Dürfen wir dürfen? Eine scheinbar banale Frage, die aber einen weitreichenden Einfluss darauf hat, wie wir unser Leben leben und gestalten.
Darf zum Beispiel eine Frau am vieldeutigen Rat ihres Pastors vorbei ihr Lieblingsprojekt verwirklichen? – Die Geschichte dieser Frau stelle ich weiter unten kurz vor.
Die meisten würden die generelle Frage sehr schnell mit einem „Ja“ beantworten. Deshalb will ich die Frage etwas anders stellen. Dann wird deutlich werden, wer uns die Freiheit „Dürfen zu dürfen“ wirklich zugesteht und wer nicht.
- Darf ich Fehler machen?
- Darf ich auch mal aufs falsche Pferd setzen?
- Darf ich mich weiterentwickeln?
- Darf ich scheitern?
1. Stellen Sie sich das einmal ganz praktisch an konkreten Situationen vor. Auf der Arbeit, in der Familie und beim Pastor, bei ihren Freunden und im Kaufhaus. – Was ist ihr Ergebnis, wenn sie einmal so darüber nachdenken?
Vielleicht lautet ihr Ergebnis auch, dass es wir an erster Stelle selbst sind, die uns diese Freiheit nicht zugestehen! – Das ist sogar das Wahrscheinlichste. Denn woran sollte es uns hindern, wenn andere Menschen in Frage stellen, ob wir „Dürfen-dürfen“. Die Freiheit, etwas anzustreben oder zu tun, nehmen wir uns selbst.
Warum tun wir das? Nun ein wichtiger Grund ist, dass wir innerlich die verneinende Reaktion von uns lieben Menschen, von Respektpersonen und von Menschen, die Macht über uns ausüben, vorwegnehmen. Oder lassen sie es uns ganz ehrlich sagen: Wir fürchten uns etwas vor ihnen. Furcht, dass ihre Gunst und ihr Wohlwollen gegen uns kleiner werden.
Das hieße, wenn wir uns ausreichend geliebt fühlen, können wir mehr von der Freiheit „Dürfen zu dürfen“ Gebrauch machen. Dann müssen wir nicht mehr auf alle möglichen Einwände von Menschen Rücksicht nehmen, deren Wohlwollen wir verlieren könnten.
Gegen Menschen, die uns unsere Freiheiten und Möglichkeiten missgönnen, könnten wir uns durch diese Gewißheit, sowieso geliebt zu sein, abgrenzen. Ja, wir müssen es tun, wie die folgende Bibelstelle sagt:
Iss nicht bei einem Missgünstigen (Neidischen) und wünsche dir von seinen feinen Speisen nichts; denn in seinem Herzen ist er berechnend; er spricht zu dir: Iss und trink!, und sein Herz ist doch nicht mit dir. Die Bissen, die du gegessen hast, musst du ausspeien, und deine freundlichen Worte sind verloren. Sprüche 23, 6-8
Woher bekommen wir aber eine derartige krisensichere Liebe? – Wir bekommen diese Sicherheit in einer lebendigen Beziehung zu Jesus. Gott will uns diese Liebe geben und er gibt uns auch Freiheit. Lesen sie in der folgenden Bibelstelle über den Zusammenhang von Liebe und Wahlfreiheit.
Jesus sagt: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. […]
Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.
Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch. Bleibt in meiner Liebe! Johannes 15, 5-9
Mit anderen Worten sagt Jesus hier, dass eine enge Beziehung mit ihm uns erst befähigt, Dinge zu tun und Frucht zu bringen. Er gibt uns die Freiheit, zu bitten und zu wünschen, was wir wollen. Wir dürfen Wünsche haben und wir „Dürfen dürfen“.
2. Auch im Umgang mit Gott selbst. Wir dürfen uns irren. Wir dürfen Fehler machen!
Ich denke dabei gerade an ein Gespräch mit einer Christin vor kurzem. Sie hatte eine Idee entwickelt, was sie für andere Menschen machen könnte und fragte ihren Pastor um seine Meinung.
Dieser betonte fragend, mit leicht kritischem Unterton: Bist du dir wirklich sicher, dass das von Gott ist und seinem Willen entspricht? – Da sie natürlich nicht mit 150-prozentiger Sicherheit sagen konnte, dass dies der liebe Gott mit schallender Stimme gesagt hatte, gab sie ihren Wunsch entmutigt auf. – Heute nach fünf Jahren ist dieser Wunsch immer noch in ihr. Was denken Sie: Darf diese Frau im Licht der folgenden Bibelstelle „Dürfen dürfen“:
Von dem HERRN kommt es, wenn eines Menschen Schritte fest werden, und er hat Gefallen an seinem Wege. Fällt er, so stürzt er doch nicht; denn der HERR hält ihn fest an der Hand. Psalm 37, 23-24
Gott stört sich nicht daran, wenn wir in unseren Schritten und Entscheidungen unsicher sind. Auch nicht wenn wir stürzen würden. Er hält uns an unserer Hand.
3. Gott gibt ihnen auch die Wahlfreiheit, ob Sie eine lebendige Beziehung zu ihm persönlich haben wollen. Sie dürfen entscheiden, ob Sie seine Unterstützung, krisenfeste Liebe und Freiheit haben möchten oder nicht.
Der erste Schritt zu einer Beziehung, kann mit einem einfachen „Hallo, hier bin ich.“ beginnen. Und dann trifft man sich immer häufiger. Man spricht miteinander und lernt sich dabei besser kennen.
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Bild: www.pixelio.de Fotograf: Gerd Altmann



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