
Es sind 33 Grad im Schatten, und München hat sich erfolgreich in eine asphaltierte Saunalandschaft ohne Erholungsfaktor verwandelt. Wer jetzt noch glaubt, produktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu müssen, hat das Prinzip der thermodynamischen Selbsterhaltung nicht verstanden. Jede Bewegung ist ein Verrat am eigenen Körper.
Die einzige wissenschaftlich fundierte Überlebensstrategie lautet: konsequente Verweigerung jeglicher Motorik. Wir reduzieren uns auf das Wesentliche – den Grundumsatz. Atmen, Herzschlag, Stoffwechsel. Mehr ist dem System Mensch aktuell nicht zuzumuten. Selbst das Denken sollte eingestellt werden, da die neuronale Abwärme den Schädel von innen heraus röstet. Es ist die Stunde der kollektiven Agonie.
Der Gang zum Kühlschrank mutiert unter diesen Bedingungen zu einer hochexperimentellen Expedition. Wer den Weg nicht im Kriechtempo absolviert, riskiert den sofortigen Zusammenbruch des Flüssigkeitshaushalts. Ein eiskaltes Getränk ist kein Genuss mehr, sondern eine medizinische Notwendigkeit, die man sich mit Schweißperlen auf der Stirn hart erkämpfen muss.
Der thermische Ausblick
Der Mensch ist bei diesen Temperaturen kein hochentwickeltes Wesen, sondern lediglich ein überhitzter Beutel Biomasse, der verzweifelt versucht, nicht flüssig zu werden. Bis zur nächsten Kaltfront gilt: Totstellen schützt vor Überhitzung.



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