Die Utopie des bedingungslosen Grundeinkommens

In Deutschland kommt in regelmäßigen Abständen immer mal wieder die Diskussion auf, ob man nicht ein bedingungsloses Grundeinkommen im Lande auszahlen sollte.

Finanziert werden könnte es über Steuern. Je nach Einkommensverhältnissen zahlen die Menschen ja eine unterschiedliche Höhe an Steuern.

Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens finden in der Regel diejenigen Menschen gut, die glauben, dadurch etwas gewinnen zu können. Nicht so gut finden es diejenigen Leute, die glauben, zur Finanzierung dieses Grundeinkommens höhere Steuern zahlen zu müssen.

Deutschland hat eine soziale Marktwirtschaft, was bedeutet, dass Menschen ohnehin nicht durch das soziale Netz hindurch fallen müssen, sondern staatliche Hilfen bekommen, wenn sie beispielsweise arbeitslos sind oder sehr wenig verdienen.

Der Charme eines bedingungslosen Grundeinkommens soll nun offenbar darin liegen, dass man, wenn man Geld braucht, nicht mehr zu irgendwelchen Ämtern als Bittsteller laufen muss, sondern einfach so und von Haus aus jeden Monat ein Grundeinkommen aufs Konto überwiesen bekommt. auch die Ämter seien dadurch dann entlastet. Im Prinzip müsste aus Gründen der Gerechtigkeit und der Gleichbehandlung dann jeder Bürger in Deutschland gleich viel erhalten, sagen wir mal 1000 € monatlich.

Dass dies über Steuern finanziert werden müsste, haben wir oben schon angedacht.

Das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens könnte aber an ganz anderer Stelle an seine Grenzen stoßen.

Denn wenn jeder Bürger in Deutschland jeden Monat 1000 € mehr zur Verfügung hätte, was würde dann beispielsweise Vermieter daran hindern, die Mieten künftig nicht einfach sukzessive zu erhöhen, wenn jeder doch 1000 € monatlich mehr zahlen könnte? Und was würde generell die Industrie und den Handel daran hindern, die Preise nicht ebenfalls zu erhöhen, wenn doch jeder Bürger und Konsument 1000 € im Monat mehr zur Verfügung hätte, die er ausgeben könnte?

Hier kämen dann also fast schon obligatorisch staatliche Regularien ins Spiel, die derlei verhindern müssten. Dadurch wäre die Marktwirtschaft dann aber auch nicht mehr die Marktwirtschaft, sondern man wäre irgendwo im Sozialismus angelangt.

Nun müsste Sozialismus vielleicht nicht von Haus aus ein Schreckgespenst sein, aber realistisch gedacht wäre es sicherlich so, dass Menschen, die Geld haben und Investoren, die Geld haben, dieses Geld dann lieber irgendwo im Ausland parken oder anlegen würden, weil man in Deutschland damit ja nicht mehr allzu viel verdienen könnte und man sich durch den Staat gegängelt fühlen würde.

Dies könnte des Weiteren dazu führen, dass in Deutschland immer weniger Geld zur Finanzierung des Grundeinkommens zur Verfügung stünde, was den Gedanken des Grundeinkommens dann vermutlich von selbst wieder revidieren würde. Denn ohne eine funktionierende Marktwirtschaft funktioniert wohl auch das bedingungslose Grundeinkommen nicht.

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