
Die Wettervorhersage war korrekt. Regen und noch mal Regen.
Nach etwa 1,5 Stunden Fahrt im Regen hat ein Mitfahrer den ersten Platten, der erste auf der ganzen Tour. Und zwar am Hinterrad. Es ist relativ mühsam, das Hinterrad auszubauen, den Schlauch zu tauschen, es wieder einzubauen, weil die Felge eigentlich auch für tubeless Mäntel gemacht ist und dies offensichtlich bewirkt, dass der Mantel unglaublich fest auf der Felge sitzt. Aber irgendwann schaffen wir es. Es geht weiter.
Und auch, wenn das ganze höchst unwahrscheinlich ist, hat dasselbe Fahrrad, obwohl es ein recht neues Modell und ein recht gutes Fahrrad ist, etwa nach einer Viertelstunde noch einmal einen Platten, diesmal aber am Vorderrad.
Während ich beim Ausbau des Hinterrades viel mitgeholfen hatte, sind mir nun ein bisschen die Hände gebunden, weil ich feststellen muss, dass meine angeblich wasserfeste Jacke, die gar nicht mal sonderlich billig war, in der Realität kein bisschen wasserdicht ist. Nach zwei Stunden Fahrt ist sie komplett durchweicht und ich bin nass bis auf die Haut und friere. Der Ozean ist im Vergleich mit mir trocken.
Während die anderen den Vorderreifen wechseln, versuche ich, ein Sportgeschäft ausfindig zu machen, wobei ich darauf achten muss, dass mein Smartphone nicht nass wird, es verträgt nämlich keine Nässe. Irgendwann habe ich es geschafft und die neue Route eingegeben.
Wir fahren weiter und irgendwann gelangen wir nach Villach zu diesem Sportgeschäft. Die Jacke ziehe ich aus, sonst würde ich das ganze Geschäft nass machen. Eine Verkäuferin will mir diese und jene und noch eine andere Jacke anbieten, aber diejenigen, die im finanziell angemessenen Bereich wären, so zwischen 100 und 150 €, sind leider zu klein. Und dann fällt der Verkäuferin plötzlich ein, es gibt ja auch ganz einfache Regenjacken. Ich kaufe eine solche für 35 €, sie besteht aus PVC, ist zwar nicht atmungsaktiv, aber absolut wasserdicht. Das, was die teure Vaude-Jacke nicht schaffte, schafft diese äußerst preiswerte Jacke. Sie hält mich trocken. Und so kommen wir nach 95 km im Regen schließlich in Slowenien an.



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