
Das kalte, schwarze Wasser umschließt Lunas Körper, während sie lautlos durch die gähnende Leere der unterirdischen Zisterne gleitet. Es könnte die berühmte Basilika-Zisterne in Istanbul sein, und die jahrhundertealten Säulen wirken in der Dunkelheit wie versteinerte Riesen. Kein Tageslicht dringt in dieses unterirdische Labyrinth, in dem nur das rhythmische Plätschern ihrer Züge die Grabesstille bricht.
Doch Luna ist nicht zum Vergnügen hier unten in der absoluten Finsternis. Sie sucht nach etwas, das vor langer Zeit in den tiefen Fluten vergessen wurde. Ihre Finger streifen im Vorbeischwimmen die glitschigen Mauern, während ein kalter Schauer ihren Rücken hinabläuft.
Plötzlich spürt sie eine seltsame Strömung, die sie tiefer in das düstere Gewölbe hineinzieht. Das Wasser um sie herum wird merklich wärmer, fast so, als würde ein Wesen direkt unter ihr atmen. Ein leises, hohles Flüstern hallt von den fernen Decken wider und nennt beharrlich ihren Namen. Als sie umkehren will, berührt etwas Eiskaltes ihren Knöchel von unten. Endlich hatte Luna ihren Ring wiedergefunden.



Kommentar verfassen