
Stellen Sie sich vor, Sie erfinden das Rad der Verbraucherverführung neu: Eine ganz normale Feuchtigkeitscreme wird in ein steriles Gewand gehüllt, plump „Klinik“ genannt und plötzlich reißen sich die Menschen darum, astronomische Preise zu zahlen. Warum? Weil wir eben gern glauben, dass eine Salbe umso besser wirkt, je mehr sie nach Chefarztetage aussieht. Ein absolut genialer Plan, um mit ein bisschen Wasser, ungemein geheimen Ingredienzien und Fett steinreich zu werden.
Doch der Traum vom schnellen Geld zerplatzt an der Realität der Kosmetikindustrie. Die Großkonzerne hatten diese glänzende Idee nämlich schon vor Jahrzehnten.
Das Prinzip läuft seither perfekt: Damen im weißen Laborkittel beraten die Kundschaft am Tresen, die Tiegel wirken wie frisch aus der Apotheke und jeglicher aufdringliche Duft wird verbannt, damit das Ganze schön wissenschaftlich rein wirkt. Man verkauft hier keine banale Pflege, sondern das göttliche Gefühl von Gesundheit und medizinischer Notwendigkeit. Die Käufer blättern freiwillig horrende Summen hin für die perfekte Illusion im Badezimmer.
Das sterile Geschäft mit der Hoffnung
Am Ende siegt wie immer das perfekte Marketing. Man braucht überhaupt keine medizinischen Wunder, um die Massen zu begeistern. Es reicht völlig aus, die tiefe Sehnsucht nach Jugend und Sicherheit in ein vermeintlich wissenschaftliches Gewand zu hüllen. Die Idee war großartig – aber die Beauty-Giganten waren einfach schneller mit der Erfindung von Clinique.



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