
Schutzloser Himmel: Der ungleiche Kampf um Patriot-Raketen
Dies ist eine Zusammenfassung des ZEIT-Artikels »Lage in der Ukraine: Der schutzlose Himmel verlängert den Krieg«.
Mangelhafte Flugabwehr und drohender Winter
- Einbruch bei der Abwehr: Die Ukraine leidet unter einem kritischen Mangel an Abfangraketen für die Systeme Patriot und Samp/T. Während zu Jahresbeginn noch viele russische ballistische Raketen abgefangen wurden, wehrte das Land im Juli nur noch etwa jede vierte und Anfang August kaum noch eine ab.
- Westliche Produktion hinkt hinterher: Russland stellt jährlich knapp 800 ballistische Kurzstreckenraketen her. Der US-Hersteller Lockheed Martin produziert pro Jahr nicht einmal ein Drittel des ukrainischen Bedarfs. Eigene europäische Entwicklungen wie das Projekt Freyja bieten keine schnelle Abhilfe.
- Gefahr für den Winter: Wladimir Putin nutzt die Lücken gezielt aus. Zusammen mit nordkoreanischen Raketenlieferungen droht im kommenden Winter eine gezielte Zerstörung der Energieinfrastruktur.
Patriot-Raketen: Der Vergleich zwischen dem Iran-Einsatz und der Ukraine
- 600 Raketen für die Ukraine: In den vergangenen Jahren überließen die USA der Ukraine insgesamt rund 600 Patriot-Abfangraketen, um Städte und Menschen vor russischen Angriffen zu schützen.
- Rund 1.700 Raketen im Iran-Krieg: Während des US-Militäreinsatzes gegen den Iran ließ Donald Trump innerhalb weniger Wochen schätzungsweise 1.700 Patriot-Raketen abfeuern. Der US-Bestand schrumpfte dadurch drastisch von rund 2.500 auf etwa 800 Stück.
- Dreimal mehr in wenigen Wochen: Damit verfeuerten die USA im Iran-Einsatz in kürzester Zeit dreimal mehr Abfangraketen, als die Ukraine seit Kriegsbeginn von den USA und allen europäischen NATO-Ländern zusammen erhalten hat.
- Absage an Selenskyj: Als Wolodymyr Selenskyj bei Trump um 300 Patriot-Raketen bat (was den ukrainischen Bedarf für gerade einmal zwei Monate decken würde), lehnte Trump ab. Er gab an, die USA bräuchten die Bestände selbst, und warf seinem Vorgänger Joe Biden vor, der Ukraine bereits zu viel geliefert zu haben.
Die Rolle von Donald Trump und Elon Musk
- Unschlüssiger Kurs von Donald Trump: Neben der Absage bei den Abfangraketen zeigt sich Trump auch bei Produktionslizenzen wankelmütig. Obwohl er beim NATO-Gipfel in Ankara versprach, der Ukraine den Eigenbau zu erlauben, stellte er diese Zusage wenig später wieder infrage.
- Die Rolle von Elon Musk: Um den Mangel bei der Raketenabwehr auszugleichen, will die Ukraine russische Startrampen direkt auf russischem Gebiet attackieren. Selenskyj bat Trump darum, Elon Musk zu einer Freigabe des Satellitendienstes Starlink für Angriffe innerhalb Russlands zu bewegen. Ob Musk dem zustimmt, ist ungewiss, da er Starlink in der Vergangenheit bereits mehrfach einschränkte.
Durch den eklatanten Mangel an Abwehrraketen und die Weigerung der USA, weitere Bestände abzugeben, verlängert sich der Krieg. Die Ukraine kann ihren Himmel kaum noch schützen und sieht sich gezwungen, verstärkt Gegenangriffe im russischen Hinterland zu versuchen.
Quelle: DIE ZEIT, Alexander Eydlin (7. August 2026)
Sollte Russland den Krieg gegen die Ukraine für sich entscheiden, wird Moskau den Begriff des feindlichen „Hinterlands“ schlicht neu definieren.
Dieses angebliche „ukrainische Hinterland“ – darunter Polen und Deutschland – gerät dann aus dem Schatten hybrider Attacken direkt ins Visier eines echten russischen Angriffskriegs.
Einen sehr kleinen, aber erschreckenden Vorgeschmack darauf gab bereits der jüngste Sprengstoff-Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle.
Wer glaubt, dass die russische Expansion an den ukrainischen Grenzen stoppt, ignoriert die reale Gefahr, dass der russische Angriffskrieg auch für uns in Deutschland nur eine russische Rakete weit entfernt ist.
Reden wir uns das nicht schön: Sobald das Regime Putin sich in der Lage sieht, macht es weiter. Mit dem „ukrainischen Hinterland„.



Kommentar verfassen