Russlands Geld für die Ukraine: Der geniale Trick

Stell dir vor, du machst etwas kaputt und musst dann nicht nur dafür geradestehen, sondern auch noch den Wiederaufbau finanzieren – mit deinem eigenen Geld, auf das du gerade keinen Zugriff hast. Klingt ziemlich clever, oder? Genau das plant Bundeskanzler Friedrich Merz jetzt mit Russland. Im Klartext: Russland soll den Wiederaufbau der Ukraine, also des Landes, das es selbst seit Jahren zerstört, mit seinem eigenen, eingefrorenen Geld bezahlen.

Wie soll das Ganze funktionieren?

Okay, pass auf, es ist ein bisschen wie ein Finanz-Hack, aber absolut genial.

Nach dem Angriff auf die Ukraine hat der Westen riesige Geldsummen der russischen Zentralbank eingefroren. Wir reden hier von rund 190 Milliarden Euro, die bei einem Unternehmen namens Euroclear in Brüssel liegen. Das ist so eine Art super-sichere Bank für Wertpapiere. Russland kommt an dieses Geld nicht mehr ran, aber es gehört ihnen rechtlich gesehen immer noch. Einfach wegnehmen und der Ukraine geben, geht völkerrechtlich nicht so einfach – Russland könnte das im UN-Sicherheitsrat blockieren.

Und hier kommt der „Milliardentrick“ von Kanzler Merz ins Spiel:

  1. Die Europäische Kommission gründet einen speziellen Fonds.
  2. Dieser Fonds gibt der Ukraine einen riesigen, zinslosen Kredit – wir reden von 140 Milliarden Euro.
  3. Um dieses Geld zu haben, gibt der Fonds eigene Wertpapiere (Anleihen) aus.
  4. Der Clou: Diese neuen Anleihen werden mit dem eingefrorenen russischen Geld bei Euroclear gekauft.

Im Grunde leiht sich Russland also selbst das Geld, um es der Ukraine zu geben. Aus rechtlicher Sicht bleibt das Geld russisches Eigentum, aber wirtschaftlich wird es für den Wiederaufbau der Ukraine genutzt. Ziemlich clever, oder? Man umgeht damit die komplizierte Frage der Enteignung.

Warum ist das so wichtig?

Die USA haben ihre Unterstützung für die Ukraine zurückgefahren, und in Europa wird das Geld auch langsam knapp. Deutschland müsste wahrscheinlich einen riesigen Teil der weiteren Kosten alleine tragen. Mit diesem Plan würde man Russland direkt für die Zerstörung in die Verantwortung nehmen – und zwar finanziell. Man nutzt sozusagen die zukünftigen Reparationszahlungen, die Russland irgendwann leisten muss, schon heute.

Die EU-Länder würden mit Bürgschaften dafür sorgen, dass für Russland formal keine Verluste entstehen. Das ganze Modell funktioniert aber nur, solange die Sanktionen gegen Russland bestehen bleiben. Und genau hier liegt eine kleine Herausforderung: Länder wie Ungarn oder die Slowakei, die als eher russlandfreundlich gelten, müssten immer wieder zustimmen. Daran wird aber bereits gearbeitet.

Am Ende ist die Logik einfach und bestechend: Russland hat einen unvorstellbaren Schaden angerichtet. Jetzt soll es mit seinem eigenen Vermögen dafür sorgen, dass dieser Schaden wieder behoben wird. Im Kreml dürfte man bei dieser Vorstellung vor Wut in die Tischkante beißen, aber für die Ukraine und den Westen ist es ein absolut richtiger und wichtiger Schritt.

Quelle: Die ZEIT, „Russische Vermögen für die Ukraine: Der Milliardentrick des Friedrich Merz“, 26. September 2025.


Entdecke mehr von god.fish

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

1 Arbeit Architektur Bayern Berlin Beziehung Beziehungen Bibel Bilder blau Blumen Christen Christentum Corona Coronavirus demokratie Details Deutschland Donald Trump EKD Essay Essen Ethik EU Europa Evangelisch Farben Flüchtlinge Fotografie Fotos frieden funny.casa Gedanken Gedichte gelb Gemeinde Geschichte Gesellschaft Gesundheit Glaube Gott grün Herbst Highlight Hoffnung Humor Impressionen italien Jesus Jesus.casa Katholisch kinder Kirche Klimaerwärmung krankheit Krieg Kultur Kunst Leben Lebenshilfe Liebe Medien menschen Menschenrechte Musik Musikgeschichte münchen München inside Nachgedacht Nato Natur neu Olaf Scholz Ostern Pandemie philosophie photography Politik Psychologie Putin Religion Russland Satire Sprache sunshine.casa Theologie Tod Toleranz Ukraine Universum Urlaub usa verantwortung video Weihnachten winter Wirtschaft yellow.casa Zivilcourage Zukunft


Kommentare

Ein Kommentar zu „Russlands Geld für die Ukraine: Der geniale Trick“

  1. anhyeuem66: „Im Mittelalter hat man … Lügner die Zunge abgeschnitten“

    Es würde sehr still werden im Land,
    würden allen Lügnern die Zunge abgeschnitten. 😉

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von god.fish

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen