
München trägt heute
den Himmel wie einen zu großen Mantel.
Grau. Schwer.
Ein bisschen müde vielleicht.
Die Straßenbahnen ziehen
durch den Nachmittag
wie Gedanken,
die noch nicht wissen,
ob sie Hoffnung sind
oder einfach nur Routine.
Und ich sitze da
mit einer Tasse Kaffee zwischen den Händen,
als könnte Wärme
eine kleine Religion sein.
Der Milchschaum zerfällt langsam.
Menschen laufen vorbei
mit Schirmen, Terminen, Sorgen,
mit Einkaufstaschen voller Alltag.
Und plötzlich wirkt alles seltsam heilig.
Nicht die großen Antworten.
Nicht der perfekte Plan.
Nicht dieses ewige
„Du musst aus deinem Leben etwas machen“.
Vielleicht besteht der Sinn manchmal nur daraus,
für einen Moment da zu sein.
Den ersten Schluck zu trinken.
Den Regen gegen die Scheibe zu hören.
Einem anderen Menschen kurz zuzunicken.
Nicht davonzurennen.
München unter tiefen Wolken.
Kaffeeduft.
Ein langsamer Nachmittag.
Und irgendwo zwischen
dem bitteren Geschmack
und dem warmen Becher
sitzt das Leben
ganz still
mit am Tisch.



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