Seit heute, 04. September 2007, tagt im rumänischen Sibiu die dritte Europäische Ökumenische Versammlung. Bis zum 09. September werden insgesamt 2.500 Delegierte aus zusammen 125 Kirchen unter dem Motto „Das Licht Christi scheint auf alle. Hoffnung für Erneuerung und Einheit in Europa“ zusammenkommen. Das letzte Treffen dieser Art hatte 1997 im österreichischen Graz stattgefunden.
Eine wesentliche Frage wird bei der Ökumenischen Versammlung sicherlich die Erklärung der römisch-katholischen Glaubenskongregation vom Juli dieses Jahres spielen, in der anderen Kirchen das Kirche-Sein abgesprochen wurde (vgl. Beitrag „Nur Rom ist Kirche“ in diesem Blog vom 10. Juli 2007).
Dennoch äußerte die Hannoversche Evangelische Bischöfin Margot Käßmann im Vorfeld die Hoffnung, dass von der Ökumenischen Versammlung das Signal ausgehe, mehr Ökumene zu wagen. Gegenüber der Sonntagszeitung der Evangelischen Kirche von Thüringen, „Glaube und Heimat“ bezeichnete sie die ökumenische Großwetterlage allerdings als frostig. – Solang in der Hauptsache auf das Verhältnis zwischen der Rom-Kirche oder der Orthodoxie und den Kirchen der Reformation geblickt wird, trifft dies wohl auch zu. Übersehen wird dabei allerdings sehr leicht, dass es ja auch noch die anglikanischen und die alt-katholischen Kirchen gibt, mit denen es normalerweise ein sehr entspanntes Verhältnis gibt.
Bedauerlich finde ich insgesamt, dass der so genannte „Konziliare Prozess“ und seine Fragen zu den Themen Frieden, Gerechtigkeit und Schöpfungsbewahrung über den gesamten ökumenischen Befindlichkeiten etwas aus dem Blick gerät. Dabei entscheidet sich hier gelebtes Christentum.
Statt sich über das richtige Verständnis von Amt und Eucharistie in die Haare zu geraten, sollten die Kirchen lieber – als eine kirchliche Einheit in der Vielfalt der Konfessionen und theologischen Auffassungen gestärkt vom gemeinsamen Mahl am Tisch des Herrn – das Evangelium vom Wort zur Tat werden lassen, und sich aus ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit aller Kraft den drängenden Problemen der Menschheit widmen.
Veni creator spiritus!
Hier noch eine Stellungnahme der Organisation „Wir sind Kirche“ zur Ökumenischen Versammlung: „Kirchen müssen selber Vorbild für Erneuerung und Einheit sein“



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