Donald Trump, so hört man, will offenbar den US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, zum Geheimdienstkoordinator ernennen.
Vor diesem Hintergrund seien hier im Folgenden zwei Positionen von Richard Grenell genannt, die durchaus sinnvoll sind.
Zum einen soll ihm zufolge Deutschland seinen Beitrag zur NATO erhöhen. Dies ist sinnvoll, weil Deutschland wirtschaftlich ein Riese ist, ein Land, in dem man komfortabel, relativ reich und in Frieden leben kann, weil Deutschland aber andererseits ein militärischer Zwerg ist, der sich bestenfalls ein wenig, vielleicht aber auch überhaupt nicht effektiv selbst verteidigen könnte, wenn er nicht in der NATO wäre.
Zum anderen steht Richard Grenell dem Bau der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2, die russisches Gas nach Deutschland transportieren und dabei die Ukraine umgehen soll, ablehnend gegenüber. Auch diese Position ist sinnvoll, weil Deutschland einerseits den Schutz der NATO für sich beansprucht, andererseits aber durch den Bau von Nord Stream 2 Russland Devisen frei Haus liefert. Diese Devisen würde Deutschland natürlich genauso an Russland liefern, wenn russisches Gas weiterhin, wie bisher, über die Ukraine importiert werden würde. Allerdings würde das bisherige Vorgehen den Frieden in der Ukraine sichern, weil Russland es sich nicht leisten könnte, militärisch weiter in die Ukraine vorzudringen, da sonst die Infrastruktur für die Gaslieferung beschädigt werden könnte. Russland würde sich also den finanziellen Ast, auf dem es in Bezug auf Deutschland sitzt, selbst abschneiden. Wenn also weiterhin durch die Ukraine Gas geliefert wird, sichert dies den Frieden in der Ukraine und somit auch in Europa.
Frieden wiederum bedeutet, dass nicht allzu viele Flüchtlinge kommen und innenpolitisch die Lage in Deutschland stabil bleibt und die Rechtspopulisten keine zusätzliche thematische Nahrung erhalten.
Die Sprache des Pazifismus ist gut, wird aber nicht international verstanden. Die Sprache einer glaubhaften militärischen Abschreckung hingegen schon. Sie sichert dauerhaften Frieden. Denn der Gedanke an einer glaubhaften Abschreckung ist ja der, dass kein Land es sich leisten kann, ein anderes Land anzugreifen, wenn dies genügend Mittel besäße, militärisch adäquat zurückzuschlagen. Somit ist eine glaubhafte militärische Abschreckung der Garant für Frieden und letztlich, auch, wenn es zunächst nicht so scheinen mag, eine pazifistische Idee. Zumindest dann, wenn es sich, wie bei der NATO, um ein reines Defensivbündnis handelt.
Und Frieden ist doch das, was Deutschland will.
Deutschland will aber leider gleichzeitig auch viele Dinge möglichst billig haben. Frieden und wenig Ausgaben passen jedoch nicht gut zusammen.
Frieden kostet etwas. Dafür ist Frieden aber auch ein hohes Gut, das es unbedingt zu schützen gilt.



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