Könnte Deutschland einem russischen Angriff standhalten?

Symbolbild: marode Verteidigung.

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dient nicht nur als eindringliche Warnung für Europa, sondern als Blaupause für den Verteidigungsfall der NATO-Staaten. Besonders Deutschland steht hier im Fokus. Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine hat die deutsche Regierung die sogenannte „Zeitenwende“ ausgerufen, eine radikale Umkehr in der Verteidigungspolitik mit einem Sondervermögen von 100 Milliarden Euro. Doch die Realität sieht düsterer aus. Der Fortschritt in der militärischen Aufrüstung ist erschreckend langsam und unambitioniert, wie das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) feststellt. Trotz großer Worte und vermeintlich schneller Bestellungen zeigt sich eine ernüchternde Bilanz: Es wird Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern, bis Deutschland tatsächlich verteidigungsbereit sein könnte.

Während Deutschland also zögerlich agiert, hat Russland seine Kriegswirtschaft mobilisiert. Es produziert Waffen und Munition in einem Tempo, das Deutschland nie erreichen kann, wenn es weiterhin mit bürokratischen Hürden kämpft. Die Bundeswehr hat ihre Panzer- und Flugzeugbestände seit der Jahrtausendwende drastisch reduziert und bleibt weit hinter dem zurück, was in einem echten Verteidigungsfall notwendig wäre. So stehen heute nur noch knapp 300 Panzer zur Verfügung – eine gefährliche Unterbesetzung für ein Land, das eine Schlüsselrolle in der europäischen Verteidigung einnimmt.

Doch auch bei der NATO-Unterstützung für die Ukraine zeigt sich die Angst vor einer Eskalation. Die Ukraine darf zwar Waffen erhalten, jedoch nur zur Verteidigung auf eigenem Boden. Diese zurückhaltende Haltung offenbart eine tief verwurzelte Furcht vor direkter Konfrontation mit Russland. Sollte Deutschland selbst zum Ziel russischer Aggression werden, stellt sich die Frage, ob die NATO ähnlich zögerlich agieren würde. Ein Szenario, das nur allzu real wirkt, wenn Deutschland nicht bald selbstverteidigungsfähig ist.

Die Wahrheit ist, dass die bisherigen Bemühungen nicht ausreichen. Die deutschen Streitkräfte sind in einem Zustand, der im Ernstfall fatal sein könnte. Wenn die Regierung nicht schneller und entschlossener handelt, könnte Deutschland in einer Situation der militärischen Schwäche gefangen sein, in der weder die NATO noch die eigene Verteidigungskraft ausreichend sind, um eine echte Bedrohung abzuwehren.

Deutschland muss daher dringend seine militärischen Kapazitäten ausbauen. Die Verteidigungsfähigkeit des Landes darf nicht auf dem Papier existieren, sondern muss sich in schnellen und wirkungsvollen Maßnahmen widerspiegeln. Die Lektionen aus dem Krieg in der Ukraine sind eindeutig: Ohne eine starke, gut ausgerüstete und einsatzbereite Armee könnte das Land gefährlich verwundbar sein.

Deutschland, ein superreiches Land, das sich selbst nicht verteidigen kann. Für einen Aggressor wie Russland ein leichter, lockender Leckerbissen.

Quelle ZEIT ONLINE


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