
Die Macht der Märchen
Nachts sind alle Probleme groß und nachts erscheint uns die Welt oft beängstigend. Das bezieht sich dann auch auf Menschen, denen wir begegnen und die wir nicht kennen. Sie werden schnell auch zu potenziell bedrohlichen Menschen. Treffen wir jedoch tags auf sie, wirken sie auf einmal ganz normal und harmlos.
Wie diese Menschen natürlich sind, wissen wir nicht, denn wir können nicht in sie hineinschauen. Es gibt Menschen, die außen harmlos wirken, es aber vielleicht gar nicht sind. Und umgekehrt Menschen, die wir von außen sehen, mit denen wir irgendetwas verbinden aus unserer eigenen Biografie und die uns deswegen womöglich Angst machen. Menschen, die wir in irgendwelche imaginierten Szenarien einordnen und wo uns dann unser Kopfkino gruselige Streiche spielt.
Aber hier treffen wir auf die Macht der Märchen, denn in Märchen wird das, was uns Menschen Sorgen macht, in Figuren gepackt. Plötzlich werden latente Ängste personifiziert dargestellt, was die Ängste greifbarer macht. Denn das, was man benennen kann, verliert auf einmal seine Gefährlichkeit.



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