
Stell dir das Leben wie einen Weg durch einen dichten Wald vor. Auf diesem Pfad stehen immer mal wieder Laternen. Du läufst durch die Nacht, trittst in den warmen, hellen Schein einer Laterne, bevor dich der Weg unweigerlich wieder zurück in die Dunkelheit führt. Dann taucht das nächste Licht auf, dann wieder der Schatten. Und so geht es in einem fort.
Psychologisch gesehen ist dieses Bild geeignet, um unsere innere Entwicklung zu beschreiben.
Die hellen Abschnitte unter den Laternen stehen für die Phasen in unserem Leben, in denen alles klar und sicher erscheint. Wir wissen, wer wir sind, wo wir stehen und was als Nächstes passiert. In diesen Momenten haben wir Energie, fühlen uns geborgen und können durchatmen. Alles fühlt sich überschaubar, richtig und einfach an.
Aber das Licht reicht eben nicht für den ganzen Weg. Wenn wir den sicheren Kreis der Laterne verlassen, tappen wir unweigerlich im Dunkeln. Das sind die Zeiten des Zweifels, der Umbrüche und der Unsicherheit. Vielleicht fragst du dich, wie es mit der Ausbildung, dem Studium oder dem Beruf weitergeht. Beziehungen verändern sich, alte Freundschaften zerlaufen, oder du fühlst dich einfach rastlos und verloren. Diese Phasen sind hart. Manchmal machen sie Angst, weil der Weg vor einem kaum zu erkennen ist. Es gibt keine einfachen Antworten und man muss sich mühsam vorantasten.
Das Wichtige an diesem Rhythmus ist: Die Dunkelheit ist kein Fehler, sondern ein ganz normaler Teil der Reise. Genau in diesen schattigen, unübersichtlichen Momenten entwickeln wir uns am meisten weiter. Wir lernen, auf unser eigenes Bauchgefühl zu vertrauen, wenn die Sicht schlecht ist. Wir finden heraus, wer wir wirklich sind, wenn uns niemand von außen anstrahlt. Und noch etwas Gutes hat das Dunkel: Ohne diese anstrengenden Abschnitte könnten wir das nächste Licht gar nicht richtig wertschätzen.
Der nächste Schritt
Wir können nicht einfach unter einer Laterne stehen bleiben, auch wenn es dort noch so gemütlich und sicher ist. Das Leben treibt uns voran. Wenn du dich also gerade auf einem dunklen Abschnitt deines Weges befindest und nicht genau weißt, wohin du trittst: Hab Geduld mit dir und vertraue darauf, dass du in Bewegung bleibst. Die nächste Laterne taucht ganz sicher auf, auch wenn du sie jetzt durch die dichten Bäume noch nicht sehen kannst.



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