich fürchte, wer sucht, wird nicht ewig suchen müssen, um seine Vorurteile in der Realität viel zu häufig und viel zu schnell bestätigt zu finden. *Seufz*
Es ist hohe Zeit, dass wir was dagegen machen, und das Engagement stärker in den Mittelpunkt rücken, welches sich gerade auf Basis des christlichen Glaubens für Frieden, Gerechtigkeit und Schöpfungsbewahrung einsetzt.
Ich hoffe beispielsweise, dass morgen viele erkennbare Christinnen und Christen bei der Initiative des Nordharzer Städtebundtheaters „Auf die Plätze“ in Quedlinburg dabei sind, wenn gegen die Neo-Nazi-Umtriebe und den geplanten Aufmarsch der Rechten demonstriert wird. Auch die demnächst stattfindende Ökumenische FriedensDekade ist eine gute Gelegenheit, deutlich zu machen, dass Christentum ziemlich viel mit der Welt zu tun hat und alles andere als ein alter Hut ist. Der Welt zeigen: Reich Gottes bricht jetzt und heute an!



Kommentar verfassen