Moria ist abgebrannt. Was das heißt

Das Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Moria ist vor ein paar Tagen abgebrannt, 13000 Menschen sind noch obdachlos.

Deutschland nimmt 1500 Menschen aus dem Lager auf. Die EU jedoch ist sich diesbezüglich noch unsicher. Deutschland geht mit gutem Vorbild voran, in der lauteren Hoffnung, andere Länder könnten vielleicht folgen.

Griechische offizielle Stellen meinen, es dürfe doch nicht sein, dass da jemand nur einen Brand zu legen brauche in so einem Lager und dann schnell in ein anderes Land komme, das dürfe ja nicht Schule machen.

Das Lager war konzipiert für 2800 geflüchtete Menschen, es lebten dort unter menschenunwürdigen Umständen aber 13000 Menschen, wie die ZEIT heute schreibt. Das ist eine 4,6 fache Überbelegung.

Stellen Sie sich das mal bei Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus vor: Sie wohnen dort eigentlich zu viert, aber seit vielen Jahren sind Sie nicht mehr zu viert, sondern 4,6 fach überbelegt. Es wohnen bei Ihnen also 18 Leute auf dem Platz, den Sie zuvor für 4 Leute hatten.

Das ist der eigentliche Skandal in Moria. Das ist der Skandal, bei dem die EU weggesehen hat und auch immer noch zu großen Teilen wegsieht.

Ob Brandstiftung das Feuer oder die Feuer verursacht hat, ist noch nicht belegt, auch, wenn die griechischen Behörden in Windeseile etwa fünf angebliche Brandstifter ausfindig gemacht haben wollen.

Aber selbst, falls tatsächlich fünf geflüchtete und verzweifelte Menschen die Brände gelegt haben sollten, um auf die menschenunwürdigen Zustände aufmerksam zu machen, die all die Jahre niemand politisch wahrnehmen wollte, hieße das, dass 12995 Menschen unschuldig daran waren. Und auch der Skandal der menschenunwürdigen massiven Überbelegung des Lagers stünde weiterhin im Raum und erhebt Anklage gegen die politisch Verantwortlichen in der EU.


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