Valentinstag im Offenen Haus

Letzten Samstag haben wir im Offenen Haus Tegel den „Tag der Beziehung“ erlebt. Jeder sollte etwas zum Essen mitbringen. Etwas, das mit dem Thema Beziehungen zu tun hat. Spannend was da alles mitgebracht wurde und anschließend auch gemeinsam gegessen wurde.

Chilischokolade als Zeichen, dass unterschiedliche Dinge hervorragend zusammen passen können. Des weiteren wurden mitgebracht: Früchte als Zeichen der Dankbarkeit sowie Weintrauben und Wein (nach Johannes 15) als Zeichen der Verbundenheit mit Jesus. Rote Grütze (und Pfannkuchen) als Symbol, dass unterschiedliche Früchte mit der richtigen Soße als Verbindungsmittel lecker zusammen schmecken.

Auch ein Reissalat und Bratkartoffeln wurden als Erinnerungen an schöne Beziehungen mitgebracht. Ebenso ein In-Door-Picknick-Korb, der an erfreuliche Erlebnisse im Park und an gemeinsame Freizeitaktivitäten denken lassen sollte. Über das Erklären der mitgebrachten Leckereien kommen wir in eine spannende Diskussion.

Wir spielen dann auch das Rabbi-Spiel, das ich auf einem Seminar von Jürgen gelernt habe. Wir teilen uns dazu in Zweiergruppe auf. Einer fragt in schneller Folge immer wieder weiter- und tiefergehende Fragen, die sich auf die Antwort des anderen beziehen. Durch die Nachfragen verlässt man allmählich seine gewohnten Floskeln und Routineantworten und kommt näher an die Aussagen des Textes und gewinnt ein besseres eigenes Verständnis.

Für das Rabbi-Spiel nehmen wir die Verse aus Johannes 15 über den Weinstock und die Reben, die Früchte bringen sollen. Beim gemeinsamen Sammeln der Ergebnisse kommen spannende Gedanken zusammen, über die wir wieder in eine neue Diskussion kommen.

Die lebhaft diskutierte, viel belachte Leitfrage war wohl dabei: Was mache ich aber, wenn mir jemand auf den Fuß getreten ist?

Natürlich war das gemein und Absicht“, rufe ich Sylvia spasshaft zu. Ich spiele beleidigt mit ihr und „gerate“ in die Beleidigungsfalle. Jetzt muss mir die Gruppe helfen da wieder rauszukommen. Viele Ratschläge kommen. Manfred schlägt vor, dass ich Sylvia so sehen soll, wie Gott sie geplant hat. Ich entgegne aber, dass ich das gar nicht weiss. Woher auch? Bin ich ein Prophet!

Selbst kommt mir aber der Gedanke, vielleicht nehme ich auch einfach an, dass Gott „trotz allem“ noch etwas in ihrem Leben geplant hat. Andere sagen mir auf den Kopf zu, dass ich nur deswegen so „laut aufschreie“, weil ich im Grunde genommen „Hühneraugen“ habe. Das Problem liegt viel mehr bei mir als bei Sylvia. Noch jemand meint, ich müsse auch ehrlicherweise daran denken, wie oft ich anderen auf die Füße getreten bin. All diese Ratschläge helfen mir schließlich dann doch. Vor allem der Hinweis auf meine eigenen „Übertritte“. Ich werde, wie mir auch gesagt wurde, der Beziehung Zeit geben und verbindlich in der Beziehung sein.

Nach so viel gespieltem Zwist kommt in mir das Bedürfnis nach einer Runde Komplimente auf. Jeder soll etwas sagen, was ihm am anderen Gutes aufgefallen ist. Doch nur zwei kommen dran. Dann meldet sich der Hunger. Schließlich haben wir schon 40 Minuten angeregt miteinander geredet.

Als wir dann so beim Essen sitzen wird es auf einmal still. Wahrscheinlich denken alle das Gleiche, aber nur eine spricht es aus: „Wir müssen doch auch noch was über die anderen sagen.“

Das Komplimente machen zieht sich über das ganze Essen hin. Ihrgendwie werden wir alle beschwingt und uns wachsen Flügel. Die Komplimente tun gut. Jemand verschluckt sich sogar bei einer besonders netten Bemerkung, die er nie erwartet hätte.

Zum Schluß bin ich dran. Jeder sagt etwas Liebes über mich. Jetzt „schwebe“ auch ich fünf Zentimenter über dem Boden, wie bereits die anderen vor mir. Oder soll ich lieber sagen, dass wir endlich wieder einmal auf dem Boden der Realität angekommen sind und spüren, dass Gott wirklich in jedem etwas Besonderes geschaffen hat.

Ich merke, dass die ehrlich gemeinten Komplimente einfach gut tun. Ich bin dankbar als ich in die Gesichter der anderen schaue. Dankbar, dass jeder etwas mit nach Hause nehmen kann. Dankbar für die praktische Liebe, die wie Energie durch die wohlwolllenden Worte geflossen ist.

Günther, http://www.cafe-inmeinerstrasse.de

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Interviewreihe: Eine Weddinger Geschichte – Ein zielstrebiges und selbstbestimmtes Leben


Bild: Gerd Altmann, pixelio.de


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Kommentare

2 Kommentare zu „Valentinstag im Offenen Haus“

  1. coole idee – wieso wohne ich so weit weg von berlin???
    aber ich habe eben spontan beschlossen, eure idee für unser nächstes männertreffen aufzugreifen. besonders das mit den komplimenten machen finde ich ermutigend und schön.
    schalom, der andy

  2. Avatar von strassenpastor
    strassenpastor

    Das freut mich, wenn das eine Anregung für eure Gruppe ist. Das ist ja fast das schönste Kompliment. 🙂

    Neulich hat mich jemand ganz schüchtern gefragt, ob er die Idee mit den Offenen Häusern und Inmeinerstrasse für sich selbst nachmachen darf. Was kann man da dann nur sagen: Aber natürlich, das ist ja gerade das Ziel …

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