
Morgens ist die Welt silbern,
als würde jemand vorsichtig
die Farben erst freischalten,
Farbton für Farbton,
damit nichts erschrickt
im ersten Licht.
Ein Atemzug später
wandert ein leiser Glanz durch die Straßen,
kalte Spiegel auf Autodächern,
auf Fenstern,
auf allem, was noch nicht wach sein will.
Und irgendwann
schiebt sich der Tag dazwischen,
ungeduldig,
voller Geräusche,
die behaupten, sie seien wichtig.
Abends dann
wird alles golden,
als hätte der Himmel vergessen,
dass er eigentlich müde ist.
Die Häuser wirken weich,
die Schatten freundlich,
selbst die Zweifel
werden wärmer gezeichnet.
Manchmal denke ich,
der Tag ist nur die dünne Brücke
zwischen zwei Farben,
und wir gehen darüber,
ohne es zu merken.



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