Russland. Alter, neuer Feind.

Man dachte, durch wirtschaftliche Annäherung könne man demokratische Bewegungen in Russland fördern. Aber der Westen träumte einen schönen Traum, einen gefährlichen Traum, einen unrealistischen Traum.

Der Westen schielte auf preiswerte russische Rohstoffe, auf Erdgas, Erdöl, Kohle.

Zu schön, um wahr zu sein. Der Kalte Krieg war zu Ende, die Sowjetunion hatte sich aufgelöst, wie friedlich auf einmal alles war. Welche Möglichkeiten es auf einmal gab.

Es war zu schön, um wahr zu sein. Jahrzehntelang glaubte der Westen an diesen Traum. Und der Traum war lukrativ. Weniger Investition in Rüstung, preiswerte Rohstoffe, florierende Wirtschaft. Ein schöner und preiswerter Traum.

Umso teurer wird der Traum nun, umso höher ist die Fallhöhe des Westens, die NATO wird massiv aufrüsten, Russland ist die größte Bedrohung für den Westen.

Und Russland war die größte Bedrohung für den Westen. Es gibt zwar auch die russische Kultur, einige große Dichter und Schriftsteller, aber insgesamt konnte Russland unter Putins Herrschaft keine Kultur der Demokratie etablieren, keine Kultur des Friedens, keine Kultur der Rechtsstaatlichkeit. Stattdessen eine Barbarei des Unrechts, eine Barbarei des Stärkeren, eine Barbarei der Waffen.

Der Westen hätte es sehen können. Russland unter Putins Herrschaft legte Tschetschenien in Schutt und Asche, legte Syrien in Schutt und Asche, griff 2014 unverfroren die Ukraine an. Der Westen reagierte ein bisschen, er reagierte viel zu wenig.

Hätte der Westen bereits bei Tschetschenien reagiert und sich eingestanden, dass man mit so einem Autokraten keine Geschäfte machen sollte, hätte Putin vielleicht Syrien nicht in Schutt und Asche gelegt. Und hätte man bei Syrien konsequent reagiert, hätte Putin vielleicht 2014 die Ukraine nicht angegriffen. Und hätte man spätestens 2014 konsequent reagiert und die Geschäfte mit Putin beendet, gäbe es diesen großen Krieg gegen die Ukraine vielleicht gar nicht.

Aber man wollte es nicht erkennen, stattdessen kaufte man billig russische Rohstoffe und füllte die russische Kriegskasse.

Die Blauäugigkeit des Westens war auch eine blutige Blauäugigkeit. Zwar ist der Westen nicht der Aggressor, er hätte aber im Vorfeld viel klarer erkennen können, mit wem man es da in Russland eigentlich zu tun hat. Denn bei genauem Hinsehen war es schwer, dies nicht zu erkennen.

Und nun ist der alte Kampf ganz neu wieder da, der Kampf des Westens gegen Russland: Demokratie gegen Diktatur. Freiheit gegen Unterdrückung. Menschenrechte gegen Barbarei.

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