Fast jeder kennt es, dass man Dinge von heute auf morgen und dann auf übermorgen verschiebt. Warum aber?
Es gibt, wie so oft im Leben, vermutlich viele Gründe.
Einer der Gründe dürfte aber sein, dass man sich selbst wichtiger nimmt als das, was einem aufgrund irgendwelcher Regularien, Terminpläne oder Erwartungen der Gesellschaft aufoktroyiert wird. Prokrastination bedeutet in dieser Hinsicht, ich mache jetzt erstmal das, was mir als Mensch entspricht. Ich liebe mich selbst, oder ich liebe mich zumindest nicht weniger, als die anderen Menschen, die etwas von mir wollen mit all ihren Erwartungen und ihrem Erwartungsdruck, der auf mir lastet und einen durchaus erdrücken könnte, wobei die anderen dann nur mitleidig schauen würden. Ich schwimme mich jetzt erstmal frei und mache das, was mir selber entspricht. Ich möchte Mensch sein, keine Maschine, die funktionieren muss. Und um den Rest kann ich mich dann immer noch kümmern.
Ja, die anderen liebe ich schon auch. Aber wie heißt es doch? Liebe Gott von ganzem Herzen und den Nächsten wie dich selbst. Das heißt eben auch, dass man sich selbst lieben muss, um genießbar für die anderen zu sein. Denn wer selbst nicht genießt, wird ungeniessbar. Und da haben die anderen dann auch nichts davon.



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