„Wenn Papa tot ist, dann…“

frau_lacht.jpg…machen wir von seiner Lebensversicherung eine tolle Reise und kaufen uns ein großes Haus. So ähnlich wirbt derzeit eine Fernsehwerbung. Tochter und Ehefrau freuen sich auf diesen Zeitpunkt. Wie schön. Papa, der dabei sitzt, schaut dagegen etwas verlegen.

Diese Werbung ist irgendwo doch recht unmoralisch. Denn sie entwirft ein Weltbild, wonach jeder nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Mein Haus, mein Auto, meine Pferdepflegerin. Es ist die Geiz-ist-geil-Mentalität.

Ob diese Mentalität nun real existiert, ist eine andere Frage. Diese Vorstellung kommt unter anderem von Wirtschaftsprofessoren und BWL-ern, die versuchen, den Menschen darauf zu reduzieren, dass er von seinem Wesen her nur nach Gewinnmaximierung strebe. Dies ist zwar eine Vereinfachung, um den sog. Konsumenten besser fassen zu können, wirkt sich aber auch auf das Weltbild von Menschen aus: aus Worten werden Gedanken, aus Gedanken werden Taten, aus Taten wird Charakter, und aus dem Charakter wird letztlich ein gelungenes oder mißlungenes Leben.

Was würden aber Ehefrau und Tochter denn tatsächlich fragen, wenn der Ehemann – der Vater – gestorben wäre ?
Es wären Fragen wie: ist nun alles von ihm verschwunden, oder lebt seine Seele weiter ? Es würden Fragen aufkommen wie: gibt es einen Gott ? Was ist der Mensch überhaupt ? Worin liegt der Sinn unseres Lebens ?

Das wären die zentralen Themen, die Beantwortung verlangten. Drum sollte man überlegen, ob man einer solchen Werbung auf den Leim gehen möchte. Oder besser nicht. Wenn man ihr nämlich folgt, dann signalisiert man damit auch irgendwo: gutes Weltbild, was ihr da vermittelt.

Möchte man aber eine menschlichere Weltsicht leben und weitergeben, dann kann man sich alten und dennoch recht zeitlosen Gedanken zuwenden: Hier lesen.

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Kommentare

12 Kommentare zu „„Wenn Papa tot ist, dann…““

  1. Avatar von mummer

    So eine Mentalität wäre wirklich monströs.
    Die weitergehenden Fragen stellt sich niemand, der diese Werbung toll findet. jeder andere wird davon überhaupt nicht angesprochen.

  2. Avatar von Christian
    Christian

    ……..würde die Versicherung wahrscheinlich auch nicht mal zahlen! Wenn die Umstände oder Zahlungsfristen nicht erreicht / geklärt wären, alle Vertragsbedingungen nicht erfüllt werden, dann steht diese Familie vor dem NICHTS!
    Ich darf mir erlauben, da als Jahrgang 84 geboren, meine Meinung so zu schreiben wie ich sie das erste Mal im Kopf verfasst habe, als ich den Werbeslogan dieser Versicherungsgesellschaft sah.
    Nur eine menschenverachtende Firma die auf Profit aus ist, nutzt um überhaupt noch Aufmerksamkeit in der heutigen Zeit zu erreichen, die Familienkultur auf solch eine erniedrigende Weise aus.

    Ich bitte daher jene Menschen, die noch einen Funken der Würde für die Familie überhaben, dieser verachtenswerten Firma zu schreiben um diese Werbung aus dem Fernseher verschwinden zu lassen!

    CosmosDirekt
    Halbergstraße 50-60
    66101 Saarbrücken

    24h Beratungsservice
    Telefon: 0681-9 66 66 66

    Natürlich erreichen Sie uns auch über unsere E-Mailadresse info@cosmosdirekt.de.

    Dafür danke ich jedem einzelnen Schreiber!!

  3. Avatar von mummer

    Ich habe jetzt mehrfach die Werbung gesehen – einfach entsetzlich. Ekelhaft.

  4. Hallo.

    Man kann der Sache auch was Gutes abgewinnen: Ziel der Werber war, den Namen des Kunden mit einer starken Emotion zu verbinden. Diese darf ruhig negativ sein; der Grund ist längst vergessen, wenn es beim Namen klick macht – in einigen Monaten, Jahren.

    Also wäre das Gute, dass die Werber nach Tagen des Konferierens zur Erkenntnis kommen, der Tod eines Menschen zur persönlichen Bereicherung sei stark empörend.

    Es wäre das Gute, wenn ich nicht der Meinung wäre, nicht alles Machbare solle auch gemacht werden.

    Schöne Grüße

  5. Avatar von mummer

    Jetzt ists ja weg erfreulicher Weise. Zuerst unterbrochen mit der Meldung, viele seien nicht einverstanden mit der Werbung, seit 3-4 Tagen gar nicht mehr!

  6. Avatar von rahmenwolf
    rahmenwolf

    Wie kriegt man einen vielleicht geschmacklosen, ganz sicher aber guten Gag kaputt? Richtig: Man seziert ihn, unterwirft ihn einer gründlichen ethisch-moralischen Prüfung und wählt dann noch die Perspektive desjenigen, auf dessen Kosten der Gag geht. Ja, da wird das politisch-theologisch korrekte Lachen dann schwierig.
    Natürlich: Ich muss auch schlucken, wenn mein Sohn (6) mich fragt: „Du Papa, wenn du tot bist, bekomme ich dann den Trecker?“ Aber das Leben ist halt hart. Und gerade deshalb sollte man gute Witze nicht kaputtreden. Denn die Folgen wären grauenerregend – gerade auch für die Werbung: Ich jedenfalls möchte mich nicht von sachlich vorgetragenen Infos langweilen lassen. Bliebe – wie immer – die Frage nach der Grenze: Eindeutig rassistisch sollten auch Witze nicht sein.

  7. @rahmenwolf

    Oh Meister des Witzes, dies mag Dir ja sehr lustig erscheinen, diese Werbung. Aber über Geschmack lässt sich durchaus streiten. Wenn die Werbung Dir gefällt, dann dünkt es mir, dass das, was Du als witzig verstehst, doch recht gewöhnungsbedürftig ist.
    Wie wäre denn solch eine Werbung: „Rahmenwolf, wenn Du Aids hast, darf ich dann Dein Erbe schon mal ausgeben ?“ Bös, nicht wahr ?

  8. @rahmenwolf

    und mal eine Frage: warum dann bitte keine rassistischen Witze, wo ist da Deine Grenze ? Die sind doch sicher auch gut, solche Witze, oder nicht ? Ist halt hart, das Leben.

  9. @rahmenwolf

    Sagen wir mal so: man kann unterschiedliche Dinge witzig finden. Ich für meinen Teil finde Witze dann nicht lustig, wenn sie auf Kosten anderer gehen. Und wenn das so ist, ist zugleich auch die Frage mit im Spiel, was Ethik und was Moral ist.

  10. Avatar von rahmenwolf
    rahmenwolf

    @theolounge
    1. über Geschmack lässt sich tatsächlich streiten, der schnelle Ruf nach der Geschmackspolizei ist allerdings bedenklich. Oder noch deutlicher ausgedrückt: fundamentalistisch. Und da hört der Spass dann für mich auf. Ooh, du hast gar nicht nach der Geschmackspolizei gerufen? Stimmt , das hast du Christian überlassen
    2. Ich weiß nicht, ob ich die Werbung mit Aids zu böse fände. Das Thema wird ja viel zu gerne totgeschwiegen. Aber ich fand auch die Benetton -Werbung in den 90er gut (Blutiges Tshirt etc.): Sie hat Problem thematisiert.
    3. Der Unterschied zwischen Papa-Witz und Rassismus? Den nicht zu sehen, ist schon hart. Machen wir es kurz: Niemand wird seinen – oder andere Väter – aufgrund der Werbung totschlagen, demütigen oder als weniger Wert ansehen. Genau das sollen aber rassistische Witze bewirken.
    4. Ich sage es ungern, aber es ist das Wesen des Witzes, dass er auf Kosten anderer geht: ein Pointe setzt nämlich eine unerwartete Entwicklung voraus, ausgelöst durch beklagenswerte geistige oder körperliche Mängel der Protagonisten. Humor ist – stark vereinfacht – die Freude darüber, das andere, in der Regel nicht reale Personen den Schaden haben.

  11. @rahmenwolf

    Klingt mir ein bischen scharf, Deine Kritik. Nun gut, Du hast da einen anderen Geschmack.
    Ich fand diese Werbung geschmacklos.

  12. …und wenn Du die Benettonwerbung mit einem Aidskranken gut findest – also dass ein Mensch, der sterben wird, dem es schlecht geht, für Profit einer Firma sorgen soll – , ist das natürlich Dein gutes Recht. Nachvollziehen kann ich das aber schlecht.

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