Bereits gestern Nacht erreichten uns über Radio, Fernsehen und Internet Meldungen, dass es beim Fackeltragen der olympischen Fackel zu Zwischenfällen kam. Grund: Organisationen wollen damit gegen die Tibet-Politik Chinas protestieren. Heute nun ist die Fackel in Paris angekommen. Die Sicherheitsmaßnahmen sind in etwa so aufwendig, wie bei einem Staatsbesuch von Georg W. Bush in Anti-Irak-Kriegs Ländern. Wie sind die Proteste zu beurteilen? Sollte man überhaupt protestieren?
Klar ist: China unterdrückt und verfolgt die religiös-buddhistischen Tibeter rigoros. Das Szenario, welches sich zurzeit in Tibet abspielt ist jedoch kein singuläres Ereignis, sondern charakteristisch für Pekings Politik mit Eigenständigkeitsbewegungen und religiösen Gruppierungen. So sollte es bei den Protesten um mehr als nur die Unterdrückung der Tibeter gehen. Sie müssen sinnstiftend für einen Kurswechsel bei Chinas Unterdrückungspolitik von freier Meinungsäußerung und Religionsfreiheit stehen. Nicht anders als die Tibeter- obgleich hier noch andere politische Faktoren ausschlaggebend sind – werden auch Christen in China unterdrückt und verfolgt. Inzwischen haben sich die chinesischen Christen in zwei Lager gespalten. Zum einem gibt es die staatliche gesteuerte Kirche, welche der ständigen Kontrolle und Repression der atheistischen Regierung unterliegt. Zum anderen hat sich quer durch alle dort ansässigen Konfessionen eine Untergrundkirche gebildet, die geheim Gottesdienste feiert.
Auch wenn gewaltsame Proteste gegen den Fackellauf strikt abgelehnt werden müssen, sollte man deutlich ein Zeichen setzen und den nicht-verhinderbaren Fackellauf zu Gunsten der Proteste nutzen, so dass die Fackel mit einer klaren Message durch die Welt in China ankommt: Schluss mit der Repression anders denkender und glaubender Menschen! (na ja, die Kommunisten glauben ja an nichts. Außer eben, dass es keinen Gott gibt.)
Diese Botschaft müssen alle vernünftigen Menschen und die Verantwortlichen unserer Regierungen und der olympischen Verbände dieser Fackel mit auf den Weg geben. Für alle Christen und die Kirchen muss das bedeuten, das dieses Übel und diese Sünde zu verurteilen und brandmarken sind, dass Menschen ihre Freiheit genommen wird, Gott zu verehren.
Bild: Klaus-Uwe Gerhardt



Kommentar verfassen