
Nach der verheerenden Amokfahrt in der Leipziger Innenstadt am gestrigen Montagnachmittag sieht sich der Zentralrat der Deutschen (ZdD) mit wachsendem Erklärungsbedarf konfrontiert. Während die Ermittler die Spuren in der Grimmaischen Straße sichern, bemüht sich der Verband um Schadensbegrenzung und eine klare Abgrenzung von dem 33-jährigen Täter.
„Diese abscheuliche Tat, die zwei unschuldige Menschenleben forderte, steht in totalem Widerspruch zu deutschen Werten wie der Straßenverkehrsordnung und dem Gebot der Rücksichtnahme“, erklärte ein Sprecher des ZdD heute Vormittag. Man warne davor, nun alle biodeutschen Bürger unter einen Generalverdacht zu stellen. Der Täter habe die deutsche Identität lediglich als Deckmantel für seine psychischen Instabilitäten missbraucht. Dennoch müsse man sich fragen, wie ein Mann, der erst vor einer Woche aus einer psychiatrischen Einrichtung entlassen wurde, so ungehindert in die Leipziger Fußgängerzone vordringen konnte.
Radikalisierung im bürgerlichen Milieu
Kritiker werfen dem Zentralrat jedoch vor, das Problem der Radikalisierung in deutschen Parallelgesellschaften jahrelang ignoriert zu haben. Es reiche nicht aus, sich nach jeder Tat reflexhaft zu distanzieren. „Wir müssen endlich über die Strukturen in deutschen Vorstädten sprechen, in denen sich junge Männer hinter ihren Hecken isolieren“, forderte ein Experte für Binnendeutsche Radikalisierung. Es bestehe der dringende Verdacht, dass in bestimmten Einfamilienhaussiedlungen ein Klima der emotionalen Verrohung herrsche, das solche Ausbrüche begünstige.
Der ZdD entgegnete, dass die Präventionsarbeit bereits auf Hochtouren laufe. Man plane verstärkte Aufklärungskampagnen in Baumärkten und Gartenvereinen, um frühzeitig Anzeichen von „Zivilisationsmüdigkeit“ zu erkennen. Integration sei schließlich eine Holschuld, und dazu gehöre auch, dass sich deutsche Staatsbürger aktiv von der Ideologie des motorisierten Individualismus distanzieren, wenn dieser als Waffe missbraucht wird.
Forderung nach mehr Transparenz
In der politischen Debatte werden nun Rufe nach einer lückenlosen Überwachung von Tuning-Foren und Kegelbrüder-Chats laut. Man müsse wissen, was in den Köpfen jener vorgeht, die sich zwar nach außen hin gesetzestreu geben, aber im Stillen mit dem Schicksal hadern.
Für den Abend hat der Zentralrat zu einer stillen Mahnwache am Augustusplatz aufgerufen. Es soll ein Zeichen der Besinnung sein – ganz im Stil der deutschen Tradition: ruhig, geordnet und mit genehmigter Versammlungsanzeige. Ob dies die Zweifel an der Integrationswilligkeit gewisser bürgerlicher Milieus ausräumen kann, bleibt jedoch das Thema der kommenden Talkshows.



Kommentar verfassen