Putin will nuklear bestückbare Marschflugkörper testen. Vielleicht sollte der Westen das auch tun?

Es sei angeblich schon lange geplant gewesen und niemand brauche sich da irgendwie Sorgen zu machen, so in etwa hört man es aus dem Kreml, und man hört es rein zufällig gerade pünktlich zur Münchner Sicherheitskonferenz. Zufälle gibt es.

Putin wird voraussichtlich, an einem Manöver teilnehmen, bei dem auch nuklear bestückbare Marschflugkörper abgefeuert und getestet werden sollen. Inmitten der aktuellen russischen militärischen Eskalation um die Ukraine herum glaubte man immer, es könne nicht mehr schlimmer werden, aber Putin setzt immer noch einen drauf. Von Deeskalation keine Spur.

Vielleicht wäre das jetzt ein geeigneter Zeitpunkt, dass die USA, die sich im Budapester Memorandum 1994 ja für die territoriale Integrität der Ukraine verbürgt hatten, der Ukraine – erstmal klamheimlich natürlich – auch ein paar nuklear bestückbare Marschflugkörper liefern sollten, was man im Nachhinein dann, allerdings noch rechtzeitig vor einem potentiellen russischen Angriff auf die Ukraine, sicherheitshalber dem Kreml mitteilen sollte. Dadurch dürften sich dann Putins militärische Drohgebärden erledigt haben – oder wir haben den dritten Weltkrieg. Eins von beiden. Aber so, wie Putin derzeit eskaliert, könnte ein solcher Krieg ohnehin bevorstehen.

Nicht unoriginell, wie westliche Politiker und Diplomaten sich seit Wochen schon verbal überbieten darin, man müsse deeskalieren, damit nicht ein falsch verstandenes Wort vielleicht das entscheidende Fünkchen sei, um einen großen Krieg in Europa zu zünden. Im Prinzip ist diese Vorsicht richtig, aber das Fünkchen dürfte im Kreml nach Gutdünken Putins entzündet werden. Und verbal und militärisch abrüsten müsste ebenfalls der Kreml, denn der Westen fasst den fast 70-jährigen Herrn aus Moskau bereits mit Samthandschuhen an. Dann könnte wieder ein friedliches Miteinander einkehren. Sonst nicht.

Sollte nun eins das andere ergeben, mit oder ohne Nuklearwaffen in der Ukraine, und sollte ein dritter Weltkrieg stattfinden, kann man zumindest dahingehend beruhigt sein, dass ein möglicher vierter Weltkrieg dann wieder ganz konventionell nur mit Stöcken und Steinen ausgetragen werden würde.

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