Durch eine aufsehenerregende Befreiungsaktion konnte die 2002 von Rebellen gefangen genommene Politikerin wieder in ihre Heimat zurückkehren.
Wie im Film
Ich persönlich mag Actionfilme, voller Spannung und Überraschungen. Was aber in den letzten Tagen im Dschungel Kolumbiens passierte, war keine Filminszenierung – das war echt. Und spannend zugleich.
Und so lief es ab:
1. Kolumbianische Geheimagenten setzen von einem erbeuteten Rebellen-Laptop eine gefälschte E-Mail an FARC-Kommandant Cesar ab. Sie erklären ihm, dass Ingrid Betancourt und 14 andere Geiseln für einen Gefangenenaustausch zu Rebellen-Boss Alfonso Cano zu bringen sind.
2. Gefesselt wird Ingrid Betancourt von Rebellen zum vereinbarten Treff geführt. Ein weißer Hubschrauber vom Typ MI-17 ohne jedes Erkennungszeichen wartet am Boden, ein weiterer Helikopter setzt zur Landung an.
3. FARC-Kommandant Cesar besteigt ahnungslos den Helikopter – die Falle schnappt zu. Die Hubschrauber-Crew, getarnt als Rebellen, überwältigt den Kommandanten. Er wehrt sich, ohne Erfolg.
4. Das Spiel ist aus für den grausamen FARC-Kommandanten Cesar. Die Soldaten im Hubschrauber haben ihn entwaffnet, ihm die Augen verbunden und gefesselt.
5. Das Wiedersehen auf Bogotas Militärflughafen Catam. Betancourt, wackelig auf den Beinen, hat das Flugzeug verlassen, fällt ihrer Mutter Yolanda um den Hals.
Nach 2321 Tagen Gefangenschaft im Dschungel war Betancourt wieder frei. Ihre Geiselnahme vor sechs Jahren schockte die Welt – ihre Befreiung wurde rund um den Globus gefeiert!
Coole Idee
Als ich diese Nachrichten las und hörte, fand ich natürlich die Art und Weise genial, wie die Spezialeinheit es fertigbrachte, diese Befreiungsaktion unter dem Namen „Operation Schachmatt“ generalstabsmässig zu planen und durchzuführen. An viele Details musste gedacht werden bis hin zu den für den Notfall bereitgestellten weiteren 39 Hubschraubern… Und auch das Nicht-locker-lassen über Jahre, sowohl von Politikern verschiedener Länder als auch dem Militär, um Betancourt irgendwie zu befreien – dieser lange Atem nötigt mir Hochachtung ab.
Gottes Befreiungsidee
Und was für eine einzelne Politikerin in Südamerika galt, das war auch Gottes Beweggrund, aktiv zu werden. Er konnte sich keinesfalls auf Dauer damit zufriedengeben, dass Menschen durch die Sünde in dauernder Gefangenschaft blieben. Und auch er hatte eine „coole“ Idee. Allerdings ging seine Befreiungsaktion nicht so unblutig ab, wie die in Amerika. Es hat ihn seinen eigenen Sohn gekostet, der sein Leben liess. Aber mit welchem Erfolg!
„So hat er die Menschen befreit, die durch ihre Angst vor dem Tod das ganze Leben lang Sklaven gewesen sind.“ Hebräer 2,15
Befreiung, Freiheit – wer einmal gefangen war (buchstäblich, in Ängsten, Süchten, dem eigenen Ich, Todesfurcht, Minderwert usw.), der wird immer wieder dankbar dafür sein, wenn diese Gefangenschaft dann endlich vorbei ging. Und er wird auch den Befreier nie vergessen…
Foto: wikimedia.org




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