Der deutsche Überbietungswettbewerb beim Kondolieren

Am Freitag fand bei Moskau in einer Konzerthalle ein Attentat mit mindestens 130 getöteten Menschen statt. Der Islamische Staat IS hat mehrfach erklärt, dass er dafür zuständig war.

Der russische Diktator Putin sieht das aber anders. Er versucht, der Ukraine die Schuld zu geben. Dies wäre für Diktator Putin aus mehreren Gründen günstig: Er könnte mit der dadurch entstandenen Wut in Russland sicherlich gut härtere Gesetze durchsetzen, wie beispielsweise die Wiedereinführung der Todesstrafe, ausserdem könnte er wohl eine Generalmobilmachung mit größerer Zustimmung im Volk durchsetzen. Denn wo erstmal Hass geschürt ist, finden sich viele Freiwillige.

Das Ganze stört aber nicht gewisse deutsche Politiker, immer wieder ihr Beileid auszudrücken, also zu kondolieren. Und zwar nicht nur irgendwelche deutschen Politiker, sondern ranghohe und die Ranghöchsten.

Außenministerin Annalena Baerbock kondoliert öffentlich.

Dann folgt Vizekanzler Robert Habeck.

Dann folgt der Bundeskanzler Olaf Scholz.

Dann folgt das deutsche Staatsoberhaupt, Bundespräsident Frank Walter Steinmeier.

Nun ist es natürlich ein Zeichen zivilisierter Herkunft, dass man nicht Leben gegen Leben aufrechnet und deswegen auch in Richtung der russischen faschistischen Diktatur, die seit über zwei Jahren die Ukraine in einem brutalen Vernichtungskrieg zerstört, kondoliert, indem man Betroffenheit signalisiert.

Denn eigentlich wolle man ja den Menschen kondolieren. Aber wenn Staatsoberhäupter öffentlich und zu mehreren ihre Betroffenheit ausdrücken, kondolieren dadurch sie natürlich zuförderst dem anderen Staat. In diesem Fall der russischen Diktatur.

Am Freitag in den frühen Morgenstunden vor dem Anschlag führten die russischen Streitkräfte einen der schwersten Angriffe seit vielen Wochen auf die Ukraine landesweit aus.

Seit diesem Angriff ist die Stadt Charkiw mit etwa 2 Millionen Einwohnern immer noch ohne Strom.

Hat in dieser Angriffswelle Frau Baerbock der Ukraine kondoliert?

Herr Habeck?

Herr Scholz?

Herr Steinmeier?

Nein.

Doch zu was haben die vielen Kondolierungen anlässlich des moskauer Attentats geführt?

Dazu, dass heute ein russischer Marschflugkörper 39 Sekunden lang durch polnischen Luftraum geflogen ist. Durch NATO-Luftraum. Bei der Geschwindigkeit von 800 km/h dieses Marschflugkörpers sind das fast 9 Kilometer durch NATO-Gebiet.

Vielleicht gedenken gewisse deutsche Politiker, auch weiterhin freundlich in Richtung Moskau zu kondolieren?

Dann sollten sie das auch für die Ukraine tun.

Jeden.

Einzelnen.

Tag.


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