
Bei seiner 70-minütigen Rede heute in Davos, die doppelt so lang war wie geplant, hat Donald Trump alles Mögliche erzählt und sich über den grünen Klee in Bezug auf seine Politik daheim in den USA gelobt. Und dann ist er fast schon etwas charmant geworden und hat versucht, irgendwie das Publikum zu umgarnen und ihm deutlich zu machen, dass er bzw. die USA doch unbedingt Grönland bräuchten. Das sei doch nur ein großes Stück Eis. Und wegen den Bodenschätzen, die seien ja unter hunderten Fuß Eis verborgen, darum gehe es ja gar nicht. Aber – und hier ist das Wichtige: Militärisch werde er es sich nicht holen.
Das bedeutet wohl, dass die erwarteten Gegenreaktionen der EU bei Trump doch Eindruck gemacht haben. Und das ist das, was ja viele auch in Bezug auf Trump sagen: Er versteht nur Stärke. In diesem Fall wäre es keine militärische Stärke gewesen, denn gegen die USA kann die EU militärisch gesehen nichts ausrichten. Es wäre aber wirtschaftliche Stärke gewesen. Ein Wirtschaftskrieg hätte entstehen können, der die EU hart trifft, der aber auch die USA hart trifft.
Nach der Rede heute scheint es so, dass dies vielleicht nicht so kommen muss. Aber ausgemacht ist natürlich nichts. Man weiß ja nicht, was Trump heute Nacht wieder für einen Traum hat und wie er die Welt morgen sieht. Vielleicht will er morgen doch Grönland haben. Oder Dänemark. Oder Deutschland. Oder Ostdeutschland vielleicht? Ach nein, das möchte ja Putin haben.
Eben kam eine Eilmeldung hereingetickert, wonach Donald Trump nun wegen oder trotz oder obwohl Grönland davon absieht, irgendwelche zusätzlichen Zölle gegen EU-Länder zu verhängen.
Mal schauen, wie er morgen darüber denkt. Und übermorgen. Und den Tag danach. Aber für heute kann man kurz mal durchatmen.
Aber eins ist ganz sicher: Herr Trump wird weiterhin jeden Tag ein neues Thema durch den Äther jagen. Und wir jagen mit. Bleibt uns ja nichts übrig.



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