Von Peter Ischka. Wenn ein neues Jahr beginnt, sind gute Vorsätze immer wieder ein Thema. Ich sage aber, vergessen Sie ihre guten Vorsätze. Ganz ehrlich, wir versuchen es meistens dort mit guten Vorsätzen, wo wir unsere immer wiederkehrenden Schwachstellen haben. Erinnern Sie sich an die letzen Vorsätze, dass sie etwas, das sie wirklich gerne geändert haben wollten, doch wieder nicht geschafft haben? – Das ist doch frustrierend – vielleicht erzeugt das sogar Schuldgefühle. Das können Sie sich wirklich ersparen. »Im Neuen Jahr hör ich zu rauchen auf. Im Neuen Jahr werde ich wirklich die nötigen 15 Kilo abnehmen. Im nächsten Jahr werde ich den Streit mit dem Arbeitskollegen, oder dem Nachbarn beenden. Im nächsten Jahr, werde ich dieses oder jenes tun …« Was wird das Neue Jahr auch ohne alle Vorsätze bringen? In ihrem Leben – für ihre Familie? Wie wird es mit dem Arbeitsplatz, ihrer Krankheit, der viel diskutierten Klima-Veränderung und den befürchteten Gewaltauswirkungen? … darauf haben unsere guten Vorsätze sowieso keinen Einfluss. Ich glaube nicht an gute Vorsätze. Wenn wir uns zu sehr auf die Probleme konzentrieren, können wir ganz leicht von ihnen gefangen genommen werden und mit ihnen untergehen. Ich bevorzuge die große Alternative: „Es geschehe nach deinem Glauben!“
Hier eine interessante Begebenheiten, wie sie im Matthäus-Evangelium 9,27-30 geschildert wird:Jesus wurde von zwei Menschen verfolgt, die ein Problem (Blindheit) hatten. Sie schrieen: Erbarme dich unser! Als er am Ziel angekommen war, traten die beiden mit ihren Problemen zu ihm; und Jesus spricht: Glaubt ihr, dass ich etwas für euch tun kann? Sie sagen: Ja, Herr. Dann rührte er sie an und sprach: Euch geschehe nach eurem Glauben! Und ihre Probleme waren beseitigt. Etliche Menschen, stöhnen da auf, denn sie meinen, sie könnten nicht glauben, oder sie hätten einen zu kleinen Glauben. Möglicherweise wollen sie nicht glauben, oder haben Probleme, sich auf die einfachen Rahmenbedingungen des Glaubens einzulassen. Gott ermöglicht offensichtlich einen Einstieg mit einem recht großzügigen Vorschuss. Die Story von den „Talenten“ veranschaulicht das recht gut.
Einem gab er fünf Talente, einem anderen zwei, einem anderen eins, einem jeden nach seiner eigenen Fähigkeit. Sogleich aber ging der, welcher die fünf Talente empfangen hatte, hin und agierte mit ihnen und gewann andere fünf Talente hinzu. So auch, der die zwei empfangen hatte, auch er gewann andere zwei dazu. Der aber das eine empfangen hatte, ging hin, grub ein Loch in die Erde und verbarg das Geld seines Herrn. Die ersten beiden werden gelobt. …Recht so, über weniges warst du treu, über vieles werde ich dich setzen…Mt 25,15-28 Ein Talent war zurzeit Jesu die größte Währungseinheit und entsprach etwa dem Jahresverdienst von 50 römischen Soldaten. Heute würde das einer Kaufkraft von ca. eine Mio. Euro entsprechen. Es war jedenfalls viel, was die Leute als „Start up Investment“ erhielten. Setzen sie für Talente Gauben ein. Den Glauben bekommt man ja auch als Grundausstattung mit. Paulus erinnert in Rom 12,3 an das Geschenk … dass wir uns auf das Maß des Glaubens beziehen sollen, das Gott einem jeden geschenkt hat. Auch Petrus unterstreicht das in seinem Gruß im zweiten Brief 1,1 … die einen gleich kostbaren Glauben mit uns empfangen haben durch die Gerechtigkeit unseres Gottes und Retters Jesus Christus.
Gott hat jedem bewussten Christen ein bestimmtes Maß an Glauben mit geschenkt – bedenken sie dabei, es ist ein göttliches Maß – nicht ihr Maß. Man kann von einer gerüttelten und überlaufenden Größenordnung ausgehen. Lk 6,38 Eines ist jedenfalls sicher, die Grundausrüstung des Glaubens ist ein Geschenk Gottes. Niemand braucht sich da etwas mühsam herauszuquetschen, wie aus einer vertrocknete Zahnpastatube. – Sie können dieses Geschenk anwenden und vermehren – wachsen lassen oder sie können das Geschenk auch vergraben und absterben lassen. Das liegt ganz bei Ihnen. Das Wort Glauben ist leider etwas überstrapaziert. „Glauben heiß, nicht wissen“ ist eine populäre Entgegnung vieler, die sich mit dem Thema nicht besonders ernsthaft auseinander setzen wollen. Glauben ist schlichtes Vertrauen. Ich vertraue, dass Gott hält was er verspricht. Ich traue ihm zu, dass er Dinge realisieren kann, die meinen Horizont weit übersteigen. Glauben heißt für mich, dass ich vertraue, dass Gott mir in seinem Wort ganz verbindliche Zusagen gemacht hat. Die kann ich so nehmen wie sie da stehen. Ich brauche sie nicht zerreden, entmythologisieren und vor allem nicht Gott erklären wollen, wie er es gemeint haben könnte.
Im Hebräerbrief wird Glaube ganz konkret erklärt:Der Glaube aber ist die Verwirklichung dessen, was man hofft, ein Überzeugtsein von der Wirklichkeit, die man nicht sieht… Durch Glauben verstehen wir, dass das Universum durch Gottes Wort bereitet worden ist, so dass das Sichtbare aus dem Unsichtbaren geworden ist. Hebräer 11,1-3
Der Glaube ist eine besondere Dimension von Wissen. Glaube ist etwas total Starkes.
Wie groß muss ein Glaube sein, damit er etwas bewirkt?
Ein anderer Bericht im Matthäusevangelium 17,16-21 zeigt, dass die Begleiter von Jesus auf ein Bitte nicht entsprechend reagieren konnten: Sie konnten nicht heilen (Dämonenbefreiung). Jesus reagierte recht sauer: „Ihr ungläubige, verkehrte Generation – wie lange muss ich euch noch ertrage?“ Warum es nicht funktionierte: „Wegen eures Unglaubens.
Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so werdet ihr zu diesem Berg sagen: Hebe dich weg von hier dorthin!, und er wird sich hinweg heben. Und nichts wird euch unmöglich sein.“
Ein Glaube wie ein Senfkorn, muss wirklich nicht groß sein. Es braucht sich keiner wegen eines kleinen Glaubens verzweifeln. Lerne einfach deinen Glauben zu gebrauchen. Darum geht es! Ich könnte das neuesten Satelliten gesteuerte Multi-Programm-Küchengerät kaufen und von der glänzenden Verpackung mit der beeindruckenden Holografie darauf so begeistert sein, dass ich ganz vergesse das Gerät auszupacken. So werde ich nie erfahren, wie toll es funktioniert. Beim Glauben, den wir geschenkt bekommen haben, ist es genauso.
„Freut euch, wenn ihr in die Gelegenheit kommt, euren Glauben zu versuchen (auszuprobieren)! Leicht verändert aber Sinn entsprechend aus dem Jakobusbrief 1,2.Hier ist Erschütterungen unseres Lebens die Rede. Die machen es vielleicht nötig, den Glauben anzuwenden, weil sonst nichts mehr hilft. Wir sind trainiert, uns immer selbst helfen zu müssen. Daher auch die guten Vorsätze. Wie wäre es, wenn wir gleich auf der höheren Instanz agieren? Lernen wir die gigantischen Dimensionen des Glaubens zu nützen!
Wollen sie im Glauben erwachsen werden?
Der Autor des Hebräerbriefes meint dazu im Kapitel 6,1: Weil uns nun aber daran liegt, dass ihr im Glauben erwachsen werdet, wollen wir nicht bei den Anfangslektionen der Botschaft von Christus stehen bleiben, sondern uns dem zuwenden, was zur Reife im Glauben gehört.
Es ist wie mit einem Zweikomponentenkleber. Er klebt nur, wenn beide Komponenten gut vermischt werden. Im anderen Fall ist der Kleber wirkungslos. So ist es auch mit dem Wort Gottes. Wie viel wird darüber theoretisiert und von einer menschlichen Sicht auf Gott geschlossen.
Das Wort nützte ihnen nichts, weil sie es nicht mit Glauben verbanden. Hebräer 4,2Offensichtlich ist das Wort nicht nur etwas für den Versand, sondern auch etwas, das wir darüber hinaus im Vertrauen auf Gott annehmen, auch wenn wir es auch nicht ganz verstehen. In dieser Zweikomponenten-Perspektive eröffnet es dann eine Dimension, die unser Verständnis übersteigt und wir werden in einer ganz anderen Dimension wissen. Diese beiden Komponenten führen unweigerlich zum Handeln und das bringt Ergebnisse, die dann für sich sprechen.
Wer aber in das vollkommene Gesetz der Freiheit hineingeschaut hat und dabei geblieben ist, indem er nicht ein vergesslicher Hörer des Wortes Gottes, sondern ein Täter des Werkes ist, der wird in seinem Tun richtig glückselig sein. Jak 1,25
Damit es zu diesen Ergebnissen kommt, brauchen wir einen stabilen Anker – einen Fixpunkt. Oder aus der Perspektive eines Kletterers, einen Haken mit Karabiner:
Es ist deshalb unser dringender Wunsch für jeden von euch, dass ihr bis zuletzt denselben Eifer an den Tag legt, damit sich die Hoffnung (das ist nichts ungewisses), die Gott euch gab, voll und ganz erfüllt. Werdet also nicht gleichgültig, sondern nehmt euch die zum Vorbild, die unbeirrt und voll Vertrauen auf das ihnen zugesagte Erbe ausgerichtet sind und die es daher auch in Empfang nehmen werden…Gott hat sich mit einem Eid ´für die Zuverlässigkeit seiner Zusage` verbürgt. Er wollte denen, die das versprochene Erbe bekommen sollen, unmissverständlich klarmachen, dass nichts seinen Plan umstoßen kann. Nun ist es zwar sowieso unmöglich, dass Gott lügt, doch hier hat er sich gleich in doppelter Weise festgelegt – durch die Zusage und durch den Eid, die beide unumstößlich sind. Das ist für uns eine starke Ermutigung, alles daranzusetzen, um das vor uns liegende Ziel unserer Hoffnung zu erreichen. Diese Hoffnung ist unsere Zuflucht (unsere Sicherheit); sie ist für unser Leben ein sicherer und fester Anker, der uns mit dem Innersten des himmlischen Heiligtums verbindet (online), dem Raum hinter dem Vorhang. Dorthin ist Jesus uns als Wegbereiter vorausgegangen. Hebräer 6,11-20 (NGÜ)
Am Ende bleibt die Frage: Was willst du, dass dir geschehen soll?
Im Markusevangelium 10,51 hat Jesus wieder mal die Frage gestellt: „Was willst du, dass ich dir tun soll“? Der Blinde antwortet: Rabbuni, dass ich sehend werde.
Das war ganz einfach. Der Mann wusste, er war blind und er wusste, dass Jesus ihn heilen kann. Wissen sie, was ihnen fehlt und was Jesus ihnen geben kann?
Wenn Sie da etwas zurückhaltend sind, und meinen, Sie sind ein Sonderfall, dann nehmen sie sich an der Ausländerin, die eigentlich keine Chance haben sollte, ein Beispiel:
Jesus begegnete einer ausländischen Frau, die ihn anflehte: «Hab Erbarmen mit mir! Meine Tochter wird von einem bösen Geist furchtbar gequält.» Aber Jesus beachtete sie nicht. Seine Jünger drängten ihn: «Schick sie doch weg! Sie schreit sonst dauernd hinter uns her.» Da sagte er zu der Frau: «Ich habe den Auftrag, nur denen zu helfen, die zum Volk Israel gehören.» Sie kam aber noch näher und schrie lauter: «Herr, hilf mir!» Aber Jesus antwortete wieder: «Es ist nicht richtig, wenn man den Kindern das Brot wegnimmt und es den Hunden vorwirft.» «Das stimmt», entgegnete die Frau, «aber die kleinen Hunde dürfen doch die Krümel fressen, die vom Tisch herunterfallen.» Jesus antwortete ihr: «Dein Glaube ist groß. Was du erwartest, soll geschehen.» Im selben Augenblick wurde ihre Tochter gesund. Matthäusevangelium 15, 22-28
Was wollen sie? bleibt die Schlüsselfrage. Es geht um eine Entscheidung, nicht um gute Vorsätze! Lernen Sie ihren Glauben zu gebrauchen, damit etwas nach ihrem Glauben geschehen kann. Sie werden sich sicher an zwei bis drei Aussagen aus der Bibel erinnern, die Sie besonders bewegen – probieren sie ihren Glauben an diesen fixen Zusagen Gottes aus.
Den Text gibt es hier ausführlicher.
Bild: Gerd Altmann,pixelio.de



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