Schäuble und Jung für Abschuss von Flugzeugen

dsc_9131.jpgIn der aktuellen Debatte, ob bei einem Terrorangriff mit einem vollbesetzten Passagierflugzeug der Abschuss angeordnet werden kann, ist es auch für Christen von Interesse: dürfen Menschen getötet werden, um eine Katastrophe zu verhindern? Zwar ist die Rechtslage klar, denn das Bundesverfassungsgericht hatte einen entsprechenden Gesetzesentwurf der Bundesregierung vor wenigen Monaten als verfassungswidrig abgeblockt, aber vielmehr stellt sich doch die Frage: ist es als Christ sinnvoll auf jeden Fall Maßnahmen zu unterlassen, weil es so angeordnet ist oder können ethische Überlegungen eine Entscheidung für einen Abschuss katalysieren. Kurz: Darf ein Christ im Notfall töten? Dagegen steht sicherlich, dass man nicht ein Leben gegen andere aufwiegen kann und man keine Unschuldigen töten. So sieht auch die gängige Begründung der meisten Juristen und Christen aus.

Jedoch fällt man mit der Entscheidung, den Abschuss zu unterlassen auch eine Entscheidung; und zwar, dass die die Leute, die das Ziel des Flugzeugs sind, auch unschuldig mitsterben müssen. Sich um die Entscheidung drücken, heißt die Konsequenzen zu ignorieren. Wenn man die Wahl zwischen 200 und womöglich tausenden Toten hat ist es nicht zulässig, die Dinge ihren Lauf gehen zu lassen, nur um nachher eine reine ethische Weste zu haben. In einem solchen Extremfall, wird aus einem Passagierflugzeug eine Waffe gemacht. Die unschuldigen Bürger sollen gerade dabei das Schutzschild der Terroristen sein. Ein kleines Gedankenexperiment dazu:
Würde ein Schurken-Staat, wie Hitler-Deutschland, einem anderen demokratischen Staat den Krieg erklären und mit einer Bodenoffensive attackieren und zum Schutz in jeden Panzer einen unschuldigen Säugling reinsetzen…dürften wir uns dann nicht verteidigen? Wer möchte dann die Verantwortung für die Millionen Unschuldigen Opfer tragen. Beim Terror handelt es sich um eine Kriegserklärung, die nicht von einem Staat ausgeht, aber die gleiche Intention verfolgt.
Der Herr Jesus Christus lebt uns zweierlei Verhaltensweisen vor. In der Bergpredigt fordert er auf, die zweite Wange hinzuhalten, um das Unrecht, was von dem Tyrannen und Peiniger ausgeht noch offensichtlicher machen soll. Er präsentiert uns aber auch eine Variante, die Zorn gegen Ungerechtigkeit und Bosheit zulässt und Anklage zulässt.  So hält Jesus vor dem Hohenpriester Kajaphas nicht die zweite Wange hin, als die Wache des Kajaphas Jesus schlägt: vielmehr macht er hier auf das Unrecht aufmerksam. Auch die Geschichte lehrt die Christen: Aus Verantwortung für unsere Mitmenschen und Nachkommen sind wir zum Handeln aufgefordert, um das Böse einzudämmen und  Konsequenzen zu verhindern, die weitere Unschuldige fordern. Ein Beispiel dafür ist wohl das Eingreifen der Alliierten gegen Hitler. Wer sich nicht entscheidet, hat auch eine Entscheidung getroffen; er hat das Böse gewähren lassen.

3 Gedanken zu “Schäuble und Jung für Abschuss von Flugzeugen

  1. Ja, sehe ich schon auch so. Das Ganze kann aber auch in die andere Richtung kippen: wer sitzt hinter den Computern, mit denen man fremde Computer durchsucht ? Und wer sitzt am Entscheidungspult, wenn es darum geht, ein Flugzeug mit Menschen drin abzuschießen ?
    Wenn man auf die frühere DDR schaut, dann sah man dort (StaSi) die Kehrseite der Medallie, den Polizeistaat.
    Ich denke, eine Demokratie ist immer eine wacklige Sache. Und solch generellen Erlaubnisse wie Onlinedurchsuchung und Abschuß von Flugzeugen sind gefährliche Instrumente, weil hier schnell Grenzen überschritten werden können.
    Genau diese Dinge sollen aber durchgesetzt werden – und zwar durch das Schüren von Angst, wie es nun mit der Behauptung von atomaren Schlägen durch Terroristen geschieht. Das ist möglicherweise Panikmache und Aushölung der Grundrechte. Wenn das zu sehr umkippen sollte, kann man (im Extremfall) wieder bei so einer Sache wie der StaSi enden.
    Aber generell: auch, wenn man Leben nicht quantitativ bewerten darf („10 Leben sind mehr wert als 5 Leben“), bleibt einem im Sinne der Schadensbegrenzung nicht viel anderes übrig, das sehe ich auch so. Insofern ist die politische Diskussion gerechtfertigt, denke ich. Ich glaube aber auch, dass sie ziemlich überzogen ist – und wie gesagt: die Rechtslage dann leicht kippen kann in einen Überwachungsstaat….

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  2. noch ein Gedanke: zur Onlinedurchsuchung von Computern.
    In der DDR wurden Briefe, die aus dem Westen kamen, oder in den Westen gingen, aufgedampft, also geöffnet und kontrolliert.
    Die Onlinedurchsuchung ist aber noch viel radikaler: hier liegen ALLE persönlichen Daten offen.
    Das Problem: wer sitzt hinter den Kulissen und durchsucht Computer ?! Sind das moralisch hochstehende Leute ? Wohl im Zweifel eher nicht.

    Drum besteht hier ein recht deutliche Gefahr für die Privatsphäre vom „Bürgern“.
    Zudem: ich denke, die sog. Onlinedurchsuchung wird bereits von den entsprechenden Stellen längst durchgeführt. Sie soll nur noch durch ein Gesetz abgesichert werden.
    Aber: wer einen terroristischen Anschlag plant, dürfte doch einigermaßen darauf bedacht sein, nichts Verdächtiges auf seinem Computer zu speichern.
    Insofern ist die Frage: gegen WEN richtet sich dann eigentlich die Onlinedurchsuchung ?

    Und mal noch ein weiterer Gedanke: wenn man Google als Emailaccount verwendet, werden ohnehin sämtliche Emails (ein-und ausgehende ) durchleuchtet – angeblich unter Schutz der Privatsphäre. Aber ist das wirklich so ?

    https://theolounge.wordpress.com/2007/09/03/die-totale-uberwachung-google/

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