Und machet euch die Erde untertan…

Der Gedanke in der Bibel lautet nicht:

Werdet zu einem rücksichtslosen Diktator und beutet die Erde, die Pflanzen, die Lebewesen, die Ressourcen und vielleicht sogar die Menschen aus.

Vielmehr lautet der Gedanke in der Bibel:

Machet euch die Erde untertan, ihr Menschen, aber in dem Sinne, dass ihr wie ein verantwortlicher König über die Erde regiert, dass ihr die Pflanzen, die Lebewesen, die Ressourcen und die anderen Menschen als Teil der Schöpfung begreift und respektiert und schont und anständig und rücksichtsvoll mit ihnen umgeht.

7 Gedanken zu “Und machet euch die Erde untertan…

  1. Fisch: „Und machet euch die Erde untertan. Der Gedanke in der Bibel lautet nicht…“

    Ausgesprochen oder geschrieben ist er nicht nur
    ein stiller Gedanke, sondern kann als Empfehlung,
    oder auch als Aufforderung verstanden werden.

    Und er wurde (!) in der Breite bis heute als so verstanden.

    Man glaubt: „Habe ich etwas gekauft,
    kann ich damit machen, was ich will“.

    „Dann ist es MEIN!“
    Ob es ein Tier ist, oder ein Stück Land.
    Bis zu einer gewissen Geistigen Reife regiert das Ego.

    Das Wissen um meine Verantwortung der Menschen,
    der Tiere und der Natur gegenüber taucht erst ab der
    Stufe (4) unserer Geistigen Reife auf.

    Geistige Reife

    🌷

    „Macht euch die Erde untertan!“ bietet noch
    mehr Möglichkeiten.., ihn für sich zu deuten.

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  2. „Das Recht, mit einem privaten Auto jedes Gebäude in der Stadt zu erreichen, ist in einer Zeit, in der jeder ein solches Auto besitzt, in Wahrheit das Recht, die Stadt zu zerstören.“

    – Lewis Mumford

    Der Lewis scheint ein Mann zu sein, der in der Lage ist, ein wenig nach vorne zu schauen. Einer, der sehen kann, was Handeln bewirkt. Ganz im Sinne dessen, was einmal ein Mann aus dem fernen Osten kategorisch so formulierte:

    Der Edle benimmt sich so, daß sein Verhalten
    jederzeit als allgemeines Gesetz dienen kann.

    – Konfuzius

    Unser Verhalten in Bezug auf die Wohlstands-Maximierung ist nicht derart, daß sie als allgemeines Gesetz dienen könnte. Wir müssen aufpassen, daß wir mit dem starken Wunsch nach Wohlstand, diesen nicht zerstören.

    Ich hörte, daß es vier (!) Erden bräuchte, wollte jeder derzeit lebende Mensch den gleichen Wohlstand genießen, den wir Europäer bereits haben. Selbst wenn sich der Mann um 50% verrechnet hätte:

    Irgendwann MÜSSEN wir in
    die Verantwortung wachsen!

    Mit einem einfachen „weiter so“ und nationalem Chauvinismus schlittern wir direkt in die Katastrophe.

    Lewis Mumford zeigt das am Modell „Stadt“ auf und streift damit unsere heiligste Kuh, unsere Idee von EIGENTUM.

    Naturvertrag

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  3. Ich weiß, die Theologie hat diesen Schöpfungsauftrag umgedeutet. Gut so, man sieht ja, was aus unserer erde geworden ist…, aber ein bisschen sehr verkrampft wirkt dieser Versuch der neuen Deutung schon. Wer die Bibel ganz unbefangen liest, liest, „bediene dich, du hast den Freibrief“. Jetzt haben wir die Not in Dosen und Zurückrudern ist immer mühsam und ein Missverständnis aufzuklären ist schwer. Jedenfalls der Blick auf die gesamte Schöpfung und der Respekt vor ihr ist da vernebelt.

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    1. Also meiner theologischen Kenntnis nach war der biblische Herrschaftsauftrag an den Menschen schon immer als ein verantwortlicher Auftrag gemeint, aber keineswegs als ein ausbeuterischer oder diktatorischer.

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      1. Ja, der göttliche Auftrag ist nur so gemeint: da geb ich dir völlig recht. Nur, der Versuchung Missbrauch zu betreiben wird es durch diese Wortwahl sehr leicht gemacht, meiner Meinung nach zu leicht. Ich denke da an die Sicht der indigenen Völker auf ihre Mitwelt. Der Zusammenhang zwischen dem Aufbruch des europäischen Abendlandes, seinen unglaublichen Erfolgen in allen Bereichen des Wissens und der Kunst und all den Schattenseiten davon ist gegeben, unübersehbar gegeben. Ich wünsche Dir mein Lieber einen wunderschönen Sonntag des Herrn.

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        1. Ja, den „Herrschaftsauftrag“ in der Bibel kann man natürlich auch gut und gerne missverstehen oder für die eigenen Interessen instrumentalisieren, aber das ist ja bei vielen Dingen im Leben so, wenn man die Hintergründe nicht kennt.

          Danke, dir auch einen schönen und gesegneten Sonntag!

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