Überrascht war ich, als ich beim (Römisch-)Katholischen Nachrichtendienst kath.net auf die Überschrift stieß: „Für Fortschritt in der Ökumene ist mehr Marienverehrung nützlich“.
Der Vorschlag stammt vom Bamberger Erzbischof Ludwig Schick. Er vertrat am 15. August, dem römisch-katholisch als Mariä Himmelfahrt bezeichneten Festtag, in einer Wallfahrts-Kapelle bei Würzburg (dem so genannten „Zeiler Käppele“) die Auffassung, dass Maria als Mutter der Christenheit die Einheit der Christen fördere. Deswegen solle man auch täglich zu Maria beten.
Ich denke: Für Fortschritt in der Ökumene ist mehr gegenseitige Akzeptanz und Anerkennung nützlich, statt übertriebener Marienfrömmigkeit. Und da kann von römisch-katholischer Seite viel mehr getan werden, als Marien-Anbetung zu empfehlen. Wie wäre es beispielsweise mit dem gemeinsamen Abendmahl/der gemeinsamen Eucharistie mit den anderen Kirchen?
Und anbetungswürdig ist für mich ohnehin ausschließlich Gott selber. Und wenn ich die christliche Theologie richtig im Kopf habe, sind wir Christen eigentlich nicht der Auffassung, dass Maria – auch wenn sie die leibliche Mutter Jesu ist – göttlichen Charakter hätte.
Ich fühle mich da wohler mit der Theologie meiner alt-katholischen Kirche, in der „Heilige“ – und auch Maria – nicht angebetet werden, sondern wo in den entsprechenden liturgischen Texten formuliert wird, dass mit dem entsprechenden Vorbild im Glauben zu Gott gebetet werde. Dass in der Alt-Katholischen Kirche dann auch solche „Heiligen“ wie der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer, der römisch-katholische Bischof und Befreiungs-Theologe Oscar Romero, der baptistische Pastor und Menschenrechtler Martin Luther King oder der alt-katholische Theologe und geistige Vater der Alt-Katholiken, Ignaz von Döllinger auftauchen, ohne einer speziellen „Kanonisierung“ zu bedürfen, ist nur logische Konsequenz.
Für Interessierte hier noch ein Link zu der Ticker-Meldung: „Für Fortschritt in der Ökumene ist mehr Marienverehrung nützlich“.
Zu Maria beten für die Ökumene?
von
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Kommentare
6 Kommentare zu „Zu Maria beten für die Ökumene?“
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und viele Frauen fühlen sich weder in der einen noch in der anderen“väterlichen“ Theologie wohl…
aber dieses katholische Zugeständnis um Frauen bei der Stange zu halten, soll mann sich doch wirklich sparen!
Wie gesagt: es geht nicht um „Gleichstellung“…es geht um RICHTIGSTELLUNG!insbesondere „vom Vater verwundete“ Frauen werden sich wohl abwenden
wie es das Märchen „Das Mädchen ohne Hände“, Grimm, nicht nur in seiner Misbrauchs-Interpretation nahelegt, sondern in viel früheren Fassungen das Wissen des Weges der Frau im Patriarchat birgt.
wie es Hildegunde Woeller nahelegt:
http://www.opus-magnum.de/woeller/meine auszugsweise alternative Literaturliste
Sonja Rüttner-Cova „Frau Holle – Die gestürzte Göttin“sowie die Theologin! Hildegard Tornau „Der Mythos vom Sündenfall“…
Barbara G. Walker „Der Herr des Himmels wird entthront“
Collin Schubert (Tübingen) Religiöser Fundamentalismus und politischer Islam in Deutschland – ihr Einfluss auf Frauenrechte und Frauenbild
Jene weitere Literatur hilft zur Enttarnung des christlich dominatorischen Unter“Ordnungs“-Modells, was immer noch hervorragend funktioniert:
Jan Assmann
Gerda Lerner
Max Weber
Elaine Pagels
Marija Gimbutas
Riane Eisler
Ega Friedman
Jean Markale
Robert Ranke Graves
Barbara G. Walker
Pinkola Estées
Shinoda BolenDurchaus bitte mehr von dem Menschenrechtler und Befreiungstheologen Romero
und weniger von dem vielfachen Ehebrecher MLK? 🙂Ist das zu unfreundlich?
Was glauben wohl die „Leitbidlfunktionäre“, warum sich so viele (junge und zunehmend ältere und alte) Frauen nicht mit ihrer weiblichen Rolle identifizieren???Weshalb so viele durch Ess-Störungen auffallen, weil sie überhaupt nicht in ihren Leben drinnen sind, nicht enthalten sind und ERSATZ suchen? Etwa weil sie im Menschenbild, im Gottesbild eine so große Rolle spielen würden?
Die Parallele von femininer Ausbeutung (Nutzbarmachung) und Massentierhaltung kann hier ferner interessante Aufschlüsse daüber geben, was sich aus christlicher Intention heraus entwickeln konnte! (leider ist der Link nicht mehr vollständig ohne Gebühr runterzuladen)
—>deep ecology „Wie ein Huhn zu denken: Farmtiere und die feminine VerbindungVon Dr. phil. Karen Davis, United Poultry Concerns (UPC)
Mama-Loser
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@oekomenisch:
Guter Artikel finde ich, würde ich auch so sehen 😉 -
Welchen Wert hat denn die Theologie der alt-katholischen Kirche, in welcher nicht mal eine dem Volk verständliche Sprache gesprochen wurde?? 🙂
Und WER ist überhaupt die katholische Kirche??Wo führt uns diese Gewohnheit , die gewohnte „Ordnung“ denn wohl über die Jahrtausende hin?
„Wenn wir die Bibel als sozial normative Literatur betrachten und lesen, dann ist die Unterschlagung der Göttin die wichtigste Einzelaussage über die Art der sozialen Ordnung, welche die Männer, die jahrhundertelang an diesem religiösen Dokument geschrieben ( und es immer wieder umgeschrieben) haben, anstrebten und aufrecht zu erhalten gedachten. Denn das Fehlen der Göttin in den offiziell sanktionierten Heiligen Schriften war, symbolisch gesehen, identisch mit dem Fehlen einer göttlichen Macht, die die Frauen schützen und Vergeltung fordern konnte für Unrecht, das ihnen durch die Männer zugefügt werden konnte. “ Riane Eisler, Kelch und Schwert
Und so ist es bis heute geblieben!
Da kann diese Dame in ihrer Arche noch so viel rudern…
http://fuenf.scm-digital.net/show.sxp/4864__das_prinizip_arche_noah___eva_hermans_neues_buch.html?
Wahrscheinlich merkt sie selbst nicht mal die Perversionen, die sie ihrer Gläubigengemeinde auftischt, geschweige denn wird sie intelleektuell ihrer eigenen Lügengeschichte gewahr! Immerhin zum Abzocken einer Leserschaft auf Augenhöhe reicht es!
*Erst macht der Mann die Frau zur Hausfrau, und dann beschimpft er sie als Hausfrau…*
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Hi Bloggerhedge,
ich habe keine Ahnung, von welcher Alt-Katholischen Kirche Du schreibst. Muss wohl eine Verwechslung sein, wenn Du ihr vorwirfst, dass in der Theologie meiner Kirche keine dem Volk verständliche Sprache gesprochen wird. Meine Alt-Katholische Kirche (www.alt-katholisch.de) hat die Landessprache im Gottesdienst bereits um das Jahr 1880 eingeführt.
Walter
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„Und anbetungswürdig ist für mich ohnehin ausschließlich Gott selber. “
:daumen: -
Der Text “Wie ein Huhn zu denken: Farmtiere und die feminine Verbindung“ von Dr. phil. Karen Davis, United Poultry Concerns (UPC) hat überhaupt nichts mit einer Kritik am Christentum zu tun. Davis bezieht sich allgemein positiv auf das Christentum.



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