
Aktuell, so scheint es, stößt das politische System von Donald Trump zunehmend an seine Grenzen. Seine vertraute Strategie, die auf dem Mythos des unbarmherzigen Dealmakers und ständiger Einschüchterung beruht, verliert im In- und Ausland spürbar an Wirkung.
Ein abgebrochenes Fernsehinterview mit dem Sender NBC wird in der Öffentlichkeit nicht mehr als Stärke, sondern als Zeichen der Hilflosigkeit gedeutet. Auch der Rückhalt in den eigenen Reihen bröckelt, da sich wichtige Verbündete abwenden und erste politische Niederlagen im Repräsentantenhaus sowie bei Vorwahlen spürbar werden.
Außenpolitisch erweist sich Trumps transaktionaler Ansatz in den Konflikten mit China, Russland und dem Iran als Sackgasse. Sogar der israelische Regierungschef Netanjahu ignoriert Trumps Vorgaben im Nahost-Konflikt rücksichtslos, weil er um die strategische Abhängigkeit der USA weiß.
Trumps traditionelle Logik, treue Verbündete wie die Nato-Partner zu demütigen und autokratische Gegner zu schonen, bringt ihm Isolation statt Unterstützung.
International haftet ihm mittlerweile das Image an, in entscheidenden Momenten doch zurückzuweichen.
Als Reaktion flüchtet sich das Weiße Haus in eine ungewohnt defensive Kommunikation und bittet die Anhänger um Vertrauen in Verhandlungen hinter verschlossenen Türen.
Sollten die Republikaner im November die Midterm-Wahlen verlieren, droht dem US-Präsidenten die endgültige Handlungsunfähigkeit.



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